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SPD und Freie Wähler wachsen zur "Schattenkoalition" zusammen

Sarah und Klaus Göldner von den Freien Wählern FLU/FW Unna. Foto: Silvia Rinke

Sarah und Klaus Göldner von den Freien Wählern FLU/FW Unna. Foto: Silvia Rinke

SPD und die Hälfte der früheren CDU-Ratsvertretung wächst in wichtigen Fragen der Unnaer Lokalpolitik so langsam zu einer Art „Schattenkoalition“ zusammen. Nach ihrem übereinstimmenden Ja zur Notwendigkeit einer Innenstadtsanierung liegen Sozialdemokraten und Freie Liste Unna (FLU) unter dem früheren CDU-Frontmann Klaus Göldner auch beim Kulturthema eng beieinander.

Kulturstadt ist Unna aus Sicht des SPD-Fraktionvorsitzenden Michael Hoffmann, er fordert (auch als Kulturausschussvorsitzender) für dieses Gut zu kämpfen und auch Geld auf den Tisch zu legen. Wieviel Geld das sein muss, soll und darf – insbesondere für die finanziell angeschlagene Lindenbrauerei – darüber wird bekanntlich heftig politisch gestritten. Für die SPD gab Hoffmann schon früh die Leitdevise aus: Ohne das Kulturzentrum ist Unna nicht denkbar. Der neue Rat müsse entscheiden, ob die Stadt dauerhaft mehr Geld investieren soll, um ihre Kulturarbeit im Gesamten weiterzuentwickeln.

FLU/FW fordert 30 000 Euro mehr für die Lindenbrauerei

Ganz ähnlich sehen das die Freien Wähler. Ein Alleinstellungsmerkmal von Unna, meint Klaus Göldner, sei das Zentrum für Internationale Lichtkunst. In jedem Fall sei die bisherige Bezuschussung fortzusetzen. Das Kulturzentrum Lindenbrauerei soll aus sich der FLU/FW auf lange Sicht pro Jahr 30 000 Euro mehr als bisher bekommen. 75 000 Euro stehen im Raum und werden in dieser Höhe auch voll von der SPD unterstützt. Mit Piraten und Linken wäre gleichfalls mehr Geld für die Kultur zu machen, vor allem für die Kleinkunst; doch pochen beide auf Transparenz – erheblich höhere als bisher.

In klassischer Blockbildung sind CDU und FDP energisch gegen eine Erhöhung der Zuschüsse für die Kultur. „Leuchtturmprojekte“ wie die Lichtkunst lehnen die Liberalen ohnehin strikt ab und tut das weiterhin, generell müsse aber auch mal endgültig Schluss sein mit dem fröhlichen Wunschkonzert. Zusammen mit der CDU fordert die FDP ein (bezahlbares) Kultur-Gesamtkonzept inklusive Stadthalle – die jährlich 630 000 Euro benötigt. Maximal drei Millionen Euro Förderung für alles zusammen – damit Schluss, fordern die beiden Fraktionen. Völlig anders sehen das die Grünen: Sie finden, dass die Kulturarbeit in Unna schon jetzt viel zu wenig Geld erhält. Wieso spare sich die Stadt nicht die nächsten opulenten Bauprojekte ein? (sia)

Der momentane Wert von Unnas Kultur

2, 9 Mio. Euro lässt sich Unna in diesem Jahr die Kultur kosten, bei einem Haushaltsvolumen insgesamt von145 Milo. Macht zwei Prozent des Haushalts für Kultur – ähnlich wie in umliegenden Kommunen.

199 000 Euro bekommt die Lindenbrauerei jährlich von der Stadt, so viel wie keine andere Kultureinrichtung in Unna. Kulturzentrum und Schalander besuchten im vorigen Jahr 117 000 Gäste.

Das Lichtkunstzentrum wird mit jährlich 117 500 Euro gefördert. Besuche im Jazhr 2013: eine Viertelmillion.

Das Theater Narrenschiff bekommt 30 000 Euro. Der Rest entfällt auf die übrigen Einrichtungen, von Hellweg-Museum bis Volkshochschule.

Kommentare (1)

  • Claus Palm

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    Das mit der Viertelmillion Besucher des Lichtkunstzentrum ist aber ja wohl ein Tippfehler. Im Durchschnitt sind es gerade mal ca. 20.000 pro Jahr.

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