Rundblick-Unna » Vor Auto gelaufen: 7Jähriger in Dortmund schwer verletzt

Vor Auto gelaufen: 7Jähriger in Dortmund schwer verletzt

Der Alptraum aller Eltern – und Autofahrer!

Am frühen Donnerstagabend lief einer 25-Jährigen Dortmunderin ein kleiner Junge direkt vor das Auto. Die Fahrerin konnte nicht mehr bremsen und verletzte den Siebenjährigen schwer.

Die Dortmunderin war auf der Preußischen Straße im Dortmunder Stadtteil Eving unterwegs, als das Kind vom Gehweg aus zwischen zwei parkenden Fahrzeugen hervor auf die Fahrbahn lief.

Der Siebenjährige musste mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht werden, Lebensgefahr besteht aber wohl nicht.

Was passiert dem Fahrer in einem solchen Fall?

Das Oberlandesgericht Nürnberg hat in einem Urteil im Jahr 2010 (OLG Nürnberg, Urteil von 16.06.2010, Az. 8 U 2496/09) entschieden, dass der Autofahrer keine Schuld bekommt, wenn er die Geschwindigkeit entsprechend angepasst hat.

Straßenverkehrsordnung § 3 Geschwindigkeit (2a)
„Wer ein Fahrzeug führt, muss sich gegenüber Kindern, hilfsbedürftigen und älteren Menschen, insbesondere durch Verminderung der Fahrgeschwindigkeit und durch Bremsbereitschaft, so verhalten, dass eine Gefährdung dieser Verkehrsteilnehmer ausgeschlossen ist.“

Zwar schreibt die Straßenverkehrsordnung vor, dass der Fahrer seine Geschwindigkeit immer so anpassen muss, dass keine anderen Menschen gefährdet werden, das bedeutet aber nicht, dass in jedem Wohngebiet Schrittgeschwindigkeit (ca. 5 bis 7 km/h) gefahren werden muss – es sei denn es ist eine ausgewiesene Spielstraße.

Die Haftpflichtversicherung des Fahrzeughalters muss dennoch zahlen und Schadensersatz und Schmerzensgeld an das Kind leisten – auch, wenn der Fahrer alle Regeln der Straßenverkehrsordnung eingehalten hat.

Nachlesen könnt ihr den konkreten Fall HIER.

Kommentieren