Rundblick-Unna » „Unna muss Michael kein Denkmal setzen – sie begegnen uns überall“

„Unna muss Michael kein Denkmal setzen – sie begegnen uns überall“

„Wie nah sind uns manche, die tot sind… und wie tot sind für uns manche, die leben.“ Rolf Stöckel, jahrzezehntelanger politischer Weggefährte und Freund Michael Hoffmanns, begann seine Traueransprache neben dem mit bunten Blumen überhäuften Sarg mit einem Zitat Wolf Biermanns. Wie nah sind uns doch manche, die tot sind…

Freigeist und Querdenker war dieser Mann, der so plötzlich gestorben ist, sagte Rolf Stöckel. Der Sozialdemokrat, ebenso wie vor ihm Trauerredner Jens Hebebrandt Mitglied im Humanistischen Verband des Kreises, erinnerte an den Politiker Michael Hoffmann. Einen Vollblutpolitiker, mit allen Wassern gewaschen. „Umtriebiger Kümmerer, Strippenzieher, Schlitzohr, Aufrührer, Machtpolitiker. Michael Hoffmann wollte lieber Hammer als Amboss sein. Was er bewegte, was er geleistet hat, wird uns jetzt erst bewusst nach seinem plötzlichen Tod.“

Der Machtpolitiker Michael Hoffmann scheiterte auch: bei der Nominierung zum ersten hauptamtlichen Bürgermeister Unnas gegen Wilhelm Dördelmann; oder bei der Nominierung zum Landtagskandidaten, wo ihm, erinnerte Rolf Stöckel, die eigenen Leute die Zustimmung verweigerten.

Doch aus jeder Niederlage ging er umso stärker hervor, noch entschlossener, für seine Stadt und die Menschen in seiner Stadt das Beste zu erreichen.

„Er war eine zentrale Figur, an der er sich reiben konnte“, zitierte Stöckel aus dem Nachruf des SPD-Stadtverbandes. Und er gestand sich keine Schwäche zu. „Obwohl er von seinem Gesundheitszustand wusste, hat er bis Mittwoch durchgestanden. Ein harter, ein einsamer Entschluss. Aber ein Entschluss, den wir respektieren müssen.“

Unna muss Michael Hoffmann kein Denkmal setzen, sagte sein politischer Weggefährte und Freund, „sie begegnen und überall.“ Ob Zirkus Travados (Bild re. oben), das Kulturzentrum Lindenbrauerei oder die Werkstatt im Kreis Unna – an ungezählten Einrichtungen hat Michael entscheidend mitgewirkt oder die Initiative dazu gegeben. Macht in diesem Sinne weiter, würde er uns aufrufen – streitet euch für das Beste dieser Stadt und der Menschen. Achtet auf eure Nächsten, bleibt neugierig, weltoffen, habt keine Angst vor Gegenwind. Vor allem vergesst das Wichtigste nicht: Lebensfreude.“ Und, ergänzte Rolf Stöckel bewusst oder unbewusst (?) vielsagend: „Feuert ruhig mal eine Rakete in den Himmel und schaut, was passiert.“

Trauerfeier Hoffmann

Kommentieren