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Thomas Beckmann spielt Cello und lässt die Bauern-Holzschuhe klappern

Thomas Beckmann musizierte mit dem Madrigalchor Fröndenberg. Foto: Silvia Rinke

Thomas Beckmann musizierte mit dem Madrigalchor Fröndenberg. Foto: Silvia Rinke

Wenn Beckmann Cello spielt, darf der Kulturfreund neben purem Musikgenuss auch mal Überraschungen erwarten; und am Dienstagabend in Fröndenberg gehörte Warten dazu, da der Musiker staubedingt eine Viertelstunde zu spät in der Stiftskirche ankam.
Sodann baute er zunächst in Seelenruhe sein Equipment zusammen: ein hölzernes Podest, akribisch Latte für Latte ineinander gesteckt. Dann: Probesitzen mit Cello. „Herrlich!“, raunten die wartenden Damen des Fröndenberger Madrigalchors und genossen die Vorbereitungen des Meisters als vergnügliche Show-Einlage, bis das Benefizkonzert denn beginnen konnte: „Beckmann spielt Cello“, zum Auftakt mit dem Madrigalchor Fröndenberg unter Helmut Brandts Leitung und begleitet vom Bläserquartett Classic Brass Ruhr. Unter den Ehrengästen in der voll besetzten Kirche waren Superintendentin Annette Muhr-Nelson und Landrat Michael Makiolla, der mit Thomas Beckmann persönlich befreundet ist.
Als „Star ohne Starallüren“, begrüßte Organisatorin Barbara Streich den charismatischen Musiker, der bereits zum fünften Mal in der Stiftskirche zum Cello griff und die Atmosphäre immer wieder mit jeder Faser genießt: Nicht nur der Akustik wegen, die selbst hauchzarte Pianissimoklänge bis in die letzte Reihe hörbar macht – nein, „Ich frage mich, ob in Fröndenberg nicht das Wort ,Freund´ steckt, so viel Freundschaft erlebe ich hier“, begrüßte Beckmann seine Zuhörer herzlich.
Einen klangvollen Einstieg boten Cellist und Madrigalchor mit Heinrich Schütz´ „Musikalischen Exequien“ (Teil 2) sowie „Zwei der Seraphim, sie riefen“ – dabei erschallte von der Empore herab festliche Blasmusik. Mit geschlossenen Augen ließ Thomas Beckmann anschließen seinen Bogen über die Cellosaiten tanzen, begann mit Bachs „Licht durchfluteter“ erste Cello-Suite – daraus ein Menuett: „Ein bäuerlicher Tanz, der klngt, als hätten die Bauern noch die Holzschuhe an. Lauschen Sie!“ Das Publikum lauschte entzückt.

Deshalb liebt Thomas Beckmann die Stiftskirche

Danach ein Menuett in Moll, verhalten, flüsternd: „Und deshalb liebe ich die Stiftskirche so: Sie hören mich selbst bei diesen leisen Klängen bis in die letzte Reihe!“ Die Suite in d-moll „erinnert an einen einsamen Wanderer, der durch den Wald geht, melancholisch und gedrückt“, aber dann! – Beckmann strahlte: „Dann kommt so eine Quinte, da freue ich mich jedes Mal drauf, wenn die so richtig rausschießt aus dem Cello!“ Das Publikum genoss das Konzert in vollen Zügen, zumal der Erlös guten Zwecken diente: dem Sozialen Netzwerk Mühlenberg und dem Diakoniefrühstück der Kirchengemeinde Fröndenberg und Bausenhagen. Zur Belohnung fürs Füllen der Spendetütchen wurden noch vor Beginn des zweiten Teils (mit Classic Brass Ruhr und „Beckmann spielt Chaplin“ und anderes – drei CD´s verlost – natürlich mit Beckmann-spielt-Cello-Musik.

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