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(Zu) hohe Sicherheitsauflagen: Bundesschützenfest 2019 wankt

Horrido – es ist Schützenfestzeit. Da kommt diese Nachricht zur rechten Unzeit: Das Groß-Event Bundesschützenfest 2019 wankt. Die St.-Andreas-Schützen Bestwig werden das Fest aufgrund (zu) hoher Sicherheitsauflagen nicht ausrichten.

Nach Bericht des Sauerländer Schützenbundes (SSB) können die Auflagen für das Bundes-Hochfest nicht erfüllt werden. Absage also nach langen intensiven Vorbereitungen – das ist bitter. Doch für die Hochsauerländer Schützen habe sich in den vergangenen Wochen herausgestellt, dass ein Sicherheitskonzept für diese Großveranstaltung mit Auflagen verbunden wäre, „die für eine ehrenamtliche Organisation in keiner Weise umzusetzen sind“.

Zu rechnen ist mit zu 15.000 Besuchern. 

Der „Zuschlag“ fürs Ausrichten des Bundesschützenfest war der Bestwiger Schützenbruderschaft im April 2016 erteilt worden. Die für das Freiluft-Veranstaltungsgelände erforderlichen Sicherheitsauflagen seien aber für die Bruderschaft nicht umsetzbar, habe sich inzwischen herausgestellt.

Nur 3 Beispiele: Für die Zufahrt von Rettungsfahrzeugen hätte ein Bahnübergang zweispurig ausgebaut werden müssen; mehrfache Aufschüttungen hätten gewährleisten müssen, dass Flüchtende bei einem Notfall barrierefrei auf den angrenzenden Ruhrtalradweg gelangen können. Und alle Fluchtwege müssen ausgeleuchtet werden – mit einer vom Stromnetz unabhängigen Sicherheitsbeleuchtung.

Für Bestwigs Bürgermeister stellt sich die Frage, wie Großveranstaltungen von Ehrenamtlern künftig überhaupt noch möglich sein sollen. Die hohen Sicherheitsauflagen könnten nach seiner Befürchtung „vielen Veranstaltungen den Garaus machen“.

Der Bundesgeschäftsführer des Schützenbundes, Wolfram Schmitz, nimmt energisch auch die Politik in der Pflicht: „Wir können nicht jede Großveranstaltung so planen, als ob dort ein Terroranschlag des IS stattfinden wird. Mit dieser Absage haben die Terroristen ja schon das erreicht, was sie erreichen wollten.“

Das Bundesschützenfest richtete u. a. auch schon Unnas Nachbarstadt Menden aus – 1971 und 2004. Findet sich kein neuer Ausrichter für 2019, muss das SSB-Bundesschützenfest ausfallen – zum ersten Mal seit dem Krieg.

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