Rundblick-Unna » Trotz „Hurensohn“ keine Mitschuld: 13.000 Euro Schmerzensgeld für Schüler nach brutaler Kopfnuss

Trotz „Hurensohn“ keine Mitschuld: 13.000 Euro Schmerzensgeld für Schüler nach brutaler Kopfnuss

Die Beleidigung „Hurensohn“ rechtfertigt keinen tätlichen Angriff  – erst recht nicht einen mit so schwerwiegenden Folgen wie in diesem Fall:
 Ein 17jähriger Berufsschüler aus Menden beleidigte einen 15jährigen Hauptschüler, ebenfalls aus Menden, in einem Internetchat als „Hurensohn“, woraufhin ihm dieser eine Bestrafung in Aussicht stellte.
Dies geschah auf dem Heimweg von der Schule: Der 15Jährige passte den 2 Jahre Älteren in Anwesenheit von Schulkameraden ab und versetzte ihm eine brutale „Kopfnuss“.
Das Ergebnis waren eine Fraktur der Stirnhöhlenvorderwand, Schädelprellung und eine Gehirnerschütterung. Dem Schüler mussten in 2 OPs eine Metallplatte eingesetzt und wieder entfernt werden, dauerhafte Kopfschmerzen sind die Folge. Das alles geschah im Herbst 2011, jetzt traf das Oberlandesgericht Hamm eine endgültige Entscheidung über das Schmerzensgeld: Der 17 Jährige trägt trotz der vorherigen Beleidigung des Angreifers keine Mitschuld, ihm steht ein Schmerzensgeld in Höhe von 13.000 Euro zu. Als Begründung führten die Richter die brutale Ausführung dieser vorsätzlichen Körperverletzung und ihre schwerwiegenden Folgen an. Ein Mitverschulden des Attackierten sei nicht zu berücksichtigen.

Kommentare (2)

  • Helmut Brune

    |

    Es ist einfach Ärgerlich, mit anzusehen, wie heutzutage immer mehr mit Agression und Tätlichkeiten ausgeführt wird. Ein falsches Wort und schon sprechen die Fäuste.

    Antworten

    • Silvia Rinke

      |

      Schlimm, oder? Einmal falsch gucken reicht zuweilen auch schon…! :-(

      Antworten

Kommentieren