Rundblick-Unna » Verzweifelt mit Panne auf Wilhelmshöhe… 20 min rasten alle vorbei und hupten. „Wieder helfen? Jederzeit!“

Verzweifelt mit Panne auf Wilhelmshöhe… 20 min rasten alle vorbei und hupten. „Wieder helfen? Jederzeit!“

Schon etwas verzweifelt wirkte die junge Frau auf dem Fahrersitz des Transporters, der da mit eingeschaltetem Warnblinklicht am Erdbeerfeld auf der Wilhelmshöhe stand. Autopanne am Freitagmittag an der B233, nichts ging mehr. Niemand hielt und niemand half – statt dessen wurde vorbeigerast und empört gehupt, weil der Transporter die Geradeausspur teilblockierte.

Bis endlich ein Pkw am Straßenrand stoppte, und für die 4 jungen Leute im Wagen, alle Anfang bis Mitte 20 war tatkräftiges Anpacken eine Selbstverständlichkeit.

Jakob S. aus Fröndenberg, der als Beifahrer in dem Pkw mitfuhr, schildert uns diese Geschichte, die wir als Beispiel zur Nachahmung einmal ausführlich wiedergeben möchten. 

Wilhelmshöhe Ampel mit Schild

„Am Freitag, 9. Juni 2017, gegen 13 Uhr fuhren wir (Fahrerin Janine R., Beifahrer: Jakob S., auf dem Rücksitz Sonja S. und Michael B.) auf der B 233 von Unna aus in Richtung Fröndenberg. An der Ampelkreuzung auf der Wilhelmshöhe (am Erdbeerfeld) stand ein weißer VW Transporter mit Warnblinker und Rucklicht halb auf der Geradeausspur und Standstreifen.

Wir wollten eigentlich links abbiegen nach Frömern. Als wir aber neben dem Transporter standen, sahen wir eine junge Frau auf dem Fahrersitz, die schon etwas verzweifelt aussah, weil sie nicht vom Fleck kam. Da haben wir nicht lange überlegt,  sind links abgebogen, um auf einem Parkplatz anzuhalten.“

Jakob griff sich schnell aus dem Handschuhfach eine Warnweste, zog sie sich über, holte vorsichtshalber das Warndreieck aus dem Kofferraum und ging zusammen mit Michael schnellen Schritts zur Ampelkreuzung. Beim Transporter angekommen fragten sie kurz, ob sie helfen könnten – und wie sie das konnten. Mit riesiger Dankbarkeit wurden die beiden Helfer in Empfang genommen.

Michael half einem Kollegen der jungen Frau, der inzwischen auf ihren Anruf hin zur Wilhelmshöhe geeilt war, das herausgesprungene rechte Rad wieder mit einem Wagenheber in die Lenkachse zu hieven, während Jakob mit dem Warndreieck die Pannenstelle absicherte. „Damit noch nicht noch mehr Leute vorbeirasten und hupten.“ Das war bis dahin nämlich reichlich geschehen. Vorbeigerast und empört gehupt statt sich kurz zu fragen: Kann man da wohl helfen?

Jakob schüttelt den Kopf. „Ich kann sowas nicht verstehen.“

Was passiert war, erfuhr Jakob dann von der jungen Frau. Sie war auf dem Weg nach Menden unterwegs, als es kurz vor der Kreuzung einen Ruck gab und sie das Auto nicht mehr lenken konnte.

Sie versuchte, vom Mittelstreifen herunter zu fahren, um den Verkehr nicht zu blockieren. Das ging aber nicht. Daraufhin schaltete sie den Warnblinker an und hoffte, dass jemand ihr helfen würde – aber die Hilfe blieb aus. Niemand stoppte. Statt dessen nur: empörtes Gehupe. Die Fahrbahn war schließlich zum Teil blockiert. Frechheit, am Freitagmittag mitten auf einer Kreuzung eine Panne zu haben, oder etwa nicht!!?

Mit wachsender Verzweiflung rief die junge Frau einen Kollegen um Hilfe an. „Bevor der Kollege dann kam, hatte sie schon 20 Minuten an der Kreuzung gestanden… und anstatt andere Autofahrer ihr zur Hilfe kamen, wurde sie nur angehupt“, gibt Jakob die Erzählung der jungen Frau wieder.

Ihr Kollege und Michael schafften es dann, das rechte Vorderrad wieder an der Lenkachse anzubringen. Danach berieten die 4 Helfer zusammen mit der jungen Frau und ihrem Kollegen, wie es weitergehen sollte mit dem Fahrzeug, das ja auf dem Standstreifen an der Bundesstraße nicht stehen bleiben konnte.

„Wir beschlossen dann, dass  wir den Transporter bis zu einem Parkplatz in Dellwig bringen und begleiten“, erzählt Jakob weiter. Gesagt, getan: Der Kollege stieg in den Transporter, die junge Frau ins Fahrzeug ihres Kollegen ein, und das Helferquartett stieg ebenfalls wieder in seinen Pkw ein. Mit maximal 35 km/h und Warnblinker rollte der Transporter von der Kreuzung herunter in Richtung Fröndenberg, und das Helferfahrzeug rollte hinterher, um schnell den Verkehr zu sichern, falls das Rad erneut aus der Lenksachse gesprungen wäre. „Damit keiner hinten drauf fährt“, erklärt Jakob.

Im vorsichtigtsten Tempo erreichte die kleine Pannenkarawane schließlich den Parkplatz in Langschede. „Als Dankeschön haben wir drei Bier und ein Wasser bekommen“, schließt Jakob seine Erzählung.

Und er beschließt sie mit einem eindringlichen Appell: „Wir alle sind richtig enttäuscht von den anderen Autofahrer, dass sie es nicht für nötig gehalten haben, ihre Hilfe anzubieten. Statt dessen fuhren sie weiter und hupten noch frech.

Wir werden trotzdem weiter helfen!!!“

 

Kommentare (6)

  • Mike

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    Finde ich super von den Helfern !

    Andersrum, wenn man sich nicht bemerkbar macht, kann einem auch nicht geholfen werden, dann gehen viele davon aus Hilfe ist schon unterwegs oder der Fahrer musste nur mal dringend telefonieren…

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    • Mario

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      Wie viel bemerkbarer als eine Teilversperrung der Geradeausspur muss des denn sein? Am besten gleich ganz quer auf die Straße stellen? Dann fährt wenigstens keiner mehr vorbei.

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  • Andreas Staemmler

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    Gut so, weiter so. Ich bin stolz auf Euch.

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    • Redaktion Rundblick-Unna.de

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      Dem schließen wir uns an, Andreas Staemmler!

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  • Redaktion Rundblick-Unna.de

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    Kommentare auf Facebook:

    Jakob Staemmler Wir haben gerne geholfen und das obwohl wir auch unter leichten Zeitdruck standen, weil der Tag anders geplat war wie Grillen am späten Nachmittag aber sind nicht böse das wir dann doch nicht Grillen konnten.
    Danke an Rundblick Unna für Bearbeiten und Veröffentlichen 👍👍

    Rundblick Unna Supergerne, Jakob, wir freuen uns immer sehr, wenn Leser uns solche Geschichten berichten und wir sie weitergeben können!

    Ju Li Schön das der Frau geholfen wurde. Wie man sieht ist das für viele keine Selbstverständlichkeit. Mir wurde letzes Jahr Gott sei Dank auch von einem Fahrer geholfen als ich kurz vor einem Kreislaufkollaps hinter seinem Auto anhielt. Im Krankenhaus angekommen wurde mir danach bewusst was passieren hätte können ohne Hilfe. Leider konnte ich mich bei dem Mann nicht bedanken. Wer vorbei fährt ohne zu helfen, sollte sich bewusst sein, das er der Nächste sein könnte der Hilfe braucht. Respekt an die Jungen Leute! Das habt ihr sehr gut gemacht.

    Lisa Hauptmann Respekt! So muss es sein! :-)

    Salvo Risadelli
    Gut gemacht 😎

    Moni Leyh-Vittinghoff Respekt den jungen Leuten.

    Nicky Müller
    Kenne ich selbst zu gut..ist jahre her da stand ich vor ner ampel..mein auto ging beim anfahren aus und net mehr an.. hinter mir ein fahrzeug mit bauarbeitern..am hupen und gestikulieren ich solle fahren…die sind schließlich an mir vorbei.. dahinter eine frau mit weisser kleidung half mir dann das auto zur seite zu schieben. Helfen ist nicht für jeden selbstverständlich.

    Anja Rabeneck Da soll noch mal einer auf die Jugend von heute schimpfen🙄! Da sollte sich so mancher mal ne dicke Scheibe von abschneiden!!!

    Claudia Adolf Ich finde es auch klasse,daß es noch Menschen gibt die nicht wegschauen 👍 Respekt

    Melanie Reinecke Das nenn ich Zivilcourage. … Respekt an die jungen Helfer 👍

    Anja Seißer Unfassbar…. und auch meinen Respekt an die Helfer!

    Elisabeth Auracher Finde ich einfach supper !

    Evelyn Hupe Ein großes Lob an die jungen Helfer ….

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  • M.B.

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    Ich sehe das etwas differenzierter. War da nicht mal etwas in der Fahrschule? Verhalten bei Unfall und Panne?
    War das einfach Motor abstellen und sitzenbleiben? Oder war da mal was mit Warndreieck, Warnweste und andere Verkehrsteilnehmer auf sich aufmerksam machen?
    1. Fahrzeug ordentlich absichern.
    2. Warnweste an und den anderen Autofahrern signalisieren, daß man Hilfe braucht. Wer nur auf dem Sitz klebt- und zwar nicht nach vorne gesunken, der darf sich nicht darüber wundern, daß ihm keiner hilft. Fast jeder geht dann davon aus, daß dort jemand auf bereits per Handy gerufene Hilfe wartet.
    Nichtsdestotrotz natürlich Lob für die Helfer.

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