Rundblick-Unna » Neuer Verdacht: Spur des Berlin-Terroristen führt nach NRW – Kontakte zu Prediger in DO

Neuer Verdacht: Spur des Berlin-Terroristen führt nach NRW – Kontakte zu Prediger in DO

Die Spur führt nach Nordrhein-Westfalen und bis in Unnas Nachbarstadt: Der Massenmörder von Berlin (der am Montagabend mit einem Lkw in den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche raste und – nach aktuellem Stand – 12 Tote sowie Dutzende Verletzte auf dem Gewissen hat) könnte aus NRW stammen und Kontakte nach Dortmund  unterhalten haben.

Nach Informationen des Rechercheteams von Süddeutscher Zeitung (SZ), WDR und NDR haben die Ermittlungsbehörden als Verdächtigen einen 24jährigen Tunesier im Blick, der zuletzt in Kleve gemeldet war und sich per Duldung in Deutschland aufhält. Er soll mehrere Identitäten verwendet haben.

Prekär für das NRW-Innenministerium ist der Umstand, dass die Landesbehörden den Nordafrikaner laut den Rechercheergebnissen bereits seit Längerem im Blick hatten. Er galt als „Gefährder“ und damit als Person, der ein Anschlag zuzutrauen ist. Denn Anis A. unterhielt Kontakte zum Islamischen Staat (IS). Ganz nah rückt der Terrorverdacht an Unna heran durch den Umstand, dass der betreffende Mann auch Kontakte zu einem Prediger aus Dortmund gepflegt und bei diesem mehrmals übernachtet haben soll.

Konkret ins Ermittlungsvisier rückte der 24Jährige durch ein Dokument, das im Fußraum des polnischen Lastwagens gefunden wurde: eine auf den Namen des (behördenbekannten) junge Mannes ausgestellte Duldungsbescheinigung. Gemeldet war er demnach im Kreis Kleve.

Kurzes Update aus der Pressekonferenz mit IM Jäger, die nach gerade mal 15 Minuten beendet war: Der Gesuchte sei offensichtlich seit Juli 2015 in der Bundesrepublik und „hoch mobil“. Sein Asylantrag sei im Juli 2016 vom BAMF abgelehnt worden. Die Behörden in Kleve, wo er gemeldet war, betrieben seine Auslieferung, obwohl er in Berlin lebte. Er habe nicht abgeschoben werden können, weil er keine gültigen Papiere hatte. Tunesien habe auch bestritten, dass er dort Staatsbürger sei. Passersatzpapiere seien gerade heute eingetroffen. – Quelle: WDR Dortmund.

anis-a

fahndung

UPDATE am Mittwochabend: Bundesweite Fahndung nach Anschlag

Fahndung des Bundeskriminalamtes nach Anis Amri im Zusammenhang mit dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz in Berlin am 19.12.2016 – bis zu 100.000 Euro Belohnung sind ausgesetzt.
Anis Amri ist 24 Jahre alt, geboren in Tunesien, 178 cm groß, wiegt circa 75 kg, hat schwarze Haare und braune Augen.
Bundesanwaltschaft und BKA bitten um Ihre Unterstützung: Wer kann Angaben zu gegenwärtigen oder früheren Aufenthaltsorten der Person machen?
Achtung! Wenn Sie die gesuchte Person sehen, benachrichtigen Sie die Polizei. Bringen Sie sich selbst nicht in Gefahr, denn die Person könnte gewalttätig und bewaffnet sein!

Kommentare (24)

  • luenne

    |

    Warum bekommt ein „Gefährder“ eine Duldungsbescheinigung ?

    Antworten

    • Silvia Rinke

      |

      Gute Frage, luenne! Eine andere wäre: Wieso hinterlässt ein Terrorist sozusagen seine Visitenkarte am Tatort, haut dann aber dennoch ab? Ist das eine moderne Art von Bekennerschreiben? :-/ Man kann sehr gespannt sein, wie sich diese seltsame Geschichte weiterentwickelt…

      Antworten

      • Luenne

        |

        Hatte auch erst an eine Spur zur Ablenkung gedacht wollte aber nicht die Verschwörungstheorien starten :-)

        Antworten

    • Silke Lohmeier

      |

      Eine Duldung bekommt jemand, weil die Abschiebung noch wegen fehlender Reisepapiere – hier die Passersatzpapiere – ausgesetzt ist.

      Antworten

      • Silvia Rinke

        |

        Danke, Silke Lohmeier!

        Antworten

  • Hanno

    |

    Nur noch zum Kotzen…..solche Typen gefährden unser Land.
    Warum fliegen die nicht sofort raus und versorgen ihren A…. auf unsere Kosten ? Unsere Politiker haben nichts mehr im Griff. Jäger sollte als Chef der Polizei sein Amt abgeben und die Polizei ihre Arbeit ohne seine Vorgaben machen lassen. Die wissen besser, was zu tun ist.
    Jäger ist sowas von über…..
    NRW ist das allerletzte Loserbundesland !

    Antworten

  • Mike

    |

    Schon alles sehr merkwürdig, erst heute findet man im LKW das Dokument ? Gut mag sein, daß aus taktischen Gründen nichts verlautbart wurde. Andersrum, ist es nun öffentlich bevor überhaupt ein Zugriff erfolgt ist, noch kurioser wird es allerdings, daß sein Bild mit Balken über den Augen gezeigt wird ???

    Ich denke es wird dringend Zeit unsere Politik zu überdenken zu Gefährdern und warum diese eine Duldung bekommen. Wer sich so klar gegen Deutschland stellt, hat meiner Meinung nach sein Gastrecht verwirkt.

    Antworten

    • Silvia Rinke

      |

      Dass verschiedene Medien das Bild verpixelt zeigen, hat schlicht den rechtlichen Hintergrund, dass die Polizei es noch gar nicht zur Fahndung freigegeben hat, Mike.

      Antworten

      • Mike

        |

        Seit heute Mitternacht ist er Europaweit zur Fahndung ausgeschrieben, aber das Bild noch nicht freigegeben, anscheinend ist man sich wohl demnach nicht sicher, daß es der Täter ist, wäre ja eigentlich auch zu schön, wenn jemand seine Papiere am Tatort liegen lässt, könnte also evtl. auch eine absichtlich falsch gesetzte Fährte sein, wer weiss.

        Antworten

  • Andrea

    |

    Herr Jäger kümmert sich lieber um Fußball-Fans und Kuttenverbot auf Crange…..

    Antworten

  • Silvia Rinke

    |

    Zur Kenntnis: Ein kurzes Update ist dem Bericht angefügt worden – Innenminister Jäger stellte sich heute Nachmittag eine Viertelstunde lang Fragen der Presse.

    Antworten

  • fürst

    |

    Nicht abgeschoben wegen fehlender Dokumente.
    Aber einreisen geht -ging zumindest- ohne Dokumente.

    Antworten

  • Silvia Rinke

    |

    Kurzes Update: Das Bild ist jetzt zur Fahndung freigegeben und eben auch hier bei uns eingestellt worden.

    Antworten

  • Wierumer

    |

    Es ist schon erstaunlich wie schnell unsere Justiz und die zuständigen Auslandsbehörden reagieren wenn auch nur Ansatzweise ein geringer Grund vorhanden ist „Leute“ aus der Haft (in diesem Fall Abschiebehaft) zu entlassen. Innerhalb von 24 Stunden ist das möglich selbst wenn eine akute Gefährdung der Allgemeinheit durch vorherige monatelange Überwachung wg. Verdacht auf Kapitalverbrechen vorliegt. Um so erstaunlicher ist es was man alles anstellen kann und muß bevor ein Haftrichter selbst bei Raub, Körperverletzung etc. überhaupt einen Haftgrund ausspricht.
    Ach ja, ich vergaß, wir sind ja in NRW. Rot / Grün geführt .

    Antworten

    • Wierumer

      |

      sehe gerade einen Kommentar von Jäger. Warum ist der noch im Amt??

      Antworten

      • Wilhelm Winterhoff

        |

        Sehr geehrter Herr Wierumer!

        Da Sie offensichtlich in der Lage sind, jetzt und sofort sich für dieses Amt als qualifiziert anzubieten, wäre es sehr nett, wenn Sie, basierend auf der gültigen Rechtsordnung, die Allgemeinheit nicht nur mit Plattitüden füttern, sondern uns detailliert und natürlich rechtskonform schildern, wie die sofort zur Verfügung stehende Lösung aussieht.

        m. f. G.
        Wilhelm Winterhoff

        Antworten

        • Wierumer

          |

          Sehr geehrter Herr Winterhoff
          leider geht aus der Antwort nicht so ganz klar auf welchen Kommentar sie sich bezieht. Aber egal, ich muss sie enttäuschen. Qualifiziert bin ich bei meiner Arbeit. Nicht in dem (was auch immer) von ihnen angedachten Job. Das Maße ich mir nicht an. Um so erstaunlicher ist es dass es etliche Leute gibt die es trotzdem machen. Einige Politiker sind da in der ersten Reihe zu finden. Allerdings habe ich täglich betriebswirtschaftliche Vorgänge zu analysieren und die Auswirkungen zu beurteilen. Deshalb erlaube ich mir auch schon mal einen Kommentar zu getroffenen Entscheidungen in der Politik. In diesem Sinne „einen schönen Abend noch“

          Antworten

          • Wilhelm Winterhoff

            |

            Sehr geehrter Herr wierumer!
            Ich möchte Ihnen die Frage gerne erläutern. Meines Erachtens gehört es zu einer vernünftigen, eine Situation verbessernden Diskussion dazu, dass man nicht nur Forderungen in den Raum stellt. (wie z. B. die Frage nach einem Verbleib im Amt).
            So etwas kann jeder Trottel. Da sie aber für sich ein gewisses Niveau reklamieren, erwarte ich in solchen Fällen konstruktive und machbare Vorschläge, die auch einer Prüfung standhalten können.
            Und in solchen Fällen einer Erläuterung würde es mich interessieren, auf welches belastbare Hintergrundwissen Sie zurückgreifen und wie eine Lösung Ihrer Meinung nach aussieht.
            Verstehen Sie mich nicht falsch, dass sich etwas ändern muss, ist nicht zu leugnen. Mir geht es nicht um Ihre politische Einstellung, die ist mir …..egal. Mein Interesse liegt hier darin begründet, dass ich mein Wissen auf die letzte Zeit, die mir im Alter verbleibt, noch weiter ausbauen möchte. Ich bin neugierig und deshalb stelle ich Fragen.
            Sie fordern JETZT eine Änderung. Also frage ich nach Ihren Vorstellungen und wie Sie diese dann auch JETZT umsetzen können, ohne z. B. gültiges Recht zu brechen.

            m. f. G.
            Wilhelm Winterhoff

            Antworten

            • Dagobert

              |

              Ihr Wunsch nach konstruktiven Lösungen ist niedlich, Willi Winterhoff.
              Ein Kritiker muss keine Lösung anbieten. Wie heißt es so schön ? „Ich weiß nicht, wie man Eier legt, aber ich weiß, wann ein Ei stinkt“. Das Ei unserer Bundesregierung stinkt gewaltig. Unabhängig hiervon neigen Sie unverändert zum Schwafeln.

              Von mir auch „einen schönen Abend noch“ und frohe Weihnachten !

              Antworten

  • Christoph Tetzner

    |

    Guten Morgen,
    So bedauerlich der Anschlag in Berlin auch war, sollte man dennoch nicht vergessen das wir in unserem Land bisher von solchen Anschlägen verschont geblieben sind; dies ist auch unseren Sicherheitsbehörden zu verdanken, die eine nicht geringe Anzahl vereitelt haben. In Zeiten einer erhöhten Gefährdungslage, welche wir ja bereit seit geraumer Zeit haben, ist leider immer mit Anschlägen zu rechnen. Dies sollte auch jedem klar sein nach Madrid, Paris und London.
    Bereits im letzten Jahr warnte das Innenministerium vor Weihnachtsmärkten als potentielles Ziel von Anschlägen.
    Das soll nicht heißen, es musste ja so passieren. Dennoch glaube ich ist es weniger einem eventuellen Versagen der Sicherheitsbehörden geschuldet, als der politischen Lage in den Anrainerstaaten der EU. Flüchtlinge verhindert man nur, wenn man die Ursachen der Flucht bekämpft: Dies sind meist Krieg, Verfolgung von Menschen, Diktatur und auch politische Instabilität.
    Nachsehen mag man mir diese Bemerkung: Ich glaube zu einer Zeit eines Außenministers Genscher oder auch eines Egon Bahr hätte es diese Vielzahl an Problemen nicht gegeben und es wären mehr Lösungen herbei geführt worden. Wenn aber nun immer mehr wirtschaftliche Gründe mitspielen werden solche Konflikte immer undurchschaubarer und eine Lösung rückt in weite Ferne!

    Antworten

  • fürst

    |

    In Bezug auf Anis Amri vermute ich bloßen blinden Aktionismus zur täuschenden Beruhigung der Bevölkerung.
    Schon vor Monaten schrieb ich, daß ISIS blöde sein müßte, wenn nicht versucht würde, mit den Flüchtlingen auch Attentäter in unser Land zu schleusen.
    Nun behaupte ich, daß kein Attentäter so blöde sein kann, am Tatort irgendwelche Papiere zurückzulassen.
    Jeder halbwegs vernunftbegabte Einbrecher entledigt sich vor seiner Tat sämtlicher auf ihn verweisender Gegenstände, die er verlieren könnte.

    Antworten

  • Hans-Otto Dinse

    |

    Der Tunesier soll ja unter 6 verschiedenen Identitäten gemeldet gewesen sein. Eine davon hat er im Truck hinterlassen……. oder wurde sie ihm von Terroristen „abgekauft“ um eine weitere falsche Spur zu legen. Ich denke da an den 1. Verdächtigen, der auch keiner war. Das alles Spuren um dem wirklichen Mörder die Flucht zu ermöglichen?

    Antworten

  • Hans-Otto Dinse

    |

    Meine Forderung an den Berliner Senat und die Bundesregierung.
    Ehrenbürgerschaft für den polnischen Brummifahrer, sollte es sich bestätigen, dass er bis zum Ende gekämpft hat, um die Besucher des Weihnachtsmarktes zu schützen. Finanzielle Sicherstellung seiner Witwe durch den deutschen Staat.

    Antworten

  • Werwolf

    |

    Da gebe ich Herrn Dinse ausnahmsweise Recht, sehr guter Vorschlag

    Antworten

Kommentieren