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Verdiente Ehrung oder Personenkult? Rundblick-Leser zu „Michael-Hoffmann-Platz“ gespaltener Meinung

Den Platz vor dem ZiB und am Kulturzentrum Lindenbrauerei nach dem verstorbenen SPD-Politiker Michael Hoffmann umbenennen: Unsere Leser auf Rundblick und via Facebook sind in ihrer Meinung gespalten. Hier ein Stimmungsbild zu dem Bürgerantrag, der Lindenplatz möge zum „Michael-Hoffmann-Platz“ werden. Gabriele Köhnemann hat dafür 230 Unterschriften gesammelt.


„Sehr gute Idee, den Platz nach ihm zu benennen“, freut sich Heidi Baumgart. „Ich bin absolut dafür!“

„Tine No“ wendet ein (und erhält dafür viel Zuspruch): „Nichts gegen Herrn Hoffmann, wirklich. Aber ganz im Ernst: Plätze und Straßen umbenennen? Leute, haben wir wirklich soviel Geld übrig?“ Wenn etwas neu benannt werden müsse – schön und gut. „Aber für so ´nen Quatsch hätte der Herr Hoffmann (so wie ich ihn gekannt habe) absolut kein Verständnis. Und das hat hier nichts mit mangelnder Würdigung seines Lebens und Schaffens zu tun, sondern mit Steuergeldverschwendung, finde ich!“

Helga Fiedler schließt sich den Bedenken an; aus anderen Gründen: „Ich finde diese Art von Personenkult überaus bedenklich. Michael Hoffmann … Ton Steine Scherben …. Rio Reiser …. Beziehungsgeflechte sind intensive Momente … auch über den Tod hinaus. Ist das immer richtig??“

Barbara Möller ist überzeugt: „Jeder hätte es verdient. Aber innen drinnen – da sollte er erhalten bleiben.“

Das findet auch Stefan Paschedag. „Ich glaube auch, dass er als Mensch und Lokalpolitiker nicht vergessen wird. Mit oder ohne Platzumbenennung.“

Anders wiederum Will Dirla: „Ich kannte Michael über 40 Jahre, Beispiel Abenteuerspielplatz in Konigsborn und Spagettiessen bei ihm zu Hause. Gebt ihm seinen Platz, er hat ihn verdient.“ Auch Jens Fabri unterstreicht: „Er hat es verdient, solch eine Ehre zu bekommen!!“

Skeptisch ist hingegen Sabine Bytyqi-Neuhaus: „Respekt vor Michael Hoffmann und seiner Arbeit für Unna… aber ich finde es etwas zu viel des Guten… nicht jedem war er ein Begriff!“

Margarethe Strathoff schreibt „… als alte Bekannte sowie auch als Freundin“ Michael Hoffmanns. „Er hätte eine besondere Würdigung für unsere Stadt verdient. Nicht nur, dass er sehr sozial war und sich u.a. für das ZiB/Lichtkunst sowie immer für die Werkstatt Unna eingesetzt hat. Natürlich hatte er auch Widersacher, Neider und politische Gegner, aber seine Stadt Unna und dessen Bewohner lagen ihm immer am Herzen. Hier geht es um eine Geste und für ein Dankeschön, dass er sich mehr als 40 Jahre für diese Stadt und die hier lebenden Menschen eingesetzt hat. Wer kann das schon von sich behaupten?“

Noch weiter holt Sascha Krieg aus: „Michael Hoffmann war der beste Politiker, den unsere Stadt je gehabt hat! Es wird NIE jemanden geben, der Michael Hoffmann auch nur ansatzweise das Wasser reichen könnte! Noch nicht einmal unser Bürgermeister ist so beliebt, wie Michael es war!!! Er hat vieles für Unna getan, und deshalb ist ihm diese „letzte Ehre“ definitiv zu erweisen!“

Kritischer sieht einen „Gedenk-Platz“ für Michael Hoffmann hingegen Annette Kaufmann. „Nur weil er mehr in der Öffentlichkeit stand als all die Namenlosen, die tagtäglich viel für ein gelingendes Leben in Unna tun, muβ man ihm nicht gleich ein Denkmal setzen. Als Politiker war es seine Pflicht, sich zu kümmern! Und nicht jeder Bürger ist sein Fan! Wir sollten die Kirche im Dorf lassen und den öffentlichen Platz auch für alle ‘offen’ lassen! Ich schlage ein paar zu pflanzende Linden vor mit Bänken zum Verweilen, damit wird er seinem Namen eher gerecht!“

„Hanno“ argumentiert ebenso energisch dagegen: „Mit Rio Reiser oder Platz der Kulturen war auch nicht jeder einverstanden! Und trotzdem heißt es jetzt so…. Michael Hoffmann war eine öffentliche Person und hat sehr viel seiner Freizeit und Energie für diese Stadt eingesetzt. Ich finde, dass das Anlass genug ist, ihn mit der Benennung einer Straße oder eines Platzes zu ehren!“ Doch Annette Kaufmann bleibt dabei: „Man kann den Personenkult auch übertreiben!“

Schließlich diskutiert auch ein „Exil-Unnaer“ aus den Niederlanden mit: „Nach allem, was ich bei Rundblick Unna über Michael Hoffmann erfahren habe, bin ich der Überzeugung, daß er das verdient hat“, findet Helmut Brune. „Ich hätte auch sofort und ohne Bedenken unterschrieben.“

 

Kommentare (1)

  • Helmut Brune

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    Na ja, das ist der Vorteil einer öffentlichen Diskussion, die verschiedenen Meinungen können wir gegen einander wägen. Wie dem auch sei, noch nie habe ich von einem Unneraner soviel positives gehört als von Michael Hoffmann. Er muß also eine herausragende Persönlichkeit gewesen sein. Ich glaube nicht so in Personenkult, denn warum werden dann Straßen und Plätze nach nationalen Politikern und Präsidenten benannt? Innerorts sollte die Möglichkeit bestehen um Personen zu ehren, die Außergewöhnliches für die Gemeinschaft geleistet haben.

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