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Unna hält Zuschusshalbierung für Werkstatt aufrecht – nimmt aber konkret die Nachbarn in die Pflicht

Es geht um nicht weniger als eine Viertelmillion Euro – jährlich – für die Werkstatt im Kreis Unna. Unnas Bürgermeister und die Ratsfraktionen werden die kommunalen Nachbarn nicht aus ihrer Mitverantwortung für den kreisweit tätigen Bildungsträger entlassen – das wurde bei der Haushaltsverabschiedung am Donnerstag erneut deutlich. Er heiße aus guten Gründen „Werkstatt im Kreis Unna“ und nicht einfach „Werkstatt Unna“, so der Tenor.

Auf folgendes Vorgehen einigten sich die Fraktionen:

Der Vorschlag des Kämmerers, der Werkstatt die Hälfte des städtischen Zuschusses zu streichen – 250 000 Euro – bleibt vorerst bestehen. Auf Anregung der SPD werden jedoch im ersten Halbjahr 2015 zunächst intensive Gespräche mit den Nachbarn Kamen, Bergkamen, Werne sowie dem Kreis Unna aufgenommen. Alle vier sind momentan nicht – bzw. nicht ausreichend (aus Unnaer Sicht) – an der Finanzierung der Werkstatt beteiligt.

Im Gespräch mit Rundblick äußerten sich die Bürgermeister von Kamen und Bergkamen, Hermann Hupe und Roland Schäfer, zurückhaltend. Beide signalisierten zwar Gesprächsbereitschaft, verwiesen aber auch auf ähnliche Bildungsprojekte in ihren eigenen Städten. Hermann Hupe kritisierte, dass Unna die Nachbarn mit seinem Kürzungsbeschluss praktisch vor vollendete Tatsachen gestellt habe statt zunächst vorab das Gespräch zu suchen.

Gegen die Halbierung der Werkstatt-Förderung ist explizit die Freie Wähler-Fraktion (FW/FLU). Die Werkstatt muss ihrer Ansicht nach unverändert weiter 500 000 Euro aus der Stadtkasse bekommen, jeweils die Hälfte ist Sockel- und Spitzenfinanzierung.

Zugleich seien intensive Gespräche nötig – und zwar allen voran mit dem Kreis, betonte Fraktionschef Klaus Göldner in seiner Haushaltsrede. Denn „ideal wäre, wenn der Kreis die Finanzierung übernähme und die Kreisumlage entsprechend anpasste.“

Um bis dahin die Arbeit der Werkstatt zu sichern, schlägt FW/FLU folgende Gegenfinanzierung aus dem Stadtsäckel vor:

– Einen Teil des Geldes erbringt die Werkstatt durch „interne Konsolidierung“ selbst;

– ein Teil wird aus dem zusätzlichen Betrag für die Grünpflege (250 000 Euro im Jahr 2015) zur Werkstatt umgeschichtet – diese übernimmt im Gegenzug die Grünpflege;

– 150 000 Euro sind durch erhöhte Kürzung von „Sachmitteln“ einzusparen. Dazu zählen auch die Fraktionszuwendungen.

Die Freien Wähler sind überzeugt: „Jeder Euro, der bei der Werkstatt zu viel eingespart wird, rächt sich später durch notwendige staatliche Transferleistungen.“ Sprich: Arbeitslosengeld, Hartz IV und Co.

Werkstatt Unna 30 Jahre

Zur 30-Jahres-Feier der Werkstatt Ende August strömten Gäste aus dem ganzen Kreisgebiet. Die Finanzierung ist ebenfalls Sache aller, beharrt Unna.

 

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