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SPD-Chef König klärt im Juni mit Kolter die Bürgermeisterfrage

Amtsinhaber könnte auch im Pensionärsalter noch weitermachen

Macht er´s noch mal, oder zieht er den Ruhestand vor? In einem ruhigen Vier-Augen-Gespräch mit Werner Kolter wird  SPD-Stadtverbandsvorsitzender Volker König bis Ende Juni klären, ob der Bürgermeister 2015 noch ein weiteres Mal für das höchste Stadtamt kandidiert. „Ich habe mit Werner Kolter über das weitere Vorgehen telefoniert, und wir sind uns einig“, berichtet Volker König. „Am 13./14. Juni ist Klausurwochenende und am 18. die konstituierende Sitzung des neuen Rates. Danach schauen wir.“ Kolter, der im Juli seinen 65. Geburtstag feiert, wäre er nicht das erste Stadtoberhaupt, das sein Amt auch im Pensionärsalter weiter führt. Hermann Hupe in Kamen ist das nächst liegende Beispiel dafür – der enorm populäre  SPD-Verwaltungschef und frühere Gymnasialleiter erzielte bei seiner Wiederwahl am 25. Mai ein sagenhaftes Ergebnis – er schrammte knapp an der  72-Prozent-Marke vorbei. Anders als Hupe möchte Kolter bekanntlich seine Amtszeit bis 2015 komplett erfüllen statt sie um ein Jahr zu verkürzen. Damit hätte er die Möglichkeit geschaffen, die Bürgermeisterwahl (wie in Kamen, Bergkamen oder Fröndenberg) mit der Kommunalwahl  „zusammenzupacken“; der Stadtkasse hätte das rund 100 000 Euro gespart. Kann dies jedoch als Argument gegen einen im Amt verbleibenden Bürgermeister verwendet werden? Volker Fleige, Stadtoberhaupt in Menden, sagt entschieden Nein dazu Er sei für sechs Jahre gewählt worden, argumentierte er auf diese Frage stets selbstbewusst, und habe sich für diesen Zeitraum auch Aufgaben vorgenommen, die er wie geplant erledigen wolle. Ähnlich argumentiert Rainer Eßkuchen in Bönen, der ebenfalls bis 2015 im Amt verbleibt. Die „Bürgermeisterparteien“ in Unna und Bönen verloren bei der Wahl deutlich Prozente. In Unna büßte die SPD 4,5  Prozent gegenüber der letzten Wahl ein, den Genossen in Bönen ging die absolute Mehrheit flöten. Für Kritiker an Kolters (und Eßkuchens) Entscheidung sind diese Verluste eindeutig dem fehlenden „Bürgermeisterbonus“ anzukreiden. Unnas SPD-Volker König zieht diese kompromisslose Sicht zumindest in Zweifel. „Natürlich kostet ein guter Bürgermeister, der nicht antritt, ein paar Wählerstimmen“, räumt König ein, der selbst in seinem Wahlbezirk hervorragende 42 Prozent plus erzielte. „Aber bei sieben Fraktionen im Rat müssen die Stimmen auch irgendwo her kommen. Wir haben 21 von 23 Direktmandaten geholt, viele mit weit über 40 Prozent! Sebastian Laaser erzielte in  Königsborn – als Newcomer! – über 56 Prozent! Da kann ich keinen fehlenden Bürgermeisterbonus entdecken.“ Entscheidet sich Kolter im Juni im Gespräch mit seinem Parteivorsitzenden gegen eine erneute Kandidatur, würde der erste Zugriff für die SPD naheliegend auf die eigene Verwaltung erfolgen. Der Name des Kämmerers Karl-Gustav Mölle wird als Möglichkeit gehandelt. Alternativ müsste die SPD einen Bewerber aus den eigenen Reihen aufbauen – sofern sie sich nicht, dritte Möglichkeit, für eine „externe Lösung“ entscheidet und einen Verwaltungsfachmann von außerhalb sucht. Für beide Alternativen ist ein Jahr zwar eine knappe Zeit – sie ist aber noch nicht zu knapp. (sia)

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