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„Verkaufsoffener“ zum Westfalenmarkt diesmal ohne Zurbrüggen

Zum Westfalenmarkt am ersten Aprilwochenende in der Unnaer City will der City-Werbering wie üblich zum verkaufsoffenen Sonntag einladen; diesmal am 2. April. Kein Thema.

Der Stadtrat beschied den Antrag am Donnerstagabend bei 10 Gegenstimmen positiv. Nicht dabei wird in diesem Jahr aber das Wohnzentrum Zurbrüggen sein. Das in den Vorjahren übliche flankierende Sonntagsshopping-Event im Gewerbegebiet Feldstraße ist abgesagt.

Zurbrüggen hat seinen Antrag zurückgezogen, bevor er vom Verwaltungsgericht einkassiert wird. Denn gerichtlich sind in den letzten Monaten zahlreiche verkaufsoffenen Sonntage gekippt worden – weil sie nach Auffassung der Richter nicht die Maßgabe an Sonntagsöffnungen in NRW erfüllten: Den offenen Ladentüren muss ein Event zugesellt sein, das allein für sich mehr Besucher zieht als eben die offenen Ladentüren.

Mit dem Westfalenmarkt in der Unnaer City ist das mit hoher Wahrscheinlichkeit gegeben. Der Werbering wies die Magnetwirkung der mittelalterlich angehauchten Veranstaltung mit Zahlen nach. Mit erwarteten 7.700 Besuchern beim Westfalenmarkt selbst und 5.500 Kunden in den Geschäften besteht formal kaum die Gefahr eines richterlichen Vetos.

Zwar wurden in den nun 15 Jahren Westfalenmarkt bisher keine Besucher gezählt, insoweit kann die Verwaltung nur auf den verkaufsoffenen Sonntag am 1. Advent 2016 als Vergleichsmaßstab zurückgreifen. An diesem Sonntag führte die Stadt Besucherzählungen durch. Diese erscheinen ihr mit dem Westfalenmarkt-Wochenende vergleichbar. „Danach ist die prägende Wirkung des Westfalenmarktes gegeben und die Ladenöffnung stellt sich nur als Annex dar“, urteilt die Verwaltung, und die Politik sieht das mehrheitlich genauso.

Skeptisch bewertet die Stadt die Besucherzahlenrelation hingegen im Gewerbegebiet Zurbrüggen, zwischen B 1, Feldstraße, Massener Straße östlich der A1. Das Wohnzentrum – ebenfalls in der Pflicht, seinen offenen Türen ein publikumsträchtiges Event anzudocken – plante die erstmalige Veranstaltung „American Living“. Typische amerikanische Produkte, US-amerikanisches Bühnenprogramm, amerikanische Oldtimer.

Geschätzt wurden für diese Event-Premiere 8.500 Besucher, in den Geschäften 7.500 Besucher. Die Stadtverwaltung zweifelt diese Prognose an: Die Freifläche sei 5000 bis 6000 qm groß, die Gesamtverkaufsfläche hingegen 50.000 bis 60.000 qm – also bis zu 12 Mal größer als die Veranstaltungsfläche. „Das spricht nicht für eine positive Entscheidung“, schlussfolgerte die Stadt.

Das Urteil der Gewerkschaft Ver.di fiel noch deutlicher aus: „rechtlich nicht zulässig“, befand die Gewerkschaft und lehnte den Antrag im Übrigen auch generell ab.

Zurbrüggen verzichtet nun freiwillig auf diese Sonntagsöffnung, behält es sich aber vor, mit etwas zeitlichem Vorlauf weitere Sonderöffnungen zu beantragen.

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