Rundblick-Unna » Zurück zu Sacharbeit und Gemeinsamkeit: SPD beruft nach Gudrun Friese-Krachts Rundblick-Interview internes Krisengespräch ein

Zurück zu Sacharbeit und Gemeinsamkeit: SPD beruft nach Gudrun Friese-Krachts Rundblick-Interview internes Krisengespräch ein

„Wir müssen dringend an uns arbeiten. Wir dürfen uns nicht länger gegenseitig zerfleischen. Die SPD muss wieder mit einer Stimme sprechen.“ Mahnende, eindringliche Worte zum Zustand der Unnaer SPD – geäußert von Gudrun Friese-Kracht, eine der stellvertretenden SPD-Fraktionsvorsitzenden, im Rundblick-Interview (wir berichteten).

Peter Kracht und Gudrun Friese-Kracht

Legte den Finger in die offene Wunde: Gudrun Friese-Kracht, hier mit ihrem Mann Dr. Peter Kracht, erreichte mit ihren klaren Ansagen im Rundblick-Interview hohe Aufmerksamkeit und zustimmenden Respekt.

Mit ihrer klaren, sachlichen und zugleich schonungslosen Bestandsaufnahme erreichte die Ratsfrau aus Massen einen hohen Aufmerksamkeitsgrad  und sorgte für Aufsehen in der Unnaer Politik. Ihren Mut, so offen die Probleme ihrer eigenen Partei zu benennen, fanden viele bewundernswert, gerade weil sich Gudrun Friese-Kracht gerade noch von einer schweren Krankheit erholt.

Die SPD nahm das Rundblick-Interview zum konkreten Anlass, eine interne Sondersitzung einzuberufen. Darin soll nach Informationen unserer Redaktion das „Innenverhältnis einzelner Akteure“ zur Sprache kommen.

Konkret hatte Gudrun-Friese Kracht Zerwürfnisse zwischen den Sozialdemokraten in Königsborn und andereseits Oberstadt und Massen angesprochen. Solche Grabenkämpfe, die teilweise ihrem Eindruck nach auch persönlich würden, müssten dringend beendet werden und die SPD zu einer gemeinsamen Linie und Sacharbeit zurückfinden, appellierte die Ratsfrau.

Wie von uns bereits berichtet, brachte Unnas größte Ratsfraktion seit Michael Hoffmanns Tod am 29. Oktober keinen einzigen politischen Antrag mehr ein. Unter Hoffmanns Nachfolger Volker König schienen – und scheinen – sich die Energien bisher auf Alleingänge, Einzelgefechte und Schweigen zu konzentrieren. Der Einsatz für die gemeinsame Sache, beklagte auch Gudrun Friese Kracht, bleibe auf der Strecke. Man sei früher unter Michael Hoffmanns Vorsitz trotz gegensätzlicher Meinungen und auch Kontroversen letztlich „wie eine Familie“ gewesen. Und: Man habe vor allem nach außen mit einer Stimme gesprochen. „Da müssen wir wieder hin“, appellierte sie eindringlich an ihre Parteifreunde.

Möglicherweise könnte das Gespräch in dieser Woche einen wichtigen Schritt dorthin tun – wieder zurück zu mehr Gemeinsamkeit und vor allem zu konstruktiver Sacharbeit. Denn auch das sagte die stellv. Fraktionschefin Friese-Kracht deutlich in unserem Interview: Eine Ratsfraktion – und schon gar nicht die größte im Rat – sei nicht dazu da, kritiklos Verwaltungsvorlagen abzunicken.

 

Das Interview finden Sie unter

http://rundblick-unna.de/wir-muessen-dringend-an-uns-arbeiten-interview-mit-gudrun-friese-kracht-spd/

Kommentare (3)

  • Oskar B.

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    Führungsschwäche entsteht, wenn sachliche Argumente fehlen, dann muss ich auf persönlicher Ebene weiterkämpfen. Wie gehe ich mit anderen Meinungen um ? Wie im Fall Ludwig ? Sie traf ihre eigene sachliche Entscheidung und war danach weg vom Fenster.

    Kein einziger Antrag? Da wundert man sich doch, warum DANN die Verwaltung angeblich überlastet ist. Keine Anträge, keine Arbeit…

    Fraglich ob Risse in einer Gruppe durch Friedensgespräche gekittet werden können. Viele Beispiele zeigen das Gegenteil, zuletzt bei der AfD. Mißtrauen bleibt im Hinterkopf.

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  • Elke Schmidt

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    Die Spd glänzt doch nur noch durch Abnickerei. So wie die CDU. Bloß nicht selbst nachdenken. Ach in der Groko ist es doch sooo bequem, da winkt man alles durch was von der Verwaltung kommt und braucht sich nicht anstrengen und selbst denken.

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