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Stadt plant jetzt „kurzfristig“ Bürgerversammlung zur Landesstelle in Massen

Zur Reaktivierung der Landesstelle Massen zur Flüchtlingsunterkunft will die Stadt Unna die Bürger jetzt zeitnah zu einer  Informationsveranstaltung einladen.

Eine solche Bürgerversammlung war schon unabhängig von den akuten Vorfällen geplant, die seit dieser Woche für verstärkte Unruhe unter den Anwohnern sorgen (unsere Berichte von heute und gestern). „Ich gehe davon aus, dass wir jetzt kurzfristig in die Planungen einsteigen werden“, erklärte Stadtsprecherin Katja Sahmel am Nachmittag auf Anfrage unserer Redaktion.

Kurzfristige Reaktion scheint in der Tat geboten, da die Meldungen über den gestrigen Überfall auf die 60Jährige an der Kleinen Buderusstraße und den heutigen Vorfall im Rewe-Markt (ein Georgier bedrohte die Ladeninhaberin mit einer Einwegspritze) bereits für heftige Diskussionen sorgen. Die subjektive Wahrnehmung von Anwohnern, die sich über Facebook und in Rundblick-Kommentaren zu Wort melden, lässt sich zusammenfassen in „wir fühlen uns von der Stadt im Stich gelassen“ bzw. „die Lage hier eskaliert, und niemand tut etwas dagegen“.

Dr. Peter Kracht, der Ortsvorsteher von Massen, weiß seinerseits noch nichts von einem Termin für die Bürgerversammlung, in der es vor allem wohl auch um die geplante Trennanlage durch die Landesstelle gehen wird (siehe auch unsere Grafik). Wie bereits vor Weihnachten berichtet, soll dieser „Schutzwall“ mit Abzäunungen von bis zu zwei Metern Höhe die Flüchtlingsunterkünfte (wo künftig 600 bis 800 Menschen untergebracht werden sollen) von dem Hochschulgelände trennen.

Wie es in der öffentlich-rechtlichen Vereinbarung zwischen Stadt und Land dazu heißt: vornehmlich zum Schutz der Studenten und Anwohner vor Beeinträchtigungen wie z. B. Lärm. Unter den direkten Anwohnern der Landestelle grassiert nach den jüngsten Vorfällen offenbar aber vermehrt die Furcht vor steigender Kriminalität.

Die Zaunanlage soll übrigens auch Eingangskontrollen bekommen und der (begrünte) Wall insgesamt bis zu zehn Metern breit angelegt werden.

Die frühere und jetzt erneute Landesstelle wird nach der Vereinbarung zwischen Stadt Unna und Land NRW bis 2025 als Flüchtlingsunterkunft festgeschrieben. Parallel dazu wollen alle Beteiligten die Entwicklung der Hochschule weiter voran treiben.

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