Rundblick-Unna » Zum Rasten noch zu frostig – doch optisch wirkt der „neue“ Kirchplatz vor allem abends jetzt richtig heimelig…

Zum Rasten noch zu frostig – doch optisch wirkt der „neue“ Kirchplatz vor allem abends jetzt richtig heimelig…

Zu Weihnachtsmarktehren kam der „neue“ Platz vor der evangelischen Stadtkirche in diesem Jahr noch nicht; der Kirche fehlte leider das Personal, außerdem waren viele Buden kaputt (wir berichteten). Doch an den ruhigen Weihnachtstagen konnte man insbesondere in den Abendstunden die neuen Verweilqualitäten des Platzes bewundern, auf dem mittig ein betont schlichter Christbaum mit nur einer einzigen Lichterkette sanft vor sich hinschimmert.

Seitlich an der Mauer zum Nicolaiviertel aufgereiht stehen jetzt die Bänke zum Ausruhen und Entspannen, ergänzt durch Fahrradständer, und die ganze Szenerie ist durch punktuelle Strahler dezent illuminiert. „Sehr schön“, war an den letzten (trockenen) Abenden lobend von Passanten zu hören; doch auch schon die Sorge: „Hoffentlich bleibt das so schön hell und sauber…“

Denn zum Missfallen mancher Bürger wies der helle Steinteppich, der sich im Vergleich zur tristen vorherigen Optik nun freundlich einladend vor der Kirche ausbreitet, schon kurz nach der Eröffnung dunkle Flecken und eben „Gebrauchsspuren“ auf. Wie sie auf einem öffentlichen Platz letztlich aber unvermeidlich sind, sofern er eben rege in Gebrauch ist.

Kirchplatz Ev. Stadtkirche Weihnachten

In Gebrauch nehmen soll ganz Unna den Kirchplatz, wünschten es sich Gemeinde und Bürgermeister bei der Eröffnung zum Stadtfest am 4. September. Schließlich hatten sich Kirche und Stadt auch pari-pari die Kosten geteilt, die zusätzlich zur 80-prozentigen Landesförderung selbst aufzubringen waren.

Die Kirchplatzsanierung, betonte Pfarrer Döring in seiner Eröffnungsansprache, sei „überfällig“ gewesen. Er begegnete damit durchaus auch kritischen Stimmen: Ob das denn wirklich nötig war, so viel Geld auszugeben „nur für einen Platz“. Doch, es war äußerst nötig, unterstrich Döring damals. „Erstens wegen der Optik – es war skandalös, dass das wichtigste Denkmal dieser Stadt in so einem schäbigen Umfeld stand. Zweitens: Die Verkehrssicherheit war gefährdet.“ Insofern habe man gemeinsam beschlossen, jetzt zusammen zu handeln.

Der Platz, wünschten es sich Superintendentin Anette Muhr-Nelson für den Kirchenkreis und Bürgermeister Werner Kolter für die Stadt Unna, solle „ein Ort der Begegnung“ werden. Die Voraussetzungen dazu sind jetzt im alten Jahr noch geschaffen worden. Im neuen Jahr wird sich die Stadtverwaltung Zug um Zug die Überprüfung der Bummelzone vornehmen: Dem „neuen Kirchplatz“ soll nach Möglichkeit ab 2016 eine „neue Fußgängerzone“ folgen. Fördermittel für die Massener Straße, die´s mit ihren kaputten Pflastersteinen am nötigsten hat, sind bereits beantragt.

 

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