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Stadtfest-Auftakt nach Maß – Samstagmorgen pudelnass

Wohlsein: Enkirchs Weinkönigin Sabrina, Weinprinzession Samira und "Bacchus" Dieter sagen Prost mit edlen Moseltröpfchen im Weindorf beim Stadtfest Unna. Foto: Silvia Rinke

Wohlsein: Enkirchs Weinkönigin Sabrina, Weinprinzession Samira und „Bacchus“ Dieter sagen Prost mit edlen Moseltröpfchen im Weindorf.
Foto: Silvia Rinke

25 Minuten nach Mitternacht ging der Bandleader von „Sir Duke“ im Weindorf unter dem Jubel seiner Tanzenden die Tageswette ein: „Wetten, dass wir diesmal länger machen als auf dem Alten Markt..?!“ Fast wär´s geschafft gewesen: Vom Markt schallten noch die stampfenden Bässe der Stimmungsband „Limited Edition“ zur Stadtkirche, hier wie dort liefen die letzten Zugaben: Minuten später sah sich „Sir Duke“ abrupt abgewürgt. „Das war wohl ein gezielter Stromausfall“, vermutete die Traditionskapelle (seit 20 Jahren im Stadtfest-Weindorf) humorig und packte einsichtig die Instrumente weg. „Geht ja weiter gleich morgen hier, tschüss und allen eine gute Nacht!“

Lange, traumhafte Nacht

Es wurde eine lange Nacht, traumhafte Hochsommernacht und der versprochene Stadtfestauftakt nach Maß – ein letztes Mal wohl in diesem Jahr mediterranes Flair in Unna mit gefühlten Tausendschaften, die sich durch die pulsierende, vibrierende Innenstadt schoben. Während SPD-Chef Michael Hoffmann im Weindorf Blumen sprechen ließ (er überreichte spontan allen im Blickfeld befindlichen Damen eine tiefrote Rose und beglückte damit als Neunten auch den – mit ihm befreundeten Rosenverkäufer), musste sich der Süßwarenverkauf zunächst noch warm laufen, „hier läuft es erst gut, wenn es etwas kühler wird“, wusste die freundliche Popcornverkäuferin im Naschkramwagen an der Bahnhofstraße.

Kein Problem: Gleich der Samstagmorgen brachte die versprochene klatschnasse Abkühlung. In dieser Frage kann man sich auf die Wetterstation der Stadtwerke Unna leider deprimierend genau verlassen: Literweise Regen waren ab neun Uhr auf der Niederschlagssäule vorhergesagt, und exakt so kam´s.

Bereits 15 Stunden nach dem trockenen Fassanstich durch Bürgermeister Werner Kolter (dessen Hemd dabei ebenfalls trocken blieb) hatte sich das 33. Unnaer Stadtfest bereits von seiner abwechslungsreichsten Seite gezeigt – nicht nur wettertechnisch (Schluss jetzt damit), auch das Musikprogramm hielt, was es versprochen hatte, auf acht Bühnen“ plus der größten, der Unnaer Innenstadt: Ob nun die Tradtionsband Sir Duke im Weindorf, Limited Edition auf dem (knallvollen!!) Alten Markt, Black & White am Morgentor oder ruhiger Gitarrenklang am Hellwegmuseum oder im historischen Nicolai4tel. An allen Ecken der Innestadt war die Sau los und bis nach Mitternacht kaum ein Bein an die Erde zu kriegen.

Auf dem Rathausplatz… – man muss wirklich keine Schlager heiß und innig lieben, doch was „Meier, Schulze und die Schlagerfutzis“ am Freitagabend mit ihrem Publikum anstellten, wie sie im Glitzer- und Glimmerlook mit den Feiernden spielten und Retrostimmung verbreiteten wie damals in Dieter Thomas Hecks „ZDF“!-Hitparade: das war schon beeindruckend und bis zum Gänsehautkribbeln schön: „Über sieben Brücken musst du gehen“ (ursprünglich von Karat, später von Maffay) mehrstimmig gesungen und nur von Keyboardklängen verhalten begleitet – man hätte sich reinlegen können, und das Publikum schwelgte.

Gleich ein Highlight auf einer der acht – bzw. neun – Stadtfestbühnen…. und für die weiteren Tage gilt bzw. galt jetzt nur noch eins: Regenschirm nicht vergessen. Dann kann´s (und wird´s) wieder ein Super-Stadtfest werden. (sia)

Kommentare (1)

  • Konrad Harmelink

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    Ein schöner Bericht. Munter geschrieben. Er nimmt einen mit. Traurig dagegen das Produkt des Print-Monopolisten Hellweger Anzeiger im Internet. Eine Aufforderung, das Blatt abzubestellen.

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