Rundblick-Unna » Tafel-Rettung „kein Lippenbekenntnis“: Initiator Fröhlich (CDU) mahnt an: „Uns muss klar sein, dass das Geld kostet“

Tafel-Rettung „kein Lippenbekenntnis“: Initiator Fröhlich (CDU) mahnt an: „Uns muss klar sein, dass das Geld kostet“

Am Ende dockte sich auch die FDP noch flink an den Rettungsantrag für die Tafel an – und damit wird das überparteiliche Bekenntnis zur Tafel Unna von allen sieben Unnaer Ratsfraktionen getragen. Seit heute Abend ist nach einstimmigem Votum im Hauptausschuss der Weg frei für kommunale Gelder für die Bedürftigeneinrichtung. Diese finanzierte sich bisher ausschließlich über Spenden und Sponsoren. Und deshalb war dieser Beschluss am Abend durchaus ein beachtliches Ereignis mit Signalcharakter.

Vorbehaltlich der Zustimmung des Rates am kommenden Donnerstag, 18. Juni, ist Folgendes beschlossen:

1) Politik und Verwaltung helfen bei der Suche nach einer neuen Unterkunft für die Tafel in Unna.

2) Bürgermeister Kolter soll das Thema in Abstimmung mit dem Landrat bei der nächsten Zusammenkunft der Bürgermeister im Kreis Unna ansprechen. Ziel: eine finanzielle Unterstützung des Kreises bzw. der Kommunen, in denen die Tafel Ausgabestellen beliefert.

3) Die Verwaltung wird den Tafel-Verein dabei unterstützen, tragfähige finanzielle Lösungen für eine geeignete Unterbringung in Unna zu finden. Dabei soll sowohl die Anmietung als auch der Kauf einer einer Immobilie geprüft werden.

Dass die Tafel jetzt erstmals öffentliche Gelder bekommen soll – nicht nur von der Stadt Unna, sondern von allen Städten und Gemeinden, in denen sie Ausgabestellen beliefert –  unterstreicht erheblich ihre soziale und gesellschaftliche Bedeutung. Vor allem aus Sicht der Stadt und der Politik von Unna, die diese kommunale Förderung nun ins Rollen bringen wollen.

Zugleich, betonte der Initiator des Rettungsantrags, Rudolf Fröhlich (CDU), „wäre ein Verbleiben der Tafel in Unna auch eine Auszeichnung fürs Ehrenamt.“ Denn immerhin 120 Ehrenamtliche engagieren sich bei der Tafel, die an ihren zehn Ausgabestellen mehr als 3500 Menschen versorgt, Tendenz steigend.

 

Tafel Unna Tafelrunde (3)

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Bilder von der „Tafelrunde“ am 2. Juni. Hier wurde beschlossen: Die Tafel braucht nach elf Jahren reiner Spendenfinanzierung öffentliche Gelder. Und alle Kommunen im Kreis, die Ausgabestellen haben, sind in der Pflicht, sich zu beteiligen.

Tafel Unna Tafelrunde (5)

Tafel Unna Tafelrunde (8)

Fröhlich (im Bild oben zwischen den Königsborner Pfarrerinnen Hannelore Hollstein, li, und Susanne Stock) hatte als Vorsitzender der CDU Königsborn den entscheidenden Anstoß zur Rettung der Bedürftigeneinrichtung gegegeben. Er rief am 2. Juni die wichtige „Tafelrunde“ mit allen maßgeblichen Entscheidern zusammen, wofür er zunächst bespottet und kritisiert wurde (man warf ihm politisch-taktierendes „Schaulaufen“ vor). Unbeirrt davon war Fröhlich selbst überrascht, als auf seine Einladung hin gut 40 Besucher zur „Tafelrunde“ erschienen, darunter wichtige Entscheider wie der Vertreter der Superintendenz des Kirchenkreises, Pfarrer Hans-Martin Böcker aus Kamen.

Dazu alle Ratsfraktionen bis auf die FDP (die sich aber dem Antrag heute Abend noch anschloss), Jugendamtsleiter Edelkötter, evangelische und katholische Kirche, die Werkstatt im Kreis Unna. An diesem Abend fiel der entscheidende Satz: Man müsse endlich über „ein Finanzpaket aus öffentlichen Mitteln“ für die Tafel reden. Anabela Dias de Oliveira vom Drogenabhängigen-Hilfsprojekt LÜSA sprach diesen Satz als Erste aus.. Das sei „eine Tür, die man bisher noch gar nicht aufgemacht hat.“ Jetzt steht sie weit offen.

Seine Genugtuung über diesen Triumph nach reichlich Schelte ließ sich Rudolf Fröhlich in der Sitzung heute Abend nicht anmerken. Er stapelte statt dessen tief, lobte das Engagement der anderen: Sebastian Laaser (SPD) habe den Antrag für die Ausschusssitzung formuliert, die Stadt habe die Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) mit der Suche nach Räumlichkeiten für die Tafel beauftragt. Gleichwohl war jedem im Ratssaal heute klar, dass ohne das „Schaulaufen“ des noch relativ neuen Königsborner CDU-Vorsitzenden (Fröhlich folgte vor knapp vier Monaten auf Gaby Meyer) dieser Durchbruch nicht erzielt worden wäre.

 

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