Rundblick-Unna » Tödlicher Sturz von A 44-Talbrücke: Vermutlich Bäume mit Gebüsch verwechselt – Seit 2008 vier ähnliche Fälle

Tödlicher Sturz von A 44-Talbrücke: Vermutlich Bäume mit Gebüsch verwechselt – Seit 2008 vier ähnliche Fälle

Der Todessturz eines 24Jährigen von der Talbrücke Pöppelsche auf der A 44 (wir berichteten) hat unsere Leser am Wochenende sehr schockiert und betroffen gemacht. Wie konnte es sein, fragen manche, dass der junge Mann nicht merkte, dass hinter dem Geländer ein 20 Meter tiefer Abgrund gähnte?

Dafür gibt es nach bisherigen Erkenntnissen zwei Gründe. Zum einen ist das Geländer auf dieser Brücke niedrig genug, dass ein halbwegs sportlicher Mensch es relativ problemlos überklettern  kann. Zum anderen hat offenbar der dichte Grünbewuchs direkt hinter dem Geländer den 24Jährigen fatalerweise zu der Annahme verleitet, es handele sich um Büsche. Tatsächlich ragen aber die Bäume an dieser Stelle so hoch ans Brückengeländer.

Der 24Jährige aus dem Raum Kassel wollte wie berichtet nur kurz zum Urinieren verschwinden, nachdem er zusammen mit seinen drei Freunden um 4.50 Uhr auf der Talbrücke einen Zwischenstopp eingelegt hatte. Die vier jungen Leute im Polo wollten einen vorausfahrenden Mercedesfahrer warnen, dessen Wagen stark qualmte. „Der Helfer kommt selbst zu Tode“, kommentierte eine Rundblickleserin tief betroffen.

Das tragische Unglück war bisher ein Einzelfall auf den Autobahnen im Umkreis des östlichen Ruhrgebiets und des Sauerlandes. Bundesweit hat es allerdings schon mehrere solcher fataler Irrtümer gegeben. Gleich zwei junge Männer stürzten 2011 von einer Talbrücke auf der A 8 im Berchtesgadener Land, da dem Jüngeren (24) übel geworden war – er wollte sich hinter der Leitplanke kurz erholen. Sein Bruder begleitete ihn. Beide stürzten ab – der 24Jährige überlebte schwer verletzt, sein Bruder fand den Tod. Ebenfalls auf der A 8 – bei Stuttgart – stürzte 2008 ein Mann beim Urinieren in ein Tal (wie der 24Jährige Samstagnacht auf der A 44). Im letzten Fall vom Sommer 2014 überlebte ein 32Jähriger den Sturz von der Tauernautobahn schwer verletzt. Auch er wollte „eben nur kurz mal pinkeln gehen“.

Nach jedem dieser tragischen Unfälle wurde die Frage diskutiert, ob Autobahnbrücken besser gesichert werden müssen. Die Ausleuchtung mit Scheinwerfern oder das Aufspannen von Sicherheitsnetzen würde aber nach der bisherigen Meinung der Polizei zu weit führen.

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