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Vater geht auf Grapscher seiner Tochter (15) los – Verfahren eingestellt

Nach der sexuellen Nötigung einer 15Jährigen im Sommer in Menden-Lendringsen sah der Vater des jungen Mädchens offenbar Rot. Er soll den vermeintlichen Grapscher seiner Tochter angegriffen und dabei einen Freund des Verdächtigen verletzt haben – deshalb stand der 49jährige Familienvater jetzt vor dem Mendener Amtsgericht. Das Verfahren soll gegen eine Geldauflage eingestellt werden.

Die 15Jährige war im Sommer 2016 von einem volltrunkenen Asylbewerber aus Afghanistan belästigt worden, als sie auf einem Spielplatz auf ihren Freund wartete. Wie berichtet, war der 26Jährige im Dezember zu 10 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. http://rundblick-unna.de/volltrunken-junges-maedchen-in-park-begrapscht-bewaehrung-und-sozialstunden-fuer-26jaehrigen/

Nur einen  Tag nach dem Übergriff habe das junge Mädchen den Täter zufällig nahe des Lendringser Bahnhofs wiedergetroffen, heißt es in einem Folgebericht der Mendener Westfalenpost (WP online). Die 15Jährige ging nach Hause, berichtete ihrem Vater von dem unvermuteten Wiedersehen – und dieser stieg sofort ins Auto und fuhr zum Bahnhof.

„Ich wollte ihm drohen, das gebe ich zu, und ihm Angst machen, damit er meine Tochter in Ruhe lässt“, zitiert die WP die Aussage des 49-Jährigen jetzt vor dem Amtsgericht. Laut Anklage griff der wütende Vater allerdings darüber hinaus zur Selbstjustiz in Form einer Eisenstange: Mit dieser sei er auf den Flüchtling losgegangen und habe dabei einen Bekannten des Afghanen, der eingreifen wollte – ebenfalls ein Asylbewerber – verletzt.

Der 49Jährige stritt das ab, behauptete, er habe lediglich zum Selbstschutz ein Eisenprofil  in der Hand gehalten. Fest stand jedenfalls, dass der 22-jährige Afghane eine Kopfverletzung erlitt. „Wenn ich den Peiniger meiner Tochter mit einer Eisenstange wirklich hätte verletzten wollen, dann wäre die Folgen deutlich schlimmer gewesen“, wird der Hobby-Kraftsportler in dem Bericht zitiert.

Das Verfahren wird voraussichtlich gegen die Zahlung eines Geldbetrags durch den Familienvater eingestellt werden. Staatsanwaltschaft und Richter mussten die „emotionale Ausnahmesituation“ des Familienvaters gegen das triftig begründete Verbot von Selbstjustiz abwägen.

Quelle Gerichtsbericht: http://www.wp.de/staedte/menden/vater-uebt-selbstjustiz-an-teenie-grapscher-id209421119.html

Kommentare (13)

  • Helmut Brune

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    Da kann man sich fragen, wie man selbst handeln würde, wenn die Tochter mit einer solch schlimmen Meldung nach Hause kommt.

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    • Silvia Rinke

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      Allerdings, Helmut, das vermag wohl niemand zu beurteilen, der es nicht selbst erlebt. Die „emotionale Ausnahmesituation“ des Vaters wurde vom Gericht denn auch berücksichtigt.

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  • Andrea

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    Wenn jemand meine Tochter anfassen würde, würde ich genauso handeln!

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    • Silvia Rinke

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      Da wärst du glaube ich nicht die einzige, Andrea. In manchen Situationen ist es vermutlich kaum noch möglich, sich zu kontrollieren. :-/

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      • Andrea

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        Ich denke, so würde jeder reagieren, der seine Familie liebt. Von daher die Reaktion des Vaters für mich vollkommen nachvollziehbar. Ich hatte schon früher ein Problem in der Schule, wenn jemand meinem kleinen Bruder etwas getan hat^^

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        • Silvia Rinke

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        • Silvia Rinke

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          .. kleinen Brüdern ist sowas aber zuweilen peinlich, große Schwester. 😉

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  • fürst

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    Hoffentlich war es dem Grapscher eine Lehre!
    Dem Vater rufe ich „Bravo!“ zu und wünsche ich starke Nerven und alles Gute!

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    • wunderlich

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      @ Rundblick:
      Besteht die Möglichkeit, dass die Berichte irgendwie in Form von einfachen Bildchen eingestellt werden?
      Dann wäre vielleicht auch Fürst in der Lage, Inhalte zu verstehen und würde nicht so eine schwachsinniges Bravo zu der Verletzung eines am Ursprungssachverhalt völlig Unbeteiligten herauspoltern.

      Selbstjustiz kann man nicht gutheißen … wenn es sicher auch ein gewisses Verständnis gibt.

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      • Silvia Rinke

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        Ich stimme dir in diesem Punkt stoßseufzend! zu. Die Variante mit den Bildchen bzw. Piktogrammen überdenken wir mal.

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  • keiner

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    Aha. Typisches Kommentariat in Deutschland. Wer seine Familie liebt, muss zu Selbstjustiz greifen.

    Geht’s eigentlich noch? Schon alle im Trumpf-Wahn?

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    • fürst

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      Trump wechselt die Justizministerin aus, fegt die Lügenpresse weg: Zack, so geht das, bzw. so kann es gehen.

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  • Willy

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    Ich habe keine Tochter und wüsste nicht, wie ich reagiere aber ich kenne einen, der wurde für so eine Aktion, allerdings deutlich derber, lange Zeit eingesperrt. Für ihn besonders tragisch, dass er den falschen, einen völlig unschuldigen Menschen bestraft hat.

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