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Volksbankräuber: Hinweise ja, Festnahme noch nicht – Polizei warnt vor Vorverurteilungen durch unbedachte Namensnennungen

Eine Rekordzahl von Zugriffen gab es nach dem Volkbank-Überfall in der Gartenvorstadt auf unseren Bericht und auf die über Facebook weiter verbreiteten Täterbilder. Dutzendfach wurden der Bericht und die Aufnahmen der Überwachungskamera via Facebook geteilt.

Zehn Tage nach der Veröffentlichung der Bilder, auf denen man den Täter gut erkennen kann, hat ihn die Polizei noch nicht festnehmen können. „Es gingen schon verschiedene Hinweise nach der Veröffentlichung der Bilder ein, von denen unsere Ermittler jeden einzelnen auch überprüft haben“, bestätigt Polizeisprecherin Ute Hellmann.

Mit Rücksicht auf die laufenden Ermittlungen fasst sie den momentanen Stand mit der Formulierung zusammen: „So weit, dass wir einen konkreten Fahndungserfolg vermelden können, sind wir noch nicht.“

Einem nur scheinbar konkreten Verdacht ging die Polizei nach, weil eine Rundblick-Leserin in der Kommentarfunktion unseres Berichts explizit einen Namen genannt hatte – sonst nichts. „Wir verfolgen diese Kommentare natürlich auch“, berichtet Ute Hellmann über diesen Fall, „und haben deswegen auch bezüglich dieses genannten Namens sofort mit der Dame Kontakt aufgenommen. Dabei stellte sich aber heraus, dass sie mit diesem Namen nicht den vermeintlichen Bankräuber gemeint hatte – sondern ihren Bekannten, der so heißt: Diesen wollte sie über die Kommentarfunktion einfach darauf hinweisen: Hallo, guck mal! Bei dir um die Ecke ist die Volksbank überfallen worden.“

Fatale Missverständnisse können durch solche unüberlegten Bemerkungen heraufbeschworen werden, weiß die Polizeisprecherin und warnt eindringlich vor – auch unbeabsichtigten -Vorverurteilungen. „Bitte gerade über die sozialen Netzwerke sehr, sehr vorsichtig mit Namensnennungen umgehen.“

Natürlich könnten sich aber in diesen Kommentaren und Anmerkungen auch konkrete Hinweise verbergen, „deswegen verfolgen wir sie auch sehr aufmerksam“, erklärt Ute Hellmann: In einem Fall vom Spätherbst – es ging um Brandstiftung an Mülltonnen – kam die Polizei gerade aufgrund eines solchen konkreten Hinweises auf Facebook auf die richtige Spur: Ein junger Mann hatte den verlinkten Rundblick-Bericht gelesen und in den sozialen Netzwerken offenbart, dass er den Täter kannte. „Nur eben gerade in den öffentlichen sozialen Netzwerken keine voreiligen Schlüsse ziehen“, bittet die Polizeisprecherin.

Volksbank Hertingerstr.

Am 19. November wurde in den Mittagsstunden die Volksbank in der Gartenvorstadt (Hertingerstraße) überfallen. Am 28. 11, veröffentlichte die Polizei die Täterbilder. Viele Hinweise gingen ein, gefasst ist der Bankräuber bisher noch nicht.

 

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