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„Vorbild für Bürger geben“: Stadt verschärft wieder Schutz ihrer eigenen Bäume

Die Baumschutzsatzung für „private“ Bäume ist zwar abgeschafft – städtische Bäume bleiben jedoch umso strenger geschützt:  Umweltausschusses und Baumschutzkommission müssen wieder für jeden Baum ab einem Stammumfang von 80 cm einbezogen werden. Bisher galt als Mindestumfang ein Meter.

Schon jeder Baum ab 80 cm Dicke auf städtischem Grund und Boden ist damit durch eine freiwillige Selbstverpflichtung der Verwaltung geschützt. Die Stadt legt sich damit selbst strengere Regeln auf; um, so begründet sie das in einer Mitteilung für den heutigen Umweltausschuss, den Bürgern „Vorbildfunktion“ zu geben.

Diese dürfen die Säge auf ihrem eigenen Grund und Boden seit dem 1. Januar 2015 nach Gusto kreisen lassen (ausgenommen sind Horstbäume), was namentlich die Grünen erzürnte und bis heute nicht rasten lässt. Sie befürchten Kahlschlag und haben dafür schon eifrig Beispiele gesammelt.

Die Baumschutzsatzung wurde freilich nur für private Bäume abgesägt. Für kommunale Bäume, so beschloss der Rat im Dezember, sollte sie zunächst weiterbestehen, bis sich die Stadt eine entsprechende Dienstanweisung ausgearbeitet habe. Diese liegt nun vor.

Bei der Ausarbeitung, betont die Verwaltung, habe sie „im Wesentlichen die bisherigen Regelungen der aufgehobenen Satzung übernommen“. Zusätzlich gilt sie jetzt eben wieder für jeden Baum, dessen Stamm 80 cm und dicker ist, und nicht erst ab einem Meter Umfang. Dieser Stammumfang von 100 cm war vor zwei Jahren eingeführt worden, um die Bürger zu entlasten: Denn die CDU wollte die Baumschutzsatzung schon damals für private Bäume am liebsten abschaffen, die SPD war jedoch (noch) dagegen.

Man einigte sich daher zunächst darauf, dass der Schutz erst für Bäume ab einem Meter Dicke gilt. Egal ob städtisch oder privat. Jetzt also gilt: Private Bäume sind gar nicht mehr geschützt – städtische dafür wieder strenger.

Der Umweltausschuss muss die Verwaltungsvorlage heute (17 Uhr, Ratssaal) lediglich „zur Kenntnis nehmen“. Als Dienstanweisung braucht sie keine politische Zustimmung.

Kommentare (1)

  • Ananda Gotam Kaur via Facebook

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    wofür soll denn das gut sein, wenn alle einfach Bäume fällen dürfen, ohne nachzudenken, werden die Wälder verschwinden und auch die Gärten mehr beflastert,, wodurch der Boden verdichtet wird, es mehr Überschwemmungen geben kann und die Tiere ihre Heimat verlieren..? aber die Stadt hält an den Bäumen fest…

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