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Wieder alles auf Start: CDU und FDP wollen Förderschul-Auflösungen sofort stoppen

Alles wieder auf Start – auch für das zeitintensiv ausgearbeitete neue Förderschulkonzept im Kreis Unna? CDU und FDP wollen jedenfalls bei einer gemeinsamen Regierungsübernahme in NRW sofort die Auflösung von Förderschulen stoppen.

FDP-Landeschef Christian Lindner kündigte am Dienstag auf seiner Facebookseite eine Sofortmaßnahme zum Erhalt der Förderschulen noch vor den Sommerferien an. Als erstes Resultat der Koalitionsverhandlungen wollen CDU und FDP Ausnahmen von der Mindestgröße beschließen, damit auch die auslaufenden Förderschulen erhalten bleiben könnten. Dies soll ein klares Signal an die Kommunen sein (also die Städte, Gemeinden und Kreise), dass die Landesregierung sie beim Erhalt der Förderschulen unterstützen wird.

Die Schließung vieler guter, funktionierender Förderschulen zugunsten der Inklusion (gemeinsamer Unterricht von Kindern mit und ohne Behinderungen an Regelschulen) hatte auch im Kreis Unna in den vergangenen Jahren für Unmut bei vielen Eltern und Lehrern ausgelöst. Die Eltern haben inzwischen mit der Abstimmung mit den Füßen begonnen: Immer mehr Kinder mit Beeinträchtigungen werden wieder an Förderschulen angemeldet.

Das hat auch im Kreis Unna bereits Konsequenzen: Die Sonnenschule in Kamen-Heeren (mit dem Förderschwerpunkt „Sprache“ für Kinder im Primarbereich) wird nicht wie geplant in diesem Sommer schließen, sondern zunächst 5 Jahre weiterlaufen. Eigentlich sollte der Standort in diesem Jahr aufgegeben und die Schule an die dafür vorgesehenen zentralen Standorte in Bergkamen und Fröndenberg umziehen. Doch im Februar beschloss die Kreisverwaltung, auf die aktuelle Entwicklung zu reagieren und die Standortaufgabe auszusetzen.

Im Herbst 2015, so hieß es in der damaligen Mitteilung des Kreises, seien Politik und Verwaltung beim Beschluss zum Umbau der Förderschullandschaft noch davon ausgegangen, dass die Schülerzahlen an der Sonnenschule bis zum Schuljahr 2017/18 auf rund 160 sinken würden. Statt dessen stiegen sie (auf aktuell ca. 180 Kinder).

Diese Zahl, so der Kreis, sei so groß,  dass  insbesondere die Räumlichkeiten am zentralen Standort Fröndenberg derzeit nicht ausreichen.

„Dass wir die Verlagerung der Schule um fünf Jahre aussetzen, ist in der Schuldezernentenkonferenz auf Kreis-Ebene bereits abgestimmt, und auch die Bezirksregierung hat schon grünes Licht gegeben“, unterstrich Schuldezernent Dr. Detlef Timpe.

Zu Beginn des neuen Schuljahrs im August 2016 wurde das gänzlich umstrukturierte Förderschulkonzept, das die Schließung verschiedener Standorte beinhaltet (unter anderem auch der Harkortschule in Königsborn), umgesetzt: http://rundblick-unna.de/neu-konzipierte-foerderschulen-starten-kreis-sieht-das-gute/

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