Rundblick-Unna » Vor dem „großen“ zunächst ein „Kleiner Runder Tisch“ zur Landesstelle Massen – Termin: 2. Märzwoche

Vor dem „großen“ zunächst ein „Kleiner Runder Tisch“ zur Landesstelle Massen – Termin: 2. Märzwoche

Da es augenscheinlich ewig dauern kann, bis die maßgeblichen Verantwortlichen der Landesstelle Massen am „Großen Runden Tisch“ versammelt sind, will sich die Stadt Unna zunächst mit einem „Kleinen Runden Tisch“ begnügen. Einen solchen, sozusagen ein Beistelltischchen, kündigte Bürgermeister Werner Kolter heute Abend in der Ratssitzung an.

Michael Tietze SPD

Michael Tietze.

Dies auf höfliches, doch unverhohlen kritisches Nachhaken des Massener SPD-Ratsherrn Michael Tietze, der den Bürgermeister bei seinem Pflichtbewusstsein dem Bürger gegenüber zu packen gedachte. „Wir sollten nicht ewig auf Signale vom Land warten. Es wäre schön, wenn die Stadt mal selbst aktiv wird!“

Eine Bürgerversammlung zur (Wieder-)Nutzung der Massener Landesstelle als Flüchtlingsunterbringung war bereits für Jahresbeginn angekündigt gewesen (wir berichteten). Doch verzögerte und verzögert sich der Termin wieder und wieder: Denn das Land NRW als Eigentümerin des Geländes muss momentan mit Mann und Maus daran ackern, den nicht abreißenden Strom der Flüchtlinge zu kanalisieren. „Das Land hat eine wahnsinnige Flüchtlingswelle abzuarbeiten“, sprang Kolter für die Behördenkollegen in Düsseldorf und Arnsberg in die Bresche.

Weil aber nicht nur Ratsherr Tietze unter den Massener Bürgern  dringenden Informationsbedarf ausmacht, erklärt sich Bürgermeister Kolter bereit, zunächst eine kleine Runde von Verantwortlichen ohne Teilnahme eines Landesvertreters über die Konsequenzen aus der Umwidmung der Landesstelle zu informieren. Am „Kleinen Runden Tisch“ Platz nehmen sollen laut Kolter „einige Anwohner“, natürlich der Ortsvorsteher Dr. Peter Kracht, ein oder mehrere Vertreter der Kirche… Termin ist in der zweiten Märzwoche, also zwischen dem 9. und 14. 3.

Für Diskussionen und Ärger unter den Massenern sorgen Unruhen innerhalb und außerhalb der Landesstelle, teilweise kriminelle Übergriffe sowie die geplante Teilung des Geländes: Hier Flüchtlingsunterkünfte (für bis zu 800 Menschen), dort das Hochschulgelände. Getrennt durch –  so steht´s noch paragrafisch fixiert in der öffentlich-rechtlichen Vereinbarung zwischen Stadt und Land – einen begrünten Wall mit Zaunanlagen bis zu 2 Meter Höhe. Doch einen solchen Zaun (der auch Anwohner der Landesstelle mit „abzäunen“ würde) wird´s nicht geben, hat der Bürgermeister nach geharnischten Bürger- und Grünenprotesten bereits versprochen.

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