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Stadt verteidigt AFR-Schließung: „Alternativen waren nicht bezahlbar oder nicht gewollt“

Unter Hinweis auf die „gravierenden“ demografischen Verschiebungen mit unumkehrbarem Trend zur Kleinfamilie hat Schuldezernent Uwe Kornatz die Auflösungsempfehlung der Anne-Frank-Realschule mit Nachdruck verteidigt – und noch nachdrücklicher klar gemacht, was möglich gewesen wäre, aber nicht gewollt war.

Kornatz ging gestern Abend im Schulausschuss, der formal das Ende der AFR beschloss (Bericht hier auf Rundblick), in die Offensive. Er verteidigte die Schließung der Königsborner Realschule als zwingende Konsequenz aus vielen politischen Beschlüssen.

War das Aus für die Schule eine selbst erfüllende Prophezeiung, nachdem einmal das böse Wort „Schließung“ kursierte? „Nein! Es gab Ratsbeschlüsse!“, konterte Kornatz energisch. „Und nein – wir konnten nicht komplett PCB-frei sanieren! Und wir bekamen keine Rückendeckung der Schulen für eine Zusammenlegung unter dem Dach des Schulzentrums Nord.“ Diesen Vorschlag hatten bereits mehrere Jahre zuvor alle drei Schulen abgelehnt: AFR, Geschwister-Scholl-Gymnasium und Werner von Siemens-Gesamtschule.

Eine komplette PCB-Sanierung wäre mit rund 8 Mio. Euro zu Buche geschlagen, ein Neubau mit ca. 12 Mio. Euro.

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Gerd Heckmann (CDU): Schulweg-Erleichterung durch neuen Radweg von Königsborn nach Massen.

Entsprechend äußerten auch alle Fraktionsvorsitzenden ihr Bedauern über den Schließungsbeschluss – „aber die finanzielle Situation lässt es nicht anders zu“, fasst Gerd Heckmann (CDU) die Auffassung aller zusammen.

Die Skepsis über (zu) weite Wege zur künftig einzigen Unnaer Realschule in Massen suchte der CDU-Fraktionsvorsitzende mit dem Hinweis auf ein aktuelles Verkehrsplanungsprojekt zu mildern: Entlang der Parkstraße und dem Afferder Weg bis zur Königsborner Straße werde jetzt zeitnah ein neuer Radweg angelegt. „Das wird vielen Schülern den Weg zur Realschule in Massen erleichtern“, ist Heckmann überzeugt.

 

Kommentare (1)

  • Sascha Krieg

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    Wie wäre es den mal mit Bus Fahrkarten seitens der Stadt für die Kinder???
    Ihr könnt nicht verlangen, dass die Kids das ganze Jahr mit dem Rad zur Schule fahren, oder im Winter jeden Tag von den (Berufstätigen) Eltern gebracht und geholt werden müssen!!!

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