Rundblick-Unna » … und da waren´s nur noch zwei Freie Wähler: Hißnauer wirft hin und hinterlässt FW/FLU-Minifraktion

… und da waren´s nur noch zwei Freie Wähler: Hißnauer wirft hin und hinterlässt FW/FLU-Minifraktion

Nach der Selbstzerlegung der Piraten erlebt die nächste Ratsfraktion zumindest eine Teilsprengung – und wird damit auf Minimalfraktionsstärke eingedampft.

Jörg Hißnauer hat heute dem Vernehmen nach telefonisch bei Bürgermeister Werner Kolter seinen Austritt aus der Freie Wähler-Fraktion FW/FLU erklärt. Auf Deutsch: Der Vizefraktionsvorsitzende hat hingeworfen.

Ohne im Übrigen seinen Vorsitzenden Klaus Göldner oder seinen Parteivorsitzenden Michael Schwering über diesen gravierenden Schritt informiert zu haben. Weder vorher noch bis  hinterher, jedenfalls wusste Göldner bis zum späten Abend noch nicht mehr, als ihm selbst seit dem Nachmittag über Dritte zugetragen worden war.

Gegenüber Rundblick gab Göldner folgende kurze Stellungnahme per Mail ab: „Ich möchte es gerne offiziell haben, bevor ich mich äußere. Auch weiß ich noch nicht, wie sich die Angelegenheit auf unsere Listenverbindung auswirkt.“ Mit Hißnauers Hinwerfen sitzt Göldner nun allein mit Franz-Josef Klems für die FW/FLU-Fraktion im Rat, sieht seine Freien Wähler damit auf die Minimalgröße von Linkspartei und FDP eingedampft.

Klaus Göldner, FW/FLU

Klaus Göldner: „Wünsche ihm viel Glück bei seiner unsteten Suche nach einer politischen Heimat.“

Einen Grund für seinen Austritt habe er Hißnauer nicht gegeben, versichert Klaus Göldner. „Wenn er geht, wünsche ich ihm viel Glück bei seiner unsteten Suche nach einer endgültigen politischen Heimat.“

Hißnauer war nur kurze eineinhalb Jahre Mitglied der Anfang 2013 neu zusammengeschlossenen FW/FLU-Liste. Sein Bündnis zuvor – als Freier Wähler hatte er sich mit der FDP zusammengetan – ließ er Knall auf Fall ganz ähnlich platzen wie jetzt seine Fraktionsmitgliedschaft: Er informierte seinerzeit den FDP-Fraktionschef Martin Bick per SMS und über die Presse, dass Schluss sei.

Den Informationen vom heutigen Abend zufolge will Jörg Hißnauer – ebenso wie die beiden Piraten-Ratsvertreter Christoph Tetzner und Heike Palm – als fraktionsloses Mitglied im Rat bleiben. Das wären dann drei Fraktionslose plus – noch – sechs Fraktionen: Der Unnaer Rat wird im Vergleich mit anderen kommunalen Parlamenten zunehmend exotisch.

Für politsche Beobachter kam Hißnauers Schritt indessen nicht überraschend – pätestens nach der Ratssitzung am vorletzten Donnerstag war es eine Scheidung mit Ansage: Als sein Chef Klaus Göldner nämlich für seine Haushaltsrede zum Rednerpult ging, stand Hißnauer im selben Moment auf und verließ den Ratssaal – in einem demonstrativ wirkenden Akt. Rundblick berichtete. Besonderer Affront: Hißnauer ging  gemeinsam mit Göldners Intimfeind Rudolf Fröhlich, demParteisprecher der CDU.

Rein theoretisch könnte der fraktionslose Freie Wähler Hißnauer nun natürlich als Nächstes zur CDU weiterziehen. Er würde die zweitgrößte Ratsfraktion  damit auf 13 Ratsvertreter verstärken. Doch scheint es unwahrscheinlich, dass sich die Christdemokraten auf dieses Risiko einlassen würden: Denn allzu verlässlich und berechenbar hat sich Hißnauer seinen bisherigen politischen Partnern gegenüber nicht wirklich gezeigt…

 

Kommentare (1)

  • meyer

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    Scheint nur ein lästiges Anhängsel für Koalitionen zu sein. Disqualifiziert sich so für konstruktive politische Arbeit.

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