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Interview: Zahn abgebrochen? Da lach´ ich doch drüber!

Silvia Rinke interviewte Zahnarzt Dr. Ulrich Nehlmeyer aus Unna-Massen über die heutigen Möglichkeiten in der ästhetischen Zahnheilkunde.

© Sergey Furtaev - Fotolia.com

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Dr. Ulrich Nehlmeyer

Zahnarzt Dr. Ulrich Nehlmeyer blickt mittlerweile auf eine über 20-jährige Erfahrung in der Zahnbehandlung und Implantatversorgung zurück. In unserem Interview spricht er über die Möglichkeiten der modernen ästhetischen Zahnheilkunde.

Zahn groß und klobig, der nächste klein, krumm und viele Zähne schon gelb anstatt hübsch weiß. Kein Schicksal mehr: Die moderne ästhetische Zahnheilkunde macht heute buchstäblich alles möglich. Ob Farbe, Form, Stellung der Zähne: Zahnarzt Dr. Ulrich Nehlmeyer erklärt, was heutzutage alles möglich ist und welche Methode sich individuell am besten eignet.

Herr Dr. Nehlmeyer, wieso verändern Zähne mit der Zeit überhaupt ihr Aussehen? Von Natur aus hat doch kaum jemand z.B. gelbliche und reinweiße Zähne abwechselnd im Mund.
Dr. Ulrich Nehlmeyer: Dass Zähne ihre Optik verändern, kann zahlreiche Ursachen haben, die natürlich eng mit dem jeweiligen Lebensstil zusammenhängen. Menschen altern und ihr Gebiss auch! Hinzu kommen Farbänderungen z. B. durch viel Tee und Kaffee, am besten dazu noch rauchen und irgendwann stellen sie fest: Das ehemals schön gleichmäßig weiße Gebiss hat sich verändert.  Restaurationen durch Füllungen helfen nicht mehr, Rückstände des Rauchens oder aus Getränken lagern sich auf dem Zahnschmelz ab, und diese gelblichen oder gräulichen Verfärbungen lassen sich auch nicht mehr mit herkömmlicher Zahnbürste und Zahnpasta wegputzen.

Für die meisten Menschen erheblich ärgerlicher sind deformierte Zähne. Welche Ursachen gibt es dafür?
Dr. Ulrich Nehlmeyer: Funktionsstörungen wie „Knirschen“ kann Zähne deformieren. Oder das Zahnmaterial leidet durch äußere Beschädigungen. Es kommt immer darauf an.

Und die Zahnheilkunde ist tatsächlich so weit, dass für jedes Problem eine Lösung parat ist?
Dr. Ulrich Nehlmeyer: Tatsächlich ist es uns mit Hilfe der ästhetischen Zahnheilkunde möglich, die Farbe, Form sowie auch die Stellung Ihrer Zähne nach individuellen Wünschen zu verändern. Da hat die Zahnmedizin in den letzten zehn Jahren wirklich riesige Fortschritte gemacht.

Welche Korrekturmöglichkeiten gibt es im Einzelnen?
Dr. Ulrich Nehlmeyer: In der ästhetischen Zahnheilkunde unterscheiden wir zwischen unterschiedlichen Behandlungsfeldern. Sind zum Beispiel Ecken an den Frontzähnen abgebrochen, ist eine spezielle Frontzahnfüllung aus modernem Zahnkunststoff bis hin zum Keramik-Veneer notwendig, die sich sehr genau ans Zahnumfeld anpassen lassen. Einfluss  auf die Art der Restauration hat die Ursachensuche nach dem Versagen der vorhergegangenen Behandlungsalternativen. Junge Fotomodelle haben andere Vorstellungen und Ziele als ein durch Lebenserfahrung gereifter Patient.

Mit Frontzähnen meinen Sie nicht nur die Schneidezähne…?
Dr. Ulrich Nehlmeyer: Nein, entscheidend ist der Gesamteindruck. Was sieht man, wenn der Patient lacht oder nur normal spricht. Manchmal hilft schon die Behandlung nur eines Zahnes das gewünschte Ergebnis zu erreichen, manchmal können es aber auch sechs oder bis zu zehn Zähne in einem Kiefer sein, die behandelt werden müssen.

Was sind denn Cerec?
Dr. Ulrich Nehlmeyer: Unter Cerec versteht man Restaurationen aus Vollkeramik, die millimetergenau computergestützt gefräst und angepasst werden.

Man hört – und liest – immer häufiger auch von „Veneers“. Erklären Sie, was das im Unterschied zu Cerec ist und wann diese Veneers zum Einsatz kommen?

Hauchdünne Keramikschalen: Veneers

Hauchdünne Keramikschalen: Veneers

Dr. Ulrich Nehlmeyer: Die Begriffsinhalte sind identisch. Veneers sind dünne – wirklich hauchdünne – Schalen aus Keramik, die absolut passgenau angefertigt und dann auf die eigenen Zähne aufgesetzt werden. Damit das Haftmaterial nicht durchschimmert – bei einer so dünnen Schale würde das mit normalen Haftmitteln kaum zu vermeiden sein – verwenden wir einen besonderen, farboptimierten Spezialkunststoff. Dieser garantiert gleichzeitig auch, dass die Schale farblich optimal und wirklich bombenfest sitzt.

Veneers schenken also ein optisch perfektes Gebiss?
Dr. Ulrich Nehlmeyer: Ja, und sie sind gleichzeitig auch eine dauerhaftere Alternative zur herkömmlichen Kunststoff-Frontzahnfüllung.

In welchen Fällen können Veneers eine vernünftige Alternative sein?
Dr. Ulrich Nehlmeyer: Wenn die Zähne stark verfärbt sind und sich die Verfärbung auch durch Bleaching nicht beseitigen lässt… das geschieht zum Beispiel bei Verfärbungen, die durch bestimmte Antibiotika verursacht werden. Bei leichten Fehlstellungen und Erosionen können Veneers ebenfalls die richtige Wahl sein. Oder schlicht dann, wenn ein Patient mit der Helligkeit seiner Zähne – wie sie etwa durch ein Bleaching realisiert wurde – noch immer nicht zufrieden ist. Wenn er – oder sie – noch weißere, strahlendere Zähne wünscht.

Gibt es nur eine Sorte dieser dünnen Haftschalen?
Dr. Ulrich Nehlmeyer: Nein, Veneers sind nicht gleich Veneers! Bei Material und Herstellungsverfahren gibt es deutliche Unterschiede! Ein optisch perfektes Veneer besteht aus handgearbeiteter Keramik. Dies im Unterschied zu Kunststoff-Veneers – auch Hybridveneers genannt – oder maschinell hergestellten, so genannten Cerec-Veneers. Die beste Wahl halte ich immer von Hand gefertigte Keramik-Veneers, aus Gründen, die ich eben bereits nannte. Für sie ist auch viel Geschick beim Einsetzen nötig. Aber nur das Ergebnis zählt!!!


Weiterführende Informationen zum Thema finden sie auch auf der Webseite von Dr. Ulrich Nehlmeyer unter www.zahnarzt-nehlmeyer.de

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