Rundblick-Unna » Stadt Unna reserviert „Wohnungspool“ für anerkannte Flüchtlinge

Stadt Unna reserviert „Wohnungspool“ für anerkannte Flüchtlinge

Unna hat in diesem Jahr mit der Zuweisung von bis zu 300 Flüchtlingen zu rechnen (Bericht hier). Vom 1. April an wird die Stadt Unna daher vorsorglich  10 Wohnungen für anerkannte Asylbewerber anmieten. 50.000 Euro plant sie dafür ein. Die Anmietung soll in Form eines „Modellversuchs“ zunächst bis zum Ende des Jahres 2017 befristet werden.

Hintergrund ist die Wohnsitzauflage, die mit dem Bundesintegrationsgesetz vom August 2016 in Kraft trat und vermeiden soll, dass übermäßig viele Asylbewerber nach ihrer Anerkennung in die Großstädte ziehen und sich dort Ghettos bilden. Die Kommunen sind dazu verpflichtet, für diese gezielt ihnen zugewiesenen Asylanten Wohnraum bereit zu stellen, sagte Bürgermeister Werner Kolter am Donnerstag im Haupt- und Finanzausschuss. Da diese Zuweisungen durch die Bezirksregierung kurzfristig vorgenommen werden, wolle die Stadt mit einem reservierten „Wohnungspool“ vorsorgen.

An dieser „Vorratsanmietung“ von zunächst 10 Wohnungen im Stadtgebiet Unna für solche anerkannten Asylbewerber (Familien, Wohngemeinschaften) gab es Kritik von der Freien Liste Unna (FLU).  Denn günstiger Wohnraum sei schon jetzt bekanntlich knapp in Unna. Anerkannte Asylbewerber seien Hartz IV-Empfängern gleichgestellt; reserviere die Stadt jetzt für sie Wohnraum, könne sich  Konkurrenz zwischen Flüchtlingen und den übrigen Bedürftigen bilden bzw. verschärfen. Es gehe hier um „Wohnungen, auf die anderen 10 Jahre warten müssen“, argumentierte FLU-Fraktionsvorsitzender Klaus Göldner.

Er hatte deshalb beim Bürgermeister vor der Hauptausschusssitzung einen mehrteiligen Fragenkatalog nach Alternativen eingereicht, z. B. fragte er nach Untebringungsmöglichkeiten in den leer stehenden und gut renovierten Wohnungen in der Landesstelle Massen.

Landesstelle Verwaltung

Kolter und mit ihm alle anderen Fraktionen argumentierten jedoch mit den Vorzügen einer „möglichst dezentralen Unterbringung in vorhandenen Wohnquartieren“: Denn es gehe um anerkannte Asylbewerber, die langfristig blieben. Auch von „dauerhaft Hierbleibenden“ war die Rede. Auch von dauerhaft Bleibenden war die Rede. Es sei ihnen nicht zuzumuten, später noch einmal umzuziehen. Wartelisten bei der UKBS gebe es nicht, sagten Bürgermeister Kolter und SPD-Fraktionsvorsitzender Volker König.

CDU-Ratsfrau Gabriele Meyer sprach als Vorsitzende des Sozialausschusses von einer „moralischen Verpflichtung christlicher Nächstenliebe“ und äußerte wie die anderen Fraktionen die Gewissheit, die Flüchtlinge auf diese Weise ins Stadtleben zu integrieren.  Bürgermeister Kolter hielt Klaus Göldner entgegen, dass die Stadt hier nichts Unerüberlegtes vorschlage, und warnte nachhaltig davor, „Gruppen gegeneinander auszuspielen“. Damit spiele man rechten Gruppen in die Hände.

Hingegen verwahrte sich Klaus Göldner energisch davor, in „eine Ecke gestellt“ zu werden. „Ich habe nur gefragt, ob es Alternativen gibt. Und diese Konkurrenzen bestehen sehr wohl. Es gibt Konkurrenz um Wohnungen und auch um Arbeit.“

Der Antrag der Verwaltung wurde mit 19 Ja-Stimmen (SPD, CDU, Grüne, Linke, FDP, frakt.loser Christoph Tetzner) und einem Nein der FLU angenommen.



  Zum Sachstand eines lt. Bürgermeister seit 2016 forcierten Sozialwohnungsbaus will die Verwaltung im Ausschuss für Stadtentwicklung am 26. April einen Bericht abgeben. Die UKBS hat schon vorletztes Jahr ca. 33 Mio. Euro für sozialen Wohnungsbau reserviert, es mangelt aber an Grundstücken. An der Potsdamer Straße werden ab Juni 2017 ca. 140 öffentlich geförderte Wohnungen entstehen, die freilich erst in 2 Jahren fertig sind.

 

Kommentare (23)

  • Margarethe Strathoff

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    schäme mich gerade. UKBS hat keine Warteliste? Finde gerade keine passenden Worte. Nein, unfassbar …

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    • Redaktion Rundblick-Unna.de

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      Ja, natürlich hat die UKBS Wartelisten.

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  • Jörg Bauer

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    Schon mal die Wohnungsgesuche in der Zeitung gesehen ?!? Hatte auch schon mal bei der UKBS nachgefragt, ob die was für mich haben. Das war nicht erfolgreich, so dass ich jetzt in einer etwas schäbigen Mietwohnung hause.

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  • Betty

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    UKBS HAT ELEND LANGE LISTE …ES IST KAUM MÖGLICH DORT NE WOHNUNG ZU BEKOMMEN …….

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  • Redaktion Rundblick-Unna.de

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    Kommentare auf fb:

    Heike Petruschke
    Danke wir haben ja nicht genug Probleme
    Wir brauchen auch bezahlbare Wohnungen
    Ich bin Behindert und brauche eine womit ich mit Rollstuhl gut klar komme und es muss im Dorfsteinwegen der Ärzte

    Sandra Heckmann Da fehlen ein die Worte ich suche seid einem Jahr eine Wohnung die man bezahlen kann und finde keine aus gesundheitlichen Gründen kann ich zu Zeit nicht arbeiten gehen und bin ins Hartz 4 gerutscht und dann sieht man so was und wir müssen dann auf der Straße leben Hammer armes Deutschland

    Silke Krüger und dann wird sich gefragt, warum die Menschen einen Hass auf die Flüchtlinge bekommen?? Für die der Tisch gedeckt wird und der deutsche Bürger kann zu sehen wo er bleibt. Die Bevorzugung ist zum kotzen, gelinde gesagt.

    Psy Brina Kush Ich finde es toll,wenn den Flüchtlingen die auch wirklich hilfe brauchen, geholfen wird. Allerdings hätte ich mit freund und hund auf der Straße gestanden, wenn meine Eltern nicht 45 quadrat meter frei gehabt hätten. Haben leider immer zu hören gekriegt (nicht nur UKBS), dass ja die Flüchtlinge zur zeit vorrang haben. Und die wohnungen stehen aber immer noch alle leer. Gott sei dank haben wir dann nach langer suche und viel rennerei doch eine Wohnung gefunden bei einem privatvermieter.

    Jasmin Kaiser sprachlos

    Freddy Vogt Langsam merken wohl immer mehr Bürger wie sie von der Politik übergangen werden und Dlüchtlinge offensichtlich eine All Inklusivbehandlung erfahren. Da frag ich mich nur weshalb?? Was ist so wichtig daran das die eine Wohnung bekommen aber Bürger die wirklich eine brauchen auf der Strecke bleiben. Flüchtlinge haben in der Regel Unterkünfte. Das sollte doch reichen.

    Rundblick Unna Es geht hier konkret um Flüchtlinge, die der Stadt von der Bez.Regierung ZUGEWIESEN werden und erst mal also keine Unterkünfte haben, Freddy, bitte nicht durcheinandermengen.

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  • fürst

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    Klaus Göldner und der FLU kann man ja wohl nur zustimmen!

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  • Christoph Tetzner

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    Guten Morgen!
    Jeder Mensch in Unna bekommt eine Wohnung, der eine braucht. Genau das wurde nachgefragt und der Bürgermeister bestätigte ebenfalls, das der Wohnungspool nicht nur für anerkannte Flüchtlinge genommen wird. Obdachlose und anderweitig in Not geratene Menschen bekommen genauso ein Dach über dem Kopf von der Stadt!

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    • Stefan Werner

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      Stimmt, deshalb gibt es ja auch Wartelisten…. Um Obdachlose geht es hier außerdem nicht, Herr Tetzner, sondern z. B. um Hartz IV Empfänger / Aufstocker, die dringend bezahlbaren Wohnraum suchen.

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  • Horst

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    Ich freue mich auf die momentanen & kommenden Zustände im ach so tollen Deutschland. Es mögen noch viele Millionen mehr Menschengeschenke zu uns strömen. Ich lehne mich zurück und genieße den Untergang.

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    • fürst

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      Horst, solange das bei Dir nicht mit Resignation einhergeht, klasse. Deine von mir angenommene Schadenfeude teile ich. Bringt ja eh nichts, sich aufzuregen, in dieser Pseudo-Demokratie. – Familie und sich selbst absichern – den Untergang „genießen“. Ja!

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  • Michael

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    Und die Politikverdreher wundern sich warum die Alternativen Parteien zulauf haben. Wie dumm sind die eigentlich?

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  • Marco Schneider

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    Auch anerkannte Flüchtlinge haben noch kein dauerhaftes Bleiberecht. Nach 3 Jahren wird geprüft, ob die Bedrohung noch besteht. Falls ja, können sie eine Verlängerung des Bleiberechtes beantragen. Nach 8 Jahrn können sie sich einbürgern lassen, sofern sie eine Arbeitsstelle haben und sich selbst versorgen können. Sie können aber auch weiterhin den Status Flüchtling behalten, wenn sie wieder nach Ende einer Bedrohung ins Heimatland zurückwollen. Ich denke, dass hat Frau Merkel (christliche Partei) gemeint, als sie sagte, dass die Flüchtlinge damit rechnen müssen, eines Tages wieder in ihr Heimatland zurückkehren zu müssen.

    Jetzt stellt sich mir die Frage, wenn das Bleiberecht eh zunächst befristet ist, warum sollen die dann unbedingt in freie Mietwohnungen? Warum kann man nicht erstmal 3 Jahre in einer gut ausgestatteten Wohnung in der Landesstelle wohnen ? Massen hat doch eine gute Infrastruktur!

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    • Redaktion Rundblick-Unna.de

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      Hallo Marco Schneider, genau dahin zielte die Anfrage von Klaus Göldner im Hauptausschuss. Als hauptsächliches Gegenargument der anderen Fraktionen und des BM wurde angeführt, man wolle lieber dezentrale Unterbringung. Dass anerkannte Flüchtlinge noch nicht „dauerhaft“ bleiben können, ist ein wichtiger Zusatzhinweis, der in der Sitzung nicht fiel. Danke.

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    • Heiko MerkelRalf

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      …. Das sind Einwanderer und werden angesiedelt. Das steht im UN-Papier. Die Bürgermeister und Gemeinderäte wären früher für so einen Verrat an den Gemeindemitgliedern ….
      (Editiert, große Teile dieses Kommentars sind justiziabel.)

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  • Lotte von Pack

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    Tja, ihr werdet bekommen was bestellt wurde – die Merkel-Einheitspartei aus
    C*DÜ/SPdM/Grün_Innen…hezliche Glückwünschen.
    Eine Opposition gibt es ja schon lange nicht mehr !

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    • fürst

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      Die deutsche Demokratie, falls es sie je gegeben hat, ist im A….. Sehr richtig, Lotte.

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  • Stefan Werner

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    Einer Unterbringung von Geflüchteten in gutbürgerlichen Wohnvierteln, wie z.B. am Peukinger Weg, Körnerstrasse etc. würde ich begeistert entgegensehen. Da sollte die Integration doch spielend klappen! Wenn dann die ganzen Christenmenschen auch noch ein paar Leute bei sich einquartieren würden, umso besser, dann wäre das Unterbringungsproblem doch in Nullkommanix gelöst!

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    • fürst

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      Ja, Stefan Werner, auch um die beiden Krankenhäuser herum wäre die Freude über derartige Problemlösung groß´.

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  • Christel

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    Und dringend auch in der Paul-Verhoeven-Str.

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    • Redaktion Rundblick-Unna.de

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      Haben wir jetzt langsam alle relevante Polit-Prominenz durch?

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  • Redaktion Rundblick-Unna.de

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  • Titus

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    War es nicht die CDU, die immer einer roten Regierung vorwarf, nicht mit Geld umgehen zu können ? Und nun ist die CDU an vorderster Front, das Steuergeld mit riesen Schaufeln zu verprassen.

    Die ganze Welt wird von Merkel eingeladen, hier auf unsere Kosten zu leben. Und nun begründen die das mit christlicher Nächstenliebe ?!? Ich habe nichts dagegen, wenn wirklich vom Tod bedrohten Menschen geholfen wird. Aber was haben hier Wirtschaftsmigranten aus anderen EU Ländern zu suchen ? Andere EU Länder schließen ihre Grenzen und regeln Zuwanderung. Nur die CDU geführte Regierung hält die Tore weit offen und lässt alles rein…

    Ich bin auf die nächste Steuererhöhung gespannt ! Und vor allem, wie die CDU DAS erklärt !!!!

    Bei den Krankenkassen beiträgen geht es ja schon los. Aber natürlich hat das nichts mit der Geldverbrennerei zu tun…………..

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  • Redaktion Rundblick-Unna.de

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