Rundblick-Unna » Und weiter Streik: Kitas, Jugendzentren und Sozial- und Jugenddienste betroffen

Und weiter Streik: Kitas, Jugendzentren und Sozial- und Jugenddienste betroffen

Unbefristete Arbeitsniederlegung – das heißt: der Streik der Erzieherinnen und Erzieher geht auch heute mit offenem Ende weiter. Wechselnd in den Kommunen zeigen die Beschäftigten aus dem Sozial- und Erziehungsdienst im Kreis Unna Flagge, demonstrieren für eine angemessenere Bezahlung allgemein höhere Anerkennung ihrer Tätigkeit.

Auch in dieser (verkürzten) Woche wird es unter der Führung von Verdi wieder spontane Kundgebungen und Infostände in den Kommunen geben. Am Freitag postierte sich eine Gruppe Streikender vor dem Unnaer Rathaus – unübersehbar direkt am Eingang zur Bürgerhalle. Ratshausbesucher und -bedienstete kamen daher an den Forderungen der Erzieher, Mitarbeiter der Jugendhilfe, der sozialen Dienste und der Seniorenberufe buchstäblich nicht vorbei.

Streik Verdi Erzieher

Die Auswirkungen des Streiks waren bisher in Unna selbst noch am geringsten spürbar, da die Stadt hier weder eigene Kitas noch Jugendzentren betreibt. Hingegen werden in Schwerte, Lünen und Bergkamen eine Reihe städtischer Kindertagesstätten vorgehalten, weshalb die Eltern hier weiterhin auf Eigenhilfe angewiesen sind. Die Jugendeinrichtungen des Kreises – in Fröndenberg, Holzwickede und Bönen – trifft der Streik ebenfalls. In Fröndenberg entfallen weiterhin die Angebote des offenen Kinder- und Jugendbereichs im Treffpunkt Windmühle auf dem Mühlenberg. Gruppen, die sich selbstständig treffen und Raumschlüssel haben, können die Windmühle nutzen. Komplett geschlossen bleibt weiter der Treffpunkt Villa in Holzwickede.

Der Kreis Unna hat aufgrund des Streiks außerdem die Außenstellen des Allgemeinen Sozialdienstes (ASD) in Fröndenberg (Alleestraße 22a), Holzwickede (Rausinger Str. 3) und Bönen (Nordstr. 32) vorerst geschlossen.

Die Gewerkschaft Verdi bezeichnete den Streik im Bezirk Hamm/Unna bisher als Erfolg. Täglich hätten sich über 200 Beschäftigte am Ausstand beteiligt.

Personell eingeschränkt sind durch die Arbeitsniederlegungen im gesamten Sozial- und Erziehungsdienst freilich nicht nur städtische Kitas: sondern auch z. B. Seniorenbetreuungseinrichtungen, Behindertenwerkstätten, die offene Ganztagsbetreuung in Schulen und die Jugendhilfe.

Was der Allgemeine Sozialdienst (ASD) zu tun hat: 

Er ist für viele Aufgaben des Fachbereichs Familie und Jugend des Kreises Ansprechpartner und hat daher Dienststellen in Fröndenberg, Howi und Bönen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verstehen sich vorrangig als Dienst für Eltern, Kinder und Jugendliche, die Beratung und Hilfe suchen. Dazu sollen sie Kinder und Jugendliche schützen und Gefahren für ihr Wohl abwenden (klassische Jugendamtaufgaben). Alle Schritte werden grundsätzlich mit den Betroffenen abgestimmt. Gegen deren Willen können nur im Ausnahmefall – bei akuter oder andauernder Kindeswohlgefährdung – und mit Zustimmung des Familiengerichts Maßnahmen veranlasst werden.

 

Kommentare (7)

  • Edmont Dantés via Facebook

    |

    Wisst ihr was Leute,ich hab da ne Idee. Wir machen dieses Land einfach mal für vier Wochen zu,alle machen frei,tragen ein bisschen doofe Schilder durch die Gegend,und hinterher wundern wir uns alle mal ein bisschen das nix mehr rund läuft.
    Ich bediene mich jetzt eines fiesen Satzes meines Grossvaters,denn der pflegte zu sagen: früher hätte es sowas nicht gegeben. Was ich durchaus befürworte.
    Ein staatliches Eingreifen ist gefordert und das ziemlich schnell,denn hier sind Grundpfeiler betroffen,Bildung-Erziehung-Logistik-Verkehr……Merkel sieh zu,dein Schiff läuft langsam voll.

    Antworten

  • Markus

    |

    Absolut großes Verständnis.
    Löhne und Gehälter sind in diesem Staat mittlerweile extrem ungleich/ unfair verteilt.
    Nicht nur in den Sozial- u. Erziehungsdiensten.

    Antworten

  • Michael Schwabe via Facebook

    |

    Die Streikerei wird so langsam aber sicher zu einer Dauereinrichtung. Irgend jemand streikt neuerdings immer.

    Antworten

  • Jama To via Facebook

    |

    Da haben Wir Verständnis!
    Aber wer hat Verständnis für diese Menschen das trotz Mindestlohn nicht mehr als 400 Netto Lohn Nachhause bringen! Oder trotz ihrer lebenslange Arbeit zum Amt gehen müssen ums zum Leben zu haben!
    Die werden eingestuft gleich mit der Leute die nicht einmal ein Tag gearbeitet haben!
    Wer hat Verständnis mit einer Kassierer (in) die auch große Verantwortung hat und wenn Sie sich Verrechnet selbst für den Kassen Ausgleich grade steht! Mit dem Lager Arbeiter das gerade mal mit 1200 € inklusive Nachtschichten und Überstunden, nach Hause kommt und seine Rücken krumm und krank macht! Wer hat Verständnis für viele andere Berufe, dass genau so ihrer Ausbildung gemacht haben und trotzdem nicht zum Leben haben! Millionen Menschen werden froh wenn Sie 2.500 € brutto verdienen werden!!!!! ……..

    Antworten

    • Schwarzer Engel via Facebook

      |

      Gebe ich dir vollkommen recht..wir die in der pflege arbeiten sollten mal streicken und die obersten unseren job machen lassen…die würden sich sicher freuen…
      Zum kotzen..

      Antworten

    • Jama To via Facebook

      |

      Es sind nicht nur das Großverdiener und Staat Bediensteten ständig Streiken! Ständig werden neu Bonus, neue Diäten festgelegt, sämtliche Sitzungen verlegt auf die bestimmten Orten und Zeiten, mit dem Kalkulation ums mehr Geld zu kassieren für diese Sitzungen!. Soweit die Gelder freigegeben werden, beginnt der Kampf um grossere Stück von den Kuchen (Geld) abzubekommen! Bei der Pflege und einige Berufe, frage ich mich, muss wirklich Medizinische Ausbildung vorhanden sein um eine Kranke Person bei Waschen, Anziehen, Essen verteilen oder Futtern usw. Bei Medikamentösen Behandlungen, Wunden versorgen, und gewissen Sachen ist das sehr gut, aber für Waschen Anziehen. … völlig überflüssig!
      Tausende Beispiele können wir ernennt! …..

      Antworten

  • Helmut Brune

    |

    Der Streik, des Deutschen liebstes Hobby?? Ich kann mich ja der Meinung anschließen, daß gute Arbeit auch gut bezahlt sein will. Immerhin wird in den KITA’s das Leben unserer Kleinsten mitbestimmt. Dem sollte schon ein angemessener Lohn gegenüber stehen, obwohl es heutzutage die Gewohnheit ist, daß die Großverdiener immer mehr dazu bekommen und Otto Normalverbraucher hat das Nachsehen.

    Antworten

Kommentieren