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Stadt startet Betreuungsoffensive: 2 neue Kitas in Unna-Süd und Massen, Tagespflege im Rathaus

Mehr Kita-Plätze im Allgemeinen – mehr Plätze für unter Dreijährige im Besonderen. Die Stadt Unna plant drei neue Betreuungseinrichtungen.

1. Eine neue Kita für sechs Gruppen, zu bauen von dem kommunalen Wohnungsunternehmen UKBS auf dem Areal „Hertinger Tor“ – fußläufig zur Innenstadt. Diese Freifläche haben die Grünen just für einen städtebaulichen Wettbewerb vorgeschlagen (siehe unser gestriger Bericht dazu).

2. Eine kleinere Kita für drei Gruppen im Stadtteil Massen, konkret auf dem Gelände des künftigen Wohngebiets „Nordstraße/Im Westfelde“.  Hintergrund ist hier wie in der Innenstadt die geplante neue Wohnbebauung, die (wünschenswerterweise) auch mehr Kinder nach Unna und Massen bringt.

3. Eine Großtagepflegestelle im Rathaus: „Hier können 9 Plätze für unter Dreijährige geschaffen und investiv gefördert werden“, schildert die Stadt ihr Vorhaben in der schriftlichen Ausarbeitung für die Politik.  Die Betreuung sollen qualifizierte Tagespflegepersonen leisten, die auf selbstständiger Basis arbeiten. Ein Antrag auf Fördergeld ist beim Landesjugendamt gestellt.

DRK-Kita Hokuspokus

Betreuungsplätze – hier in unserem Bild die DKR-Kita Hokuspokus – sind knapp in Unna. Die Stadt will deshalb an der Stellschraube drehen. Denn wer neue Bürger gewinnen wolle, müsse als Stadt auch für die notwendige Infrastruktur sorgen, so steht es in der Begründung für den Vorschlag zur „Betreuungsoffensive“.

Die Stadt begründet ihren Betreuungsvorstoß mit der „Baulandoffensive“, durch die sie die Einwohnerzahl der Kreisstadt stabil halten oder möglichst auch steigern will. Für diese gewünschten Mehrbürger müsse die nötige Infrastruktur vorhanden sein, also auch Kitaplätze – auf die Familien zudem rechtlichen Anspruch haben.

Die Bauträger sollen bauen, und „geeignete Träger“ die Kitas dann betreiben. Für den neuen Kindergarten in Massen steht die Auswahl von Bauträger und Jugendhilfeträger noch aus.  Da beide Einrichtungen ca. 2017/ 2018 ihren Betrieb aufnehmen sollen, werden ab 2017 die anteiligen Betriebskosten für die Stadt fällig: pro Jahr rund 57 000 Euro. Zusätzlich fallen rund 72 000 Euro städtischer Anteil für die Ausstattung an. Das übrige Geld dafür (98 000 Euro) soll auf Fördertöpfen fließen.

Die Einrichtung der Großtagespflegestelle im Rathaus wäre somit weitgehend als Nullsummenspiel möglich: Die Jugendämter im Kreis Unna haben einheitliche Regelungen für die Finanzierung der Tagespflege vereinbart (ab 1.8.2015 Stundensatz 5,16 € zuzüglich Zuschüsse zu den Sozialabgaben). Neben den Ausgaben für die Tagespflegeperson stehen Einnahmen durch Elternbeiträge und den Landeszuschuss in Höhe von 754 €/ pro Fall und Jahr.
Beispiel: 9 Kinder werden 25 Std. wöchentlich betreut, das Elterneinkommen beträgt durchschnittlich 44.000 €: Die Ausgaben für die Tagesmütter betragen einschl. der Sozialabgaben rund 71.000 € im Jahr, die Einnahmen betragen durch Elternbeiträge und Landeszuschuss rund 23.000 €. Der städtische Zuschuss liegt bei rund 48.000 €.
Zusätzlich Kosten sind: Nebenkosten (Heizung/Wasser/Strom/Reinigung etc.) und ggf. Personalkostenzuschlag (Bereitschaftszuschlag; Personalkontinuität).

Sportplatz Hertinger Tor

Fußläufig zur Innenstadt im Süden der Stadt: Ein Teil des Areals Hertinger Tor ist als Standort für einen neuen Kindergarten vorgesehen.

 

 

Kommentare (3)

  • T.K.

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    Vielleicht sollte die Stadt erstmal dafür sorgen, das die Kosten für einen KiTa oder Tagesmutterplatz erheblich gesenkt werden. Als „Normalverdiener“ kann man sich das nämlich fast nicht leisten und Unna ist im sehr weiten Umkreis mit die teuerste Stadt in diesem Bezug.

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  • Helmut Brune via Facebook

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    Wenn alle es befürworten, dann muß es halt so sein.

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  • Jasmin Schhr via Facebook

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    Mando Line

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