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UKBS regt kreative Ideen zur Flüchtlingsunterbringung an: „Integration leben“ in normalen Mietkomplexen

Der Flüchtlingsstrom hält unvermindert an, die Aufnahmestellen (auch die Massener Landesstelle) sind am Aufnahmelimit. Deshalb richten sich die heimischen Wohnungsunternehmen wie die UKBS darauf ein, diese Menschen verstärkt in „normalen“ Mietwohnungen unterzubringen. Und zwar gezielt in Mietkomplexen, in denen auch einheimische Familien wohnen. Denn Integration „muss gelernt und gelebt werden“.

„Wir haben das Problem erkannt und wollen unseren Beitrag zur Lösung liefern“, erklärte der Geschäftsführer der Unnaer Kreis-Bau- und Siedlungsgesellschaft, Matthias Fischer, heute bei der Eröffnung einer Seminarreihe der Arbeitsgemeinschaft „Wohnen im Revier“ (WiR) im Katharinenhof Unna.

Zwölf kommunale Wohnungsgesellschaften sind in der AG zusammengeschlossen. Das Auftaktseminar richtete heute die UKBS aus. Neue, kreative Ideen für die Unterbringung und Integration und Flüchtlingen wurden diskutiert. Lebhaft und praxisbezogen, wie die UKBS in einer Zusammenfassung schildert.

„Der Grundsatz der Arbeitsgemeinschaft ist es, Wohnkultur im Revier zu fördern. Das muss auch für Flüchtlinge und Asylbewerber gelten“, betonte Matthias Fischer eingangs. In Lünen sind nach einem 2012 entwickelten Konzept bisher 205 Flüchtlingen in privaten Wohnungen untergebracht und 56 in städtischen Einrichtungen. Die Umsetzung, betonte Beate Löschert von der Stadt Lünen, sei nur in enger Kooperation mit den Wohnungsunternehmen. „Aber die Zeit drängt“, mahnte sie.

Thomas Römer von der Stadt Essen hat sich vor allem mit einer Vielzahl von Asylbewerbern aus den Westbalkanländern zu befassen. Ihre Asylanträge sind praktisch aussichtslos (wir berichteten), denn ihre Heimatländer gelten als sicher. „Aber auch hier ist die Kommune verpflichtet, sich während der Prüfungszeit der Anträge um die Menschen zu kümmern“, betonte Römer. Seine Stadt mietet für diese Menschen ebenso wie Lünen auch private Wohnungen an.

Das Fazit unterm Strich: Bessere Rahmenbedingungen für eine menschenwürdige Unterbringung seien zu schaffen. Neben Wohnungen müssen ausgewogene Betreuungskonzepte her, sind sich die Seminarteilnehmer einig. Integration müsse zudem gelernt und gelebt werden: Dies wiederum biete sich optimal in Mietkomplexen an, die auch von einheimischen Familien bewohnt würden. Eine gute Perspektive sei zudem, das Ehrenamt mit einzubinden und die Menschen dazu anzuhalten, in der Flüchtlingsarbeit mitzuwirken. „Ohne das Ehrenamt können wir die Aufgabe nicht bewältigen“, hieß es in der Diskussionsrunde.

Das „WiR-Seminar“ wird Ende April in der Sportschule Kamen-Kaiserau erste Zwischenergebnisse beraten und im Juni bei einer Abschlussveranstaltung in Unna gezielte Handlungsempfehlungen für die Unterbringung und Integration von Flüchtlingen vorlegen.

Foto (UKBS):
Die Organisatoren des richtungsweisenden Seminars zur Unterbringung und Integration von Flüchtlingen (von links): Abteilungsleiter Thomas Römer, Tanja Hahn, Matthias Berghoff, Dipl.-Psychologe und Seminarleiter Thomas Körzel, UKBS-Geschäftsführer Matthias Fischer, Alexander Krawczyk, Sarah Schinkelewitz und Abteilungsleiterin Beate Lötschert.

Kommentare (1)

  • Judith Binias via Facebook

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    Find ich klasse. Besonders den Punkt, dass die Menschen, die dort leben, sowohl diejenigen, die bereits dort gewohnt haben als auch die, die bspw. auf Asyl warten, aufgefangen werden sollen. Aktive Integration, Austausch, Ehrenamt.

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