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Unnas Skatepark wird überregionales Vorzeige-Objekt

20 000 Euro würden Flutlichtmasten für den Skatepark Unna kosten. Foto: Maggie Strathoff

Schon bei der Eröffnung war der Skatepark Unna sehr gut besucht – und bald können die Skater auch Abends loslegen . Foto: Strathoff

Der Skate- und Bikerpark an der Hansastraße mausert sich zum überregionalen Vorzeigeobjekt. Ein Team des WDR-Fernsehens drehte am vergangenen Donnerstagnachmittag vier Stunden lang vor Ort und strahlte den Beitrag am Montagabend in der Lokalzeit Dortmund aus.

Zwei Umstände erschienen dem WDR sehr bemerkenswert: zunächst, dass die Anlage – nach 20-jähriger Diskussionsphase – am Ende von Jugendlichen der Stadt durchgesetzt wurde, „mit hartnäckigem Engagement“, wie der Sender respektvoll formulierte. Der eigentliche Aufhänger für den Dreh zu diesem Zeitpunkt war jedoch die Flutlichtanlage, die der Skatepark bekommen wird – „als einer der ersten im Land“, lobt der WDR. Und auch diese wegweisende Beleuchtung ist wieder bürgerschaftlichem Engagement zu verdanken.

Strathoff: „Hartnäckiges Engagement der Jugendlichen“

Überrascht von der Anfrage des WDR zeigte sich Margarethe Strathoff, die das „hartnäckige Engagement der Jugendlichen“ in der vergangenen Ratsperiode mit ihrer eigenen Hartnäckigkeit als SPD-Jugendpolitikerin massiv unterstützt hatte. Nachdem sie den Beitrag am Montagabend in der Lokalzeit gesehen hatte, war sie sehr stolz auf „ihre“ Jugendlichen, und ja, auch ziemlich erleichtert. „Ich hatte so ein bisschen befürchtet, dass die Sendung einen Negativ-Touch bekommen würde“, gestand sie ein, „so nach dem Motto: Unna bekommt 20 Jahre keine Skateranlage auf die Reihe.“ Zu Margarethe Strathoffs Freude konzentrierte sich der Beitrag aber ausschließlich auf das Engagement der Jugendlichen und die bürgerschaftliche Unterstützung durch Sponsoren und Spendengeber.

„Für ihren Platz haben die Skater und Biker Unnas jahrelang gekämpft“, stellte WDR-Redakteurin Cordula Krell in dem Bericht anerkennend heraus. „Sie waren in Ratssitzungen, stellten ihre Wünsche und Pläne dort vor – aber dabei beließen sie es nicht: Sie sammelten Unterschriften und Spenden. Über 60 000 Euro brachten die engagierten Jugendlichen auf, 100 000 Euro übernahm die Stadt.“ Der Bericht blickt anschließend auf die schwierige Standortfindung zurück – groß genug, zugleich aber bezahlbar musste die Fläche sein, zudem mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichebar und am besten noch so gelegen, dass nicht gleich nach dem ersten Tag Nachbarn wegen Lärmbelästigung aus der Kiepe springen.

Vier Jahre Planung für den Skatepark

Die Sponsorentafel zeugt von der Freigebigkeit der Unnaer Betriebe: 68 unterstützen das Skaterparadies an der Hansastraße bereits. Nun müssen zusätzlich Strompaten für die Beleuchtung gefunden werden. Fotos: Silvia Rinke

Die Sponsorentafel zeugt von der Freigebigkeit der Unnaer Betriebe: 68 unterstützen das Skaterparadies an der Hansastraße bereits. Nun müssen zusätzlich Strompaten für die Beleuchtung gefunden werden. Fotos: Silvia Rinke

Allein diese Planung nahm bekanntlich vier Jahre in Anspruch, bis sich Verwaltung und Politik am Ende mit den Jugendlichen auf das Grundstück etwas außerhalb der Stadt im Industriegebiet nahe der A1 einigten. Statt des üblicheren Holzunterbaus, unterstreicht der WDR außerdem, entschied man sich für eine gegossene Betonbahn. „Das gilt in Skaterkreisen als etwas Besonderes.“

Etwas sehr Besonderes ist auch die Flutlichtanlage, die der Skate- und Bikepark als einer der ersten im Land bekommen soll: Bis zum Herbst werden die sechs Lampen rund um die Betonwanne installiert sein, erfuhr Margarethe Strathoff nach Rückversicherung bei der Stadtverwaltung. „Ca. 1500 Euro wurden in den letzten Monaten allein fürs Licht gespendet“, freut sie sich. Um die abendliche Beleuchtung durchzusetzen (damit bei waghalsigen Sprüngen und Schussfahrten im Halbdunklen die Verletzungsgefahr minimiert wird) hatten Skater und Biker noch ein weiteres Mal die (politischen) Entscheidungsgremien mobilisiert.

Und wieder kümmerte sich (und kümmert) Margarethe Strathoff um das Handling der Spendenaktion, denn mit dem Anschaffen und Aufstellen der sechs Lampen allein ist es nicht getan: Die Strom- und Wartungskosten müssen zusätzlich finanziert werden. Entsprechend finanzierte die Stadt das Lampen-Sextett selbst mit 25 000 Euro aus Haushaltsmittelresten, während die Betriebskosten über ein „Lichtpaten“-Spendenkonto gedeckt werden.

„Erfolg auf der ganzen Linie“, fasst Margarethe Strathoff das Projekt glücklich zusammen. Ein wenig bangt sie, wenngleich selbst nicht mehr im Rat, vor einer politischen Debatte „Skatepark versus Eissporthalle“ – das Kufenflitzerparadies am Bergenkamp offenbart wie berichtet eine existenzbedrohlichen Sanierungsstau. „Bloß jetzt nichts gegeneinander aufrechnen“, bittet die frühere Jugendpolitikerin. „Wenn wir uns schon Stadt des Lichtes nennen, können wir gerade unsere Jugend – unsere Zukunft – nicht im Dunkeln stehen lassen!“ (sia)

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