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Werkstatt-Projekt „Spiele ohne Grenzen“: Toleranz trainieren mit Mensch-ärgere-Dich-nicht

Toleranz und Respekt üben durch Mühle, Dame und Mensch-ärgere-Dich-nicht. Ja, durchaus: Das funktioniert! Den Beweis trat die Werkstatt im Kreis Unna mit einem besonderen Projekt an: „Spiele ohne Grenzen“. Ein Angebot für junge Leute, eingebettet in die internationale „Woche gegen Gewalt und Rassismus“.

„Toleranz fängt für mich im Kleinen an. Ich respektiere anderen Glauben, andere Lebensweisen und Kulturen. Jeder soll nach seinen Vorstellungen leben können“, sagt Yasin, 18-jährige Teilnehmerin von „Spiele ohne Grenzen“.  Diplompädagogin Katharina Berglar verdeutlicht: „Wir  wollen uns mit dem Projekt gemeinsam mit den jungen Menschen gegen Rassismus, Diskriminierung und Gewalt stark machen.“

Zehn Jugendliche erforschten die Frage: Gibt es Spiele, die in vielen Kulturen bekannt und einfach zu lernen sind? Kann ein Spiel eine Brücke bilden, damit Kinder und Jugendliche unterschiedlicher Herkunft in Kontakt kommen? Gibt es Spiele ohne Grenzen? Unter Anleitung von Diplom-Designerin Tania Mairitsch-Korte fanden die Jugendlichen Antworten: Ja, Spiele können eine Brücke sein.

 Dame, Mühle, Solitär, ja auch das gute alte Mensch-ärgere-Dich-nicht sind in vielen Kulturen bekannt und bestechen durch simple Regeln. Kinderleicht ist das, freuen sich die jungen Teilnehmer.  „Man kann sie fast ohne Worte miteinander spielen. Das haben wir ausprobiert“, sagt Denise begeistert. Die Jugendlichen gestalteten verschiedene Spielbretter und eine Weltkugel aus Pappmaché als Symbol für „grenzenlos“. An einer Litfaßsäule dokumentieren sie ihre Erfahrungen und Erlebnisse mit kurzen Texten, kleinen Zeichnungen und Fotos.

„Die Säule ist der Treffpunkt für den Informationsaustausch und macht durch ihre zylindrische Form ebenso Grenzenlosigkeit deutlich wie die Weltkugel“, erläutert Tania Mairitsch-Korte.
Neben den gestalterischen Aktionen haben die jungen Erwachsenen aber auch mit den Pädagogen über fremde Kulturen, Diskriminierung und Gewalt diskutiert. Ebenso stand das Thema im Werkstatt-Berufskolleg auf dem Lehrplan.

„Die Projektwoche sollte den Jugendlichen deutlich machen, dass jeder Mensch – unabhängig von Herkunft, Hautfarbe und Bildung – ein Recht auf Menschlichkeit und Würde hat“, betont Marion Velikonja, Abteilungsleiterin bei der Werkstatt und Mitglied des Runden Tisches gegen Gewalt und Rassismus. Zum Abschluss präsentierten die jungen Leute ihre Ergebnisse allen Interessierten und freuten sich auf einen Austausch zum Thema Toleranz. Die von den jungen Erwachsenen angefertigten vier Spieltische sollen die Besucher zum gemeinsamen Spiel einladen und zur Diskussion anregen.

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