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ZiB-Bibliothek muss „Bücherspendenbaum“ entfernen: Stadt will „Konkurrenz zu caritativen Einrichtungen“ vermeiden

„Gernlesende Bürger von Unna, bitte spendet Bücher und CDs für die Not leidende (städtische) ZiB-Bibliothek!“ Nur wenige Tage waren dem „Bücherspendenbaum“ in der ZiB-Bücherei beschieden. Zwei Tage nach unserem Bericht und lobenden Facebook-Postings war der Christbaum mitsamt angehängten Geschenkwunschkärtchen, schwupps, verschwunden.

 Die kreative – caritative – „Haushaltsidee“ hatte sich das Büchereiteam ersonnen.

„Zweifellos handelt es sich um eine tolle Aktion seitens der Bibliothek“, bestätigt Stadtsprecherin Katja Sahmel heute auf Rundblick-Anfrage. „In einem gemeinsamen Gespräch ist man jedoch zu dem Entschluss gekommen, als Stadt in der Vorweihnachtszeit nicht in Konkurrenz mit den zahlreichen caritativen Vereinigungen zu treten, indem man ebenfalls um Spenden bittet. Statt dessen sollte den wohltätigen Einrichtungen Vorrang gegeben werden.“ Im Ergebnis, schreibt Katja Sahmel, sei der Baum dann wohl abgebaut worden. Tja.

Das Bibliotheksteam war auf die originelle Haushaltsidee gekommen, weil aufgrund der Haushaltssperre bereits seit einem halben Jahr der Medienetat eingefroren ist: Die Bücherei kann (ausgerechnet vor den langen Wintermonaten und vor Weihnachten) bis auf Weiteres keine neuen Bücher und CDs mehr anschaffen.

Deshalb wurde kurzerhand ein Weihnachtsbaum mit Wunschkärtchen behängt – auf jedem Stand der Titel eines Buchs oder einer CD, mit der das Büchereiteam gern den Fundus an Medien aufwerten wollte.

Wer mochte, pflückte sich einfach ein Kärtchen vom Baum, kaufte das Buch bzw. die CD und schenkte es der Not leidenden Bücherei. Nett gedacht. Doch die Stadt sagt aus obigen Gründen leider: „Nein.“

Kommentare (1)

  • Gudrun Bürhaus

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    Eine wirkliche Konkurrenz für wohltätige Einrichtungen war der Bücherspendenbaum wohl kaum. Dafür hat er sich an eine viel zu eng umrissene Zielgruppe gewandt. Ich vermute ein anderes Motiv: der Stadt ist es wohl zu peinlich, den BürgerInnen zu viel Einblick in das Ausmaß des Sparens – in diesem Fall ja schon fast: Kaputtsparen – zu gewähren. Dabei könnte die Stadt diese doch mit solchen und anderen pfiffigen Ideen zu Verbündeteten machen – die sich dann vielleicht auch mal direkt bei den Verursachern unseres Finanzdesasters melden.

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