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Defibrillator rettet Leben beim TC Grün-Weiß Unna

Mit Lebensretter „Defi“ v.l. Matthias Hartmann, Klaus Heimging, Dr. Dirk Prünte, Vereinsmanager Daniel Sawitzki. Foto: TC Grün-Weiß Unna

Mit Lebensretter „Defi“ v.l. Matthias Hartmann, Klaus Heimging, Dr. Dirk Prünte, Vereinsmanager Daniel Sawitzki. Foto: TC Grün-Weiß Unna

 „Ich bin super dankbar, dass der Defi mein Leben gerettet hat“

Ein Defibrillator kann Leben retten. Das ist allgemein bekannt. Deshalb sollte der lebensrettende Stromstoß an jeder Ecke verfügbar sein. Der Bönener Verein definetz engagiert sich schon seit Jahren für ein flächendeckendes Netz. Und auch beim TC Grün-Weiß Unna waren die Mitglieder von einem Defibrillator überzeugt. Rund 1300 Euro steckte der Verein trotz knapper Kassen in das Gerät und er hat sich schneller bezahlt gemacht, als vielen lieb ist. Zum Glück für Klaus Heimging, Mitglied beim TC Rot-Weiß Schwerte.

Der 60-Jährige spielte im August beim Mercedes-Cup in den Hallen des TC-Grün-Weiß Unna. Als er zum Netz geht, um den Ball aufzuheben, fällt er um. Herzstillstand, klinisch tot – obwohl sich der Tennisspieler vor dem Match topfit gefühlt hat.

Turnierleiter Hartmann lobt: „Super-Krisenmanagement“

Was sich dann auf dem Court abspielt, bezeichnet Turnierleiter Matthias Hartmann als „Super-Krisenmanagement“: Während der Mediziner Dr. Christoph Heider, selbst im Match auf dem Nebenplatz, sofort mit der Herzmassage beginnt und Heimgangs Frau von Mund zu Mund die Sauerstoff-Versorgung sicher stellt, rufen andere den Notarzt und die Clubhaus-Wirtin holt den Defibrillator.

Die Stromstöße zeigen Wirkung, knapp zwei Minuten später kommt Heimgang wieder zu sich, die weitere Behandlung übernimmt das Katharinen-Hospital. Eine Operation mit drei Bypässen in Dortmund und die Reha lassen den genesenen 60-Jährigen heute wieder auf dem Platz stehen.

Klaus Heimging spendet Defi an TC Rot-Weiß Schwerte

„Alterszucker“, sagt der passionierte Tennisspieler, sei der Grund gewesen für seinen plötzlichen Tod. Der habe die Herz-Kranzgefäße zugesetzt. Eigentlich keine Chance. „Ich bin super dankbar, dass der Defi mein Leben gerettet hat“, sagt der Schwerter, der nicht nur seinem heimischen Club sofort einen Lebensretter spendiert hat, sondern dem TC auch eine Geldspende für die Jugend-Abteilung.

Ein willkommenes Dankeschön für Clubchef Dr. Dirk Prünte, der relativiert: „Das schönste Geschenk ist, dass er wieder dabei ist.“ Was er nicht sagt: Der Club allein hätte seinerzeit den „Schock-Geber“ (Kosten: 1200 bis 1900 Euro) allein nicht anschaffen können, Sponsoren wie Mercedes und „z-point“ halfen einmal mehr.

TC Grün-Weiß Unna ist einer der ersten Tennisvereine mit eigenem Defibrillator

Der TC Grün-Weiß Unna zählte übrigens zu den ersten Tennisvereinen mit einem eigenen Defibrillator und gewann mit dem Westfälischen Tennisverband einen potenten Partner, weil der für alle Tennisvereine besondere Konditionen bei einem Hersteller ausgehandelt hat. Tipp: Oftmals wechseln Firmen ein älteres gegen ein aktuelles Modell und verkaufen den Vorgänger günstig.

Funktionsfähig ist ein „Gebrauchter“ allemal, denn wichtig ist nur, dass nach einem Einsatz die Elektroden für den wiederbelebenden Schock erneuert werden. Nicht zu vergessen: „Wir haben einen Defi-Beauftragten im Club,  der nach und nach einzelne Spieler der Mannschaften im Umgang mit dem Gerät geschult hat“, sagt Dirk Prünte.

Wohlwissend, dass nicht – wie im Sommer – im Notfall auch gleich ein Mediziner auf dem Nebenplatz spielt. Ein Jahr später wird der Mercedes-Cup vom 28. bis zum 31. August zum 12. Mal beim TC Grün-Weiß ausgetragen. Eventuell wieder mit Klaus Heimging: „Wenn überhaupt, dann nur im Doppel.“ Einzel spielt er schon jetzt wieder – allerdings kein kraftraubendes Match mehr.

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