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Tempo 30 nur in Doppelkurve: Polizei räumt Knöllchen-Irrtum ein

Wenn vor einer Gefahrenzone reduziertes Tempo vorgeschrieben ist, darf man hinter dieser Gefahrenzone – z. B. Kurve oder Baustelle – wieder so schnell wie vorher fahren – ohne dass dazu ein  Extraschild erforderlich ist, das die Temporeduzierung aufhebt. Deshalb bekommen jetzt eine 26jährige Autofahrerin aus dem Kreis Unna sowie ein 19Jähriger aus Hamm Geldbußen wegen zu schnellen Fahrens zurück.

Beide waren im Februar in Hamm auf einem Straßenstück geblitzt worden, auf dem teilweise Tempo 30 gilt – und zwar in Zusammenhang mit dem Gefahrzeichen „Doppelkurve“. Als die beiden Fahrzeuge ins Visier der Laserpistole gerieten, waren sie aber schon zehn bzw. elf Meter hinter dem kurvigen Teilstück. Damit durften sie dort – ohne ausdrückliche Aufhebung – wieder 50 km/h fahren, da sich die „Gefahr“, vor der gewarnt wurde, ausschließlich auf die Doppelkurve bezog.

Eulenstraße Tempo 30 Doppelkurve

Ein bekanntes Beispiel für Geschwindigkeitsreduzierung aufgrund einer Gefahrenstelle ist die Eulenstra0e in Fröndenberg, auf der regulär 50 km/h gefahren werden dürfen – was jedoch vor der gefährlichen Kurve bergab eingeschränkt wird.

 

Während der Irrtum für die 26jährige Hyundai-Fahrerin aus dem Kreis Unna noch glimpflich ausging – für gemessene 48 km/h zahlte sie ein Verwarnungsgeld von 25 Euro – war der vermeintliche Tempoverstoß für den 19-jährigen Seat-Fahrer folgenreicher.

Ihn hatte die Laserpistole  mit 54 km/h erwischt – das wären 24 km/h zu schnell gewesen, hätte Tempo 30 an dieser Stelle noch gegolten. Der junge Mann akzeptierte zunächst das Bußgeld in Höhe von 80 Euro samt einem Punkt in Flensburg. Doch da er sich noch in der Probezeit befindet, wäre für ihn zusätzlich ein kostenpflichtiges Aufbauseminar erforderlich gewesen.

Deswegen wird ihm nun ein Stein vom Herzen gefallen sein, als die Polizei das Rechtsamt der Stadt Hamm darum bat: Die Maßnahmen bitte rückgängig machen. Polizeirat Jörg Heun, Leiter der Direktion Verkehr der Hammer Polizei: „Da ist uns ein Fehler passiert und es tut mir leid für die Unannehmlichkeiten, die die Betroffenen deshalb hatten.“

Ausgelöst hatte die Überprüfung übrigens ein Autofahrer, der an jenem Morgen – ebenso wie vier weitere Fahrzeuge – korrekt gemessen wurde.

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