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Werkstatt-Berufskolleg startet mit 120 Schülern in Unna

Das Werkstatt-Berufskolleg startet mit 120 Schülern in das erste Schuljahr. Foto: Werkstatt Unna

Das Werkstatt-Berufskolleg startet mit 120 Schülern in das erste Schuljahr. Foto: Werkstatt im Kreis Unna

Die jüngste Schule der Schulstadt Unna ist durchgestartet: Deutlich mehr Schülerinnen und Schüler als geplant, insgesamt 120, bereiten sich im „Werkstatt Berufskolleg“ seit September 2013 auf den Beruf vor. Das Berufskolleg der Werkstatt im Kreis Unna ist eine vom Land anerkannte und geförderte Berufsschule.

Sie versteht sich ausdrücklich nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung zu den drei Berufskollegs des Kreises Unna. Das Berufskolleg der Werkstatt richtet sich vornehmlich an benachteiligte Jugendliche ohne Schul- und Berufsabschluss. „Die Besonderheit besteht darin, Theorie, Praxis und pädagogische Begleitung aus 1 Hand zu organisieren. Dabei wird die praktische Qualifizierung in Ausbildungswerkstätten direkt mit dem Schul-Unterricht verbunden und gleichzeitig die pädagogische Unterstützung in Praxis und Unterricht integriert“, erklärt Herbert Dörmann, Geschäftsführer der Werkstatt im Kreis Unna.

Dieter Schulze, Schulleiter des Werkstatt Berufskollegs, ergänzt: „Wir nutzen die Chance, Jugendliche mit unterschiedlichsten Voraussetzungen auf eine qualifizierte Ausbildung und einen Arbeitsplatz im ersten Arbeitsmarkt vorzubereiten. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels darf kein Talent verloren gehen.“ Er setzt darauf: Von den 120 Jugendlichen, die aktuell die fünf Klassen des Berufskollegs nutzen, „wird auf jeden Fall über die Hälfte direkt einen Hauptschulabschluss erwerben“. Alle sollen anschließend entweder unmittelbar in eine Ausbildung oder Arbeit bzw. eine vollzeitschulische Berufsorientierung einmünden.

Mit dem eigenen Berufskolleg, das im Ausbildungszentrum auf dem Unnaer Brauereigelände in der Unnaer Innenstadt, sowie in den Werkstätten an der Viktoriastraße arbeitet, setzt die Werkstatt ihre erfolgreiche Arbeit fort. Seit 30 Jahren engagiert sich das Bildungs- und Beschäftigungsunternehmen als Motor einer offensiven lokalen Arbeitsmarktpolitik. Die 1983 gegründete Initiative ist inzwischen mit Standorten im gesamten Kreis Unna aktiv.

Die Werkstatt im Kreis Unna bietet Aus- und Weiterbildungen für Jugendliche, Frauen, Langzeitarbeitslose und Einwanderer. Aktuell werden in der Initiative rund 800 am Arbeitsmarkt besonders benachteiligte Personen gefördert. Das Team der gemeinnützigen Gesellschaft besteht aus rund 165 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen.

Über 500 Jugendliche profitieren aktuell von den verschiedenen Angeboten der Werkstatt. Das Bündel aus Berufsvorbereitung und überbetrieblichen Ausbildungsangeboten ergänzt die Werkstatt jetzt mit dem eigenen Berufskolleg. Acht Lehrer arbeiten hier eng mit Sozialpädagogen und Meistern zusammen.

Ziel ist es, das Lernen in der Praxis zum Mittelpunkt des Angebotes zu machen. Die Werkstatt verfügt dabei nicht nur über die gut ausgestatteten Werkstätten im Holz-, Metall- oder Malerbereich, sondern auch über Anleiter und Pädagogen, die seit Jahren mit benachteiligten Jugendlichen arbeiten. Die Planungen für das kommende Schuljahr gehen noch weiter: Neben den laufenden Berufsvorbereitungsklassen mit Hauptschulabschluss soll u.a. ein vollzeitschulisches Berufsorientierungsjahr in Metall- und Hauswirtschaft und ein Berufsgrundschuljahr in der Metalltechnik im Werkstatt Berufskolleg angeboten werden.

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