Rundblick-Unna » Zankapfel Grundsteuer: Viele Städte erhöhen jetzt massiv – Absenkung in Unna gilt zunächst nur fürs (Bürgermeisterwahl-)Jahr 2015

Zankapfel Grundsteuer: Viele Städte erhöhen jetzt massiv – Absenkung in Unna gilt zunächst nur fürs (Bürgermeisterwahl-)Jahr 2015

Die Rolle des Buhmanns bei der wichtigen Grundsteuer B íst Unna für dieses Jahr erst einmal los: Die Kreisstadt hat die Abgabe wie berichtet um 7 Prozentpunkte gesenkt, während viele andere Städte landes- und auch kreisweit kräftig angehoben haben. 

Oder es jetzt Ende März sogar noch rückwirkend tun: Zu dieser haushaltsrettenden Maßnahme greift Werne. Hier gibt´s für die Grundbesitzer zum 1. Januar dieses Jahres einen saftigen Draufschlag von 36 Punkte. 2017 soll die Steuer nochmals steigen. Die Grünen im Stadtrat Werne hatten außerdem eine Anhebung der Gewerbesteuer gefordert, die jedoch abgelehnt wurde.
Der Steuersatz in der Kleinstadt Selm am Rande des Kreisgebiets zählt bereits seit 2012 zu den höchsten in ganz NRW. Von 445 auf 825 Punkte schoss dort der Hebesatz in jenem Jahr – fast eine Verdoppelung, gegen die 150 empörte Bürger erfolglos vor Gericht zogen. Eine „unzulässige Erdrosselungswirkung“ durch die massiv heraufgesetzte Steuer sahen die Richter am Verwaltungsgericht Gelsenkirchen nicht gegeben.
 Die – gleichwohl erfreuliche – Grundsteuersenkung in Unna begleiten aufmerksame Bürger durchaus kritisch. Auch sie mussten ja bereits eine massive Erhöhung hinnehmen – die Grundsteuer war 2013 auch in Unna schon fast verdoppelt worden. Damit liegt sie jetzt trotz der Absenkung in diesem Jahr immer noch deutlich höher als in Bergkamen – den 762 Punkten in Unna stehen 670 Punkte in der Nordbergstadt gegenüber.  Spitzenreiter Selm hat 825 Punkte zu bieten.
Der Bund der Steuerzahler kritisiert seit Jahren die Haushaltsverbesserungsversuche der Städte durch verteuerte Grundsteuer: Denn Vermieter können sie (und tun das meist auch) eins zu eins auf die Mieter umlegen. Diese zahlen damit die volle Zeche. Zur Verdeutlichung der Steuersprünge in Unna: Ein Mieter einer 80-m2-Wohnung in einem Fünf-Parteienhaus zahlte noch 2012 99 Euro im Jahr, 2013 und 2014 waren es 197 Euro und seit dem 1. Januar 167 Euro.
In der Abmilderung der Grundsteuerbelastung in Unna nur für 2015 – nicht etwa für den gesamten Doppelhaushalt 2015/2016 – sehen skeptische Bürger außerdem eher ein kurzfristiges „Wahlwerbegeschenk“ des Bürgermeisters:  Werner Kolter (SPD) möchte am 13. September bekanntlich für seine dritte Amtsperiode wiedergewählt werden.

Kommentare (3)

  • Michael Förster

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    Anscheinene hat die Redaktion keine tiefen Kenntnisse oder die Grundsteuer einfach nicht verstanden. Die Bürger Zahlen nicht XX% mehr sonder Prozentpunkte ! Ein himmelweiter Unterschied !

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Im Text ist bis auf eine Ausnahme von „Punkten“ die Rede, Michael Förster. Das gilt auch für alle weiteren Berichte zum Thema, die wir bisher veröffentlicht haben. Die vertiefende Kenntnis ist also durchaus vorhanden. Für den Hinweis auf das falsche Prozentzeichen bedanken wir uns, ist korrigiert.

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  • Elke Schmidt

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    Tolles „Geschenk“. Wir erhöhen nicht so hoch, wie wir eigentlich wollten und stellen die nicht so große Erhöhung als Senkung dar.
    Wenn er Geschenke verteilen will, soll er doch mal was sichtbares verschenken. Planschbecken, glatte Straßen, Zebrastreifen, Fußgängerzone, gepflegtes Grün….da gibt’s doch so viel …

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