Rundblick-Unna » Zebrastreifen-Groteske setzt sich fort: Lauern Lebensgefahren nur am Aldi Weberstraße – sonst nirgends…?

Zebrastreifen-Groteske setzt sich fort: Lauern Lebensgefahren nur am Aldi Weberstraße – sonst nirgends…?

Wieso sträubt sich die Stadtverwaltung derart gegen einen – ursprünglich längst beschlossenen – Zebrastreifen am Aldi an der Weberstraße? Mit der (nicht nur aus Sicht der Freien Wähler) abstrusen Begründung, er würde Lebensgefahren für Fußgänger heraufbeschwören?

Unter dem Motto „Der Kampf geht weiter!“ wollte die FW/FLU-Fraktion in ihrem grotesken Zebrastreifen-Streit mit der Stadt den Spieß herumdrehen. Sie verfasste einen ellenlangen Antrag. Inhalt: Die Verwaltung möge bitte alle (!)  Gefahrenstellen im Stadtgebiet, die durch Fußgängerüberwege gesichert sind, genau so pingelig überprüfen, wie sie das offenbar in der Causa Weberstraße tut. Gleiches Recht auf Sicherheit für alle! Oder? Fraktionschef Klaus Göldner fügte im Hauptausschuss bei der Beratung des Antrags den süffisanten Zusatz ab:  „Auch an anderen Stellen haben die Bürger unserer Stadt das Recht, die Straße gefahrlos überqueren zu können.“

Hertingerstraße Zebrastreifen (2)

Zum Beispiel an der Hertingerstraße/Verkehrsring, merken die Freien Wähler an. „Ob diese Zebrastreifen wohl den Anforderungen der Verwaltung entsprechen?!  Mit 50 vom Verkehrsring in die Kurve auf die Hertingerstraße und dabei nach links geschaut, ob ich als Autofahrer den Fahrzeugen Vorfahrt gewähren muss, die vom Meisterhaus kommen. Dabei übersehe ich als Autofahrer dann, ob im Kurvenbereich ein Fußgänger über den Streifen gehen möchte!“

Hertingerstraße Zebrastreifen (1)

Von diesem Risiko-Fußgängerüberweg oder noch weiteren (da fielen einem im Stadtgebiet noch manche auf bzw. ein) war in der Sitzung jedoch nicht die Rede. Mit keinem Wort.

Ergebnis: Vertagt. Die CDU (Fraktionschef Gerd Heckmann) sieht stirnrunzelnd einen „intensiven, wahnsinnigen Aufwand“ und findet ihn „unverhältnismäßig“. „Wir wissen jetzt, was wir künftig zu tun haben“, findet er, daher sei der Antrag der FW/FLU „nicht so wichtig, dass man ihn hier weiter verfolgen sollte.“

Ob dabei hineinspielt, dass sich die FLU und namentlich Klaus Göldner damals im Streit von der CDU abspalteten…? Nein, gewiss nicht.

Die SPD hält sich raus. Pirat Christoph Tetzner merkt mit Unschuldmiene an: „Eine Untersuchung der anderen Querungshilfen erscheint mir durchaus wichtig. Wenn sie Gefahren heraufbeschwören – machen wir uns dann nicht eventuell rechtlich angreifbar…?“

Verschoben bis nach der Sommerpause, evtl. nicht bis zum Sankt Nimmerleinstag. Die Weberstraße vor dem Aldi bleibt derweil weiter ohne Querungshilfe.

Vor dem Aldi an der Weberstraße/Ecke Beethovenring gibt es keine Querungshilfe, trotz des hohen Verkehrsaufkommens durch die Aldi-Kundschaft und ungeachtet des Montessori-Kinderhauses direkt gegenüber. So berichtete auch die Leiterin des Kinderhauses gegenüber Göldner schon von einer Reihe gefährlicher Situationen, seit der Aldi vor anderthalb Jahren eröffnete. Ein Fußgängerüberweg wurde bei der Planung mitbeschlossen –  die Freie Liste fordert ihn seit über einem Jahr ein, nichts passiert.  Die Verwaltung wiegelte bisher jeden Vorstoß ab mit der (grotesk wirkenden) Begründung: Ein Überweg an dieser Stelle sei geradezu gefährlich für querende Passanten. „Zur Unterstützung dieser Ansicht werden unhaltbare Vermutungen zum Verkehrsverhalten von Fahrzeugführern und Fußgängern aufgestellt“, kritisiert Klaus Göldner, dem sich – selbst Polizist – bei folgenden Behauptungen die Haare sträuben: Autofahrer brettern mit ungebremsten Tempo 50 vom Ring auf die Weberstraße ein und werden vor einem Zebrastreifen zur Vollbremsung gezwungen – und Fußgänger rennen generell ohne Rücksicht auf Verluste blindlings auf den Überweg, weil sie glauben, im Recht zu sein.

Link zu unserem letzten Bericht:

http://rundblick-unna.de/zebrastreifen-am-aldi-weberstrasse-schmort-seit-13-monaten-auf-langer-bank/

 

 

Kommentare (8)

  • Hans Bergmann

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    Die Stadt macht mal wieder nichts ?!
    Ok. Dann mache ich jetzt auch nichts mehr und gehe ab sofort nicht mehr zur Wahl.

    Wie lange soll die Diskussion noch dauern, bevor man mal reagiert ?????? Da platzt einem doch echt der Kragen !

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  • Bettina A.

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    Ich gehe jeden Tag mit meinen Kinden über den Überweg an der Hertinger Straße. Und jedesmal habe ich die Angst, dass wir von den abbiegenden Autofahrern zu spät gesehen werden.

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  • Raimund Stolle

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    Solche Fußgängerfallen gibt es woanders auch noch. Die Stadt hat doch schon einmal die Überwege wegen der Beleuchtung überprüft. Lieber die Sicherheit prüfen bevor etwas passiert.

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  • Ralf

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    Tut mir leid aber ich kann jetzt wirklich nicht verstehen, warum da am Aldi nicht endlich ein Zebrastreifen hinkommt. Langsam glaube ich auch, dass die Stadt hier auf Kosten der Sicherheit nur Recht behalten will.

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  • Andrea Zinsenhofer via Facebook

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    Ich persönlich halte das auch für sehr gefährlich. Eine Fußgängerampel fände ich sinnvoller

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Andrea Zinsenhofer, eine Ampel plant die Stadt dort erst recht nicht – es sei dort generell für einen Fußüberweg zu gefährlich, wieso auch immer nur dort… 😉

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    • Andrea Zinsenhofer via Facebook

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      Na dann 😉 Zebrastreifen kann ich wie gesagt nachvollziehen, aber eine Ampel dort fände ich sinnvoll.

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  • Wierumer

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    Ob ein Zebrastreifen auf der kurzen Abbiegespur analog Hertingerstraße gefährlich wäre oder nicht kann ich nicht beurteilen. Ich frage mich nur wer ihn nutzen soll. Vom KKH hatte ich lange Zeit die Möglichkeit das Verkehrsverhalten an der Weberstraße / Ecke Ring zu beobachten. Fußgänger entlang des Rings die die Weberstrassße queren gibt es selten bis gar nicht. Laufkundschaft vom bzw. zum Aldi gibt es ebenfalls selten und wenn quert die anschließend den Ring zum Westfriedhof was wesentlich gefährlicher ist. Der „Bringdienst“ für den Kindergarten quert die Weberstraße grundsätzlich an der Aldi Ausfahrt / Eingang Kindergarten. Wenn denn der Zebrastreifen als Sicherheit für die Kindergartenkinder dienen soll wäre eine Querungshilfe direkt westlich der Aldi Einfahrt sinnvoll. Dort wäre das von der Stadt befürchtete Gefahrenpotential auch nicht mehr gegeben.

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