Rundblick-Unna » Stadt stellt vier Zukunftsszenarien für die Eissporthalle vor

Stadt stellt vier Zukunftsszenarien für die Eissporthalle vor

Bis zum 31. 1. 2020 läuft der Eishallen-Pachtvertrag mit Familie Kuchnia weiter. Dafür stimmte der Haupt- und Finanzausschuss am Donnerstagabend einstimmig. Für die Zeit danach legte die Verwaltung in der Sitzung jetzt vier mögliche Handlungsalternativen vor – als Diskussionsgrundlage für die Politik:

Verkauf – Erbbaurecht – Abriss – oder Weiterführung der Halle wie bisher.

1. Verkauf

„Nach öffentlicher Ausschreibung wäre ein Verkauf der Eissporthalle zum vollen Wert möglich“, schreibt die Verwaltung in ihrem Vorschlagspapier. Würde ein Verkaufspreis von mindestens 1,34 Millionen Euro erzielt, könnten sich die Wirtschaftsbetriebe Unna (WBU) – derzeit Eigentümerin der Halle – entschulden und das Jahresergebnis um rund 80 000 Euro verbessern. Die Stadt würde die Zuschusszahlungen von jährlich 65 000 Euro einsparen und der „Konzern Kreisstadt Unna“ insgesamt um 145 000 Euro jährlich entlastet. „Der Eissport würde in Unna aufrecht erhalten und Zuschusszahlungen von jährlich 85 000 Euro erfordern.“

2. Erbbaurecht

Verkauft die WBU die Halle im Rahmen eines Erbbaurechts, bedeutet das finanzielle Entlastungen wie oben und ebenfalls eine Aufrechterhaltung des Eissportangebots.

3. Abriss

Diese Variante ist im Vorschlagspapier der Stadt mit „Anderweitige Verwendung der Grundstücksflächen“ betitelt: Die Halle abzueißen und das Grundstück z. B. als Wohnland zu verkaufen bringt der WBU „einen einmaligen Positiveffekt“ von rund 250 000 Euro, zudem „könnte sich der Konzern ,Kreisstadt Unna´ um 1,5 Mio. Euro entschulden. Darüber hinaus besteht ein jährliches, konzernweites Einsparpotenzial von 230 000 Euro.“

Diese Möglichkeit würde naheliegend das Ende des Unnaer Eissports bedeuten. Umgekehrt brächte sie wahrscheinliche Positiveffekte mit sich, führt die Stadt aus: die Bauwirtschaft wird angekurbelt, zusätzliche Grundsteuereinnahmen fließen, die Infrastruktur im Bereich Bergenkamp werde besser ausgelastet und die Bevölkerung durch Zuzüge stabilisiert. Diese Effekte seien aber natürlich „nur schwer zu quantifizieren“.

eishalle pächter kuchnia

Eishallenpächer Silvia und Uwe Kuchnia.

4. Weiterführung der Halle mit der Ice and Fun-GmbH (Kuchnia)

Diese Möglichkeit steht an letzter Stelle der Handlungsalternativen. Bleibt alles wie bisher – die WBU behält die Halle, Familie Kuchnia betreibt sie – entstehen jährliche Kosten von 230 000 Euro. „Wegen des Alters der Eissporthalle wächst bei einer Verlängerung der jetzigen Vertragslaufzeit das Risiko einer baulichen Investitionsnotwendigkeit“, gibt die Stadt zu bedenken. Die Resultate des Bausubstanz-Gutachtens – es geht ab 2020 mittelfristig von 1,8 Mio. Euro Sanierungskosten aus – „sollten bei der Diskussion… unbedingt berücksichtigt werden.“

 

Kommentare (1)

  • petra weber

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    DIE LINKE. Ortsverband Unna, aber auch die Fraktion sprechen sich für einen weiteren Betrieb mit der Familie Kuchnia als Betreiber der Eissporthalle aus. Neben zahlreichen Vereinen, den Schulen, die aktiv die Eissporthalle nutzen, ist die Eishalle eine der wenigen sportlichen Einrichtungen, die nicht vereinsgebunden genutzt werden können. Nach dem Aus des Freibades in Massen würde man hier wieder einer breiten Anzahl der Menschen in Unna eine wichtige soziale Einrichtung entziehen. Das gilt insbesondere für Menschen, die hier keine Lobby haben.

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