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Zippelmütz Kolumne – Ich kann essen, was ich will

Weihnachten – Das heißt essen, bis der Arzt kommt. Na, das wollen wir nicht hoffen, aber ihr wisst, was ich meine. Das fängt ja schon im August an, wenn die ersten Spekulatius und Lebkuchen in den Supermärkten stehen. Da drehen die ersten ernährungsbewussten Freunde des guten Geschmacks bereits am Rad. All diese Kalorien … Nun, ich hab diese Probleme nicht – Ich kann essen, was ich will … ich nehm nicht ab. Und dann kommt zwischendurch ja auch noch Kirmes. Popcorn hier, ne Bratwurst da. Ein Fischbrötchen geht auch noch, und auf dem Heimweg gibt es noch einmal eine Bratwurst auf die Faust. Das geht so vier Tage lang. Zwischendurch gibt es dann noch ein Bierchen, oder auch zwei … Nach der Kirmes stelle ich fest, dass meine Hose offensichtlich bei der letzten Wäsche eingelaufen sein muss. Denn schließlich kann ich ja essen, was ich will … ich nehm nicht ab. Nachdem meine Freundin mir vorsichtig den Tipp gab, dass die Hose weder eingelaufen ist, oder über Nacht von irgendwelchen Heinzelmännchen enger gemacht wurde, hab ich mich dazu entschieden, mich mit Sport zu befassen. Also eigentlich auch nur postfaktisch gesehn, denn ich kann ja essen, was ich will … ihr wisst schon.

Mein Sportprogramm ist pickepackevoll! Fußball, Wintersport usw. Ist ja genug im TV. Pro Spiel eine Tüte Chips ist da kein Thema. Ich muss sagen: Eine echte Veränderung merk ich jetzt nicht. Vielleicht sollte ich es mit „echtem“ Sport versuchen. Raus an die frische Luft – das wär mal was. Gesagt, getan! Ich hab mir mein Rennrad geschnappt und bin dann etwas geradelt. Jetzt mal unter uns, ich fühl mich schon wesentlich besser. Und wo ich schon mal unterwegs bin, kann ich ja auch mal eben diverse Besorgungen machen. Also ab, in den Supermarkt. Ach … und sieh mal einer, guck: Da gibt es die ersten Butterstollen! Hab ich mir nach der Radtour ja auch redlich verdient, ich war ja immerhin schon zehn Minuten unterwegs. Und jetzt nochmal! Zuhause angekommen, gibt es erst mal ein Tässchen Kaffee und dazu ein Stückchen Butterstollen. Sowas von lecker – gut, dass ich essen kann, was ich will … !

Aber jetzt geht es ja erst richtig los. Weihnachtsplätzchen, Baumkuchen, Dominosteine, Adventskalender … da sind die Bratwürstchen auf dem Weihnachtsmarkt noch gar nicht mitgerechnet. Wozu auch? Ich kann ja essen, was ich will – ich nehm nicht ab. Letztens waren wir unterwegs, und haben Kleidung gekauft. Ich brauchte ja noch eine neue Hose und ein neues Hemd für Weihnachten. Aus den alten Klamotten bin ich irgendwie herausgewachsen. Clever, wie ich bin, hab ich dann auch gleich mal eine Nummer größer genommen. Ich weiß ja auch ungefähr, was an den Weihnachtstagen auf mich zukommt. Feines Weihnachtsessen an allen drei Tagen, dann noch Kuchen und Plätzchen. Abends vorm TV kommt hier und da ein Griff auf den Weihnachtsteller … Höchstwahrscheinlich liegen auch Pralinen unter dem Weihnachtsbaum. Meist sind das die, die meine Freundin nicht mag – also werde ich mich opfern, denn ich kann ja essen, was ich will … Also an Kalorien sollte man die Feiertage über nun wirklich nicht denken. Das beißt sich zu sehr mit Kartoffelsalat, Entenbraten und Co! Aber das gehört nun mal alles dazu. All dieses feine Schlemmen zu Weihnachten hat ja auch ein wenig mit Tradition zu tun. Apropos Tradition … Bei Oma ist es irgendwie zur Gewohnheit geworden, dass sie jedes mal behauptet, ich sei dicker geworden. Tja Oma, was soll ich sagen? Ich kann essen, was ich will … ich nehm einfach nicht ab!

Kommentare (2)

  • Helmut Brune

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    Auch ich kenne die Probleme,
    etwas, wofür ich mich nicht schäme.
    Stand plötzlich da und war Verwundert,
    die Waage zeigte mehr als Hundert.

    Kleidergröße XXL,
    im Nachhinein ging das ganz Schnell.
    Ich mach mir aber keine Sorgen,
    was weiter wird, das sehen wir Morgen.

    Weihnachten ist ja nur einmal im Jahr
    und ‚s Essen schmeckt so Wunderbar.
    Da ist die Figur mir völlig Wurscht,
    es geht um Hunger und auch Durscht.

    Da hört man Rülpsen und auch Schmatzen,
    ein Wenig geht auch an die Katzen.
    Ich freue mich und lach mich schlapp,
    dabei nehm auch ich nicht ab.

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  • fürst

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    Weihnachtsmann, Nikolaus … aber niemals „Zippelmütz!“

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