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Zügigkeitsgrenzen für weiterführende Schulen führen zu Abweisungspflicht auswärtiger Schüler

Unnas weiterführende Schulen – die drei Gymnasien, zwei Gesamtschulen und die künftig einzige Realschule in Massen – bekommen ab nächstem Schuljahr verbindliche Zügigkeitsgrenzen. Damit einher geht der Beschluss, dass die Schulen künftig Schüler aus Nachbarstädten abweisen können – bzw. müssen, wenn ihre maximale Klassenzahl mit Unnaer Jugendlichen bereits gefüllt ist.

Der Schulausschluss fällte diese Entscheidung zusammen den weiteren Beschlüssen zur Schulentwicklung (Aus für die Anne-Frank-Realschule) gestern Abend.

PWG Unna

Wird sechszügig festgeschrieben: Unnas größte weiterführende Schüler, die Peter-Weiss-Gesamtschule (PWG) in der Innenstadt.

Die größte weiterführende Schule der Kreisstadt, die Peter-Weiss-Gesamtschule (PWG), darf bis zu sechs Züge bilden. Werner-von-Siemens-Gesamtschule Königsborn (GEK) und das benachbarte Geschwister-Scholl-Gymnasium (GSG) werden vierzügig, Ernst-Barlach- und Pestalozzi-Gymnasium in der Innenstadt (EBG / PGU) dreizügig. Die Hellweg-Realschule-Massen (HRS), fortan einzige ihrer Schulform, wird von drei auf vier Züge erweitert.

Die jeweilige maximale Klassenzahl pro Jahrgang fußt auf den Prognosen der Schülerentwicklungszahlen für die jeweilige Schulform.

Kritik gegen die neue Ablehnungspflicht auswärtiger Schüler äußert das PGU (im Bild oben). Das Traditionsgymnasium an der Morgenstraße fürchtet, „dass durch das Abweisen auswärtiger Schülerinnen und Schüler die Stadt Unna ihren herausragenden Stellenwert als Schulstandort einbüßen könnte“, schreibt Schulleiter Dirk Kolar in seiner Zusammenfassung des Schulkonferenzbeschlusses vom 5. November.

Auch EBG und GSG weisen in ihren Stellungnahmen darauf hin, dass Eltern bei einem Gymnasium eher eine „Profilwahl“ vornehmen. „Unterschiedliche Profilierungen haben sich an den drei Gymnasien ausgebildet“, schreibt Dirk Kolar für das PGU. „Diese sind Grundlage für die Schulwahl.“

Für eine gesicherte Weiterentwicklung der Schullandschaft sollte die Stadt als Schulträger „eine gesunde Konkurrenz erhalten“, formuliert Kolar den Wunsch seiner Schule. Dieses scheine bei einer starren Zügigkeitsbeschränkung nicht gegeben.

Als Kompromiss stimmte der Schulausschuss folgendem Verwaltungsvorschlag vor: „Eine Veränderung der definierten Zügigkeit … bedarf der Abstimmung zwischen Schule, Schulträger und … Schulaufsichtsbehörde“ (Bezirksregierung Arnsberg). Dieser Möglichkeit will die Stadt „nicht pauschal, aber anlassbezogen“ weiterhin offen halten – je nach Anmeldeergebnissen.

Schüler aus Nachbarstädten, die über keine eigene Schule der gewünschten Schulform verfügen, fallen nicht unter die Ablehnungspflicht. Fröndenberger Schüler z. B. werden auch weiterhin unbegrenzt an Unnas Gymnasien aufgenommen (die Ruhrstadt hat kein eigenes Gymnasium), Kinder aus Holzwickede weiterhin an Unnaer Gesamtschulen (da Holzwickede keine Gesamtschule hat).

 

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