Rundblick-Unna » „Vielleicht mach´ ich sogar noch meinen Meister“: Werkstatt ebnete Weg in erfülltes Berufsleben

„Vielleicht mach´ ich sogar noch meinen Meister“: Werkstatt ebnete Weg in erfülltes Berufsleben

Nina Wendel geht mit schnellen Schritten direkt auf die Eingangstür des Sanitätshauses Feuerabend zu. So zielgerichtet war bisher der Lebensweg der 26-Jährigen nicht. Nach vielen Umwegen hat sie nun mit Hilfe der Werkstatt im Kreis Unna ihr Leben wieder in die Bahnen gelenkt: Nina startete im Juli 2014 ihre außerbetriebliche Ausbildung als Orthopädische Schuhmacherin bei der Werkstatt in Kooperation mit dem Sanitätshaus Feuerabend. Jetzt, nach einem Jahr, übernimmt das Dortmunder Sanitätshaus die Kamenerin in die betriebliche Ausbildung. Eine Erfolgsgeschichte, die Mut macht. Mut machen will.

Rückblick: Eigentlich wollte Nina Wendel nach dem Hauptschulabschluss  Justizvollzugsanstalt-Angestellte werden – die Voraussetzung dafür schaffte sie aus persönlichen Gründen nicht – Bewerbungen waren erfolglos. Weil sie keine Lehrstelle fand, vermittelte die Agentur für Arbeit Nina Wendel an die Werkstatt im Kreis Unna.„Für junge Menschen, die keinen Ausbildungsplatz bekommen, kann die Bildungseinrichtung – so  wie bei Nina Wendel – ein Sprungbrett ins Berufsleben sein“, sagt Nicole Aderholz von der Arbetisagentur.

Selbst zwei Stunden Zugfahrt jeden Tag schrecken nicht

Nina  nahm an der berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen mit produktionsorientiertem Ansatz der Werkstatt teil, zu der auch ein Praktikum gehört. „Aus der Maßnahme kannte ich Daniela, die auch bei Feuerabend die Ausbildung macht. Ihr macht die Arbeit Spaß, und der Betrieb gefällt ihr. Das machte mich neugierig!“,  erzählt die junge Azubine. „Nach dem ersten Tag dachte ich, wenn ich die Lehrstelle bekomme, bin ich der glücklichste Mensch auf der Welt.“ Jetzt ist sie es. Selbst die zweistündige Zugfahrt von Zuhause in Kamen zu ihrem Arbeitsort und zurück schreckt sie nicht.

„Für jemanden, der örtlich und beim Berufswunsch flexibel ist, steigt die Chance auf einen Ausbildungsplatz“, weiß Marion Velikonja. Die Abteilungsleiterin bei der Werkstatt betont, dass
allerdings auch Betriebe den jungen Menschen eine Chance geben müssen. Stefan Südmeyer, Ausbilder bei Feuerabend, ist einer von ihnen.

Werkstatt Unna Ausbildung Feuerabend (2)

„Nach vielen Gesprächen mit der Werkstatt wusste ich genau, worauf ich mich einlasse. Mit Daniela habe ich gute Erfahrungen gemacht und Nina ist auch handwerklich geschickt und passt gut in unser Team“, erklärt der Meister der Orthopädischen Schuhtechnik.Denn für diesen Beruf braucht man nicht nur handwerkliches Geschick, sondern auch Ehrgeiz und Fleiß, um sich das medizinische Wissen anzueignen.

„Wenn ich so gegen halb sieben nach Hause komme, esse ich und lerne dann oft noch. Die Ausbildung ist zu meinem Lebensmittelpunkt geworden“, erzählt Nina. Und ist optimistisch überzeugt, dass sie ihren weiteren Weg jetzt allein schafft: „Vielleicht mache ich ja irgendwann auch meinen Meister!“

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