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Täglich Einbrüche – was die Polizei unternimmt und was man selbst tun kann

Am Donnerstag drei Einbrüche hintereinander über ganz Unna verteilt, am Samstag erneut drei in Folge – diesmal auf Königsborn konzentriert. Zuvor am Wochenende gleich zehn Taten kreisweit… und überhaupt vergeht kein einziger Tag mehr, ohne dass sich Kriminelle an anderer Leute Eigentum vergreifen.

Manchmal scheitern sie, oft machen sie aber auch leider Beute, wie an der Zechen-, Gadumer- und Dorotheenstraße, wo vermutlich auf Nimmerwiedersehen Geld und Schmuck verschwanden. Erfolgsmeldungen wie die von voriger Woche haben Seltenheitswert: Da stellte die Polizei in Kamen mittels eines Hubschraubers und eines hellwachen Zeugen ein Einbrechertrio kurz nach der Tat – und die Einbruchsopfer bekamen sogar ihr gestohlenes Eigentum wieder zurück, da die gefassten Täter es glücklicherweise bei sich trugen.

„Wann tut die Polizei endlich was?“, kommt immer häufiger die (zunehmend ungeduldige) Frage auch unter unseren Lesern. Polizeisprecherin Ute Hellmann (Bild) listet einmal auf, was die Kreispolizeibehörde schon konkret gegen Wohnungseinbrüche unternimmt – spätestens ab Beginn der dunklen Jahreszeit.

Ute Hellmann

Polizeisprecherin Ute Hellmann.

– Speziell zur Bekämpfung des Wohnungseinbruchs wird die Kreispolizeibehörde Unna von der Bereitschaftspolizei unterstützt. Es gibt also mehr „Manpower“ (bzw. Womenpower) in der dunklen Jahreszeit, wenn Einbrecher Hochsaison haben.

– Immer wieder geht die Polizei mit Schwerpunkteinsätzen gegen Wohnungseinbrecher vor – sowohl mit verdeckten Kräften als auch bei groß angelegten uniformierten Kontrollstellen.

– Informationsaustausch zwischen den Direktionen (also z. B. zwischen Unna und Dortmund) ist selbstverständlicher Bestandteil der Arbeit, damit alle eingesetzten Kräfte Täterstrukturen, -bewegungen und andere Zusammenhänge kennen.

– Nachsorge bei Einbruchsopfern – die die Polizeidirektion Dortmund übrigens vorige Woche als ganz neue Offensive ankündigte – ist bei der Kreispolizeibehörde Unna seit Jahren intensiv gelebte Praxis. Bezirksdienstbeamte und/ oder Opferschutzbeauftragte der Polizei wenden sich nach einem Wohnungseinbruch an die Opfer, um zum einen wichtige Hinweise zu erfragen und zum anderen Beratungsangebote zu machen.

– Viel Raum nimmt Öffentlichkeitsarbeit ein. Die Kreispolizeibehörde meldet jeden Wohnungseinbruch zeitnah an die örtlichen Medien. Sie gibt in Pressemitteilungen Hinweise zur Einbruchsvorbeugung und weist immer wieder auf das Beratungsangebot der Kreispolizeibehörde Unna hin. So sollen Zeugen ermuntert werden, verdächtige Beobachtungen der Polizei mitzuteilen: Jeder Hinweis kann tatsächlich wichtig sein.

– Schon vor einiger Zeit schloss die Kreispolizeibehörde Kooperationsverträge mit Wohnungsbauunternehmen. Das Ziel ist, Wohnungseinbruchsbanden – um die es sich häufig handelt – insbesondere durch technische Prävention das Leben schwerer zu machen. Vor allem sollen solche Kooperationsverträge, z. B mit der UKBS, das subjektive Sicherheitsgefühl der Mieter erhöhen: Es ist ja wahrlich kein angenehmer Gedanke, beim Nachhausekommen hinter jedem Busch im Vorgarten einen Einbrecher zu vermuten.

Was jeder selbst machen kann:

– Augen auf, was in der Nachbarschaft vor sich geht! Hat nichts mit Gaffen zu tun, sondern mit gegenseitiger Wachsamkeit.

– Die klassischen Fehler vermeiden! Heruntergelassene Rolläden und generell zappendustere Häuser und Wohnungen wirken geradezu als Einladung für Einbrecher. Besser Licht/er anlassen (Zeitschaltuhren!) und ruhig auch mal abends den Fernseher laufen lassen, wenn man ein paar Stunden weg ist. Alles, was den Eindruck einer belebten Wohnung erweckt, schreckt Einbrecher ab.

– Fenster, Türen sichern – ist klar.

– Bei Abwesenheit über mehrere Tage oder auch nur das Wochenende: Nachbarn bitten, die Post hereinzuholen und eben das Licht brennen lassen.

– Niemals! die Riesen-Dusseligkeit begehen und auf den Anrufbeantworter (sofern es noch einen im Haushalt gibt) artig aufsagen, dass man leider nicht zu Hause ist – am besten noch, wie lange nicht. Einen schöneres „Hereinspaziert!“ können sich Einbrecher nicht wünschen.

– Und letztlich noch ein Hinweis: Leider lesen viele Einbrecher tatsächlich Todesanzeigen. Um dann, wenn die trauernde Familie zur Beerdigung ist, heimtückisch die Bude leer zu räumen. So niederträchtig es ist – es kommt leider nicht selten vor. Daher in solchen Fällen immer einen oder mehrere „Aufpasser“ zu Hause lassen.

 

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