Rundblick-Unna » Tod eines Dortmunder Rechtsextremen: Im „Tatort“ marschieren am Sonntag Neonazis in Schwarzgelb

Tod eines Dortmunder Rechtsextremen: Im „Tatort“ marschieren am Sonntag Neonazis in Schwarzgelb

Der Tatort dieses Sonntags kommt aus der Nachbarstadt Dortmund – und der Krimi mit dem Titel „Hydra“ dürfte nach Einschätzung des WDR für Diskussionen sorgen. Brave Bürger, die mit Rechtsradikalen sympathisieren, vor allem aber Neonazis in schwarz-gelber Fankleidung – das wird nicht jedem BVB-Fan gefallen.

Doch die Tatort-Macher haben nach WDR-Informationen genau recherchiert. Insider von Polizei und Staatsschutz haben das Drehbuch überprüft, Autor Jürgen Werner hat sich in Dorstfeld umgesehen und mit Szenekennern gesprochen. Das Ergebnis sei „ein spannender Krimi mit realistischem Hintergrund“.

In seiner Ankündigung schreibt der WDR zum Dortmund-Tatort „Hydra“: „Die stillgelegten Hochöfen von Phoenix-West. Hier wird zwischen Rost und mit Hakenkreuzen beschmierten Mauern ein Neonazi –Anführer tot aufgefunden. Chefermittler Peter Faber (Jörg Hartmann) wird schnell klar, dass eine ganze Reihe möglicher Täter in Frage kommen – Gesinnungsgenossen des Ermordeten, aber auch eine Sozialarbeiterin und bekannte Gegnerin der Rechtsextremisten.

Dass der Bruder des Kommissars Daniel Kossik (Stefan Konarske) Mitglied der Dortmunder rechten Szene ist, die Kommissarin Nora Dalay (Aylin Tezel) als Deutschtürkin ins Visier des brauen Mobs gerät, macht die Ermittlungen noch komplizierter, Privates und Berufliches sind plötzlich nicht mehr zu trennen.

Der Tatort bildet alle Schattierungen der rechten Szene ab. Die kahlköpfigen Schlägertypen ebenso wie die gerissenen Demagogen, die eine nahezu bürger-liche Existenz führen und als Extremisten erst durch ihre Reden auffallen. Dass sie im Straßenbild allgegenwärtig wirken, ist der Dramaturgie des Films zu schulden, der Tatort wirkt wie eine Bebilderung des bekannten Satzes von NRW-Innenminister Ralf  Jäger (SPD), der im Juli 2014 erklärte, nirgendwo in NRW gibt es eine so gefestigte und aggressive Neonaziszene wie in Dortmund.“

Der WDR zeigt ein kurzes Video zum Tatort:

http://www1.wdr.de/studio/dortmund/themadestages/tatortneonazis100.html

(Foto: Sender)

 

Kommentieren