Rundblick-Unna » SPD: Anne-Frank-Schule wird nicht zu halten sein. Künftig nur noch eine Realschule für Unna – Standort soll aber offen bleiben.

SPD: Anne-Frank-Schule wird nicht zu halten sein. Künftig nur noch eine Realschule für Unna – Standort soll aber offen bleiben.

Die SPD, die bisher zumindest vorsichtig noch an beide Unnaer Realschulen glaubte, ist unsanft auf dem harten Boden der Tatsachen gelandet. „Die Anne-Frank-Schule wird nicht zu halten sein“, stellte der Fraktionsvorsitzende Michael Hoffmann am Mittag ernüchtert und mit großem Bedauern fest. Damit setzen die Sozialdemokraten einen Schlusspunkt hinter ihren Vorsatz, der Königsborner Realschule nicht vorschnell das Totenglöcklein zu läuten.
Zu klingeln begonnen hatte das Glöcklein spätestens mit der Vorstellung des Schulentwicklungsplanes durch Dr. Ernst Rösner im März (wir berichteten). Dieser stellte der AFR schon mittelfristig eine vernichtende Prognose, die sich bei der Anmelderunde für das im August beginnende neue Schuljahr desolat bestätigte: Mit nur 34 gemeldeten Kindern für die fünfte Klasse durfte die Anne-Frank-Schule keinen neuen Eingangsjahrgang mehr einrichten. Gleich Schülerinnen und Schüler 20 fehlten für die Mindestzahl der festgelegten Zweizügigkeit. Mindestens zwei parallele Klassen mit zusammen 54 Kindern im Minimum. Dieses Ziel wurde frustrierend klar verfehlt.
Die Hellweg-Realschule in Massen hingegen hielt ihre Anmeldezahlen relativ konstant. Dennoch sieht Michael Hoffmann keinen zwingenden Grund dafür, dass der künftig nur noch einzige Unnaer Realschulstandort nun auf jeden Fall Massen sein muss. „Die Standortfrage muss offen disktutiert werden“, betont der Vorsitzender der größten Ratsfraktion Unnas. Dass zur Massener Realschule auch viele Holzwickeder Kinder gehen, findet er als Begründung dünn. „Wenn man so argumentiert, kann man auch mit einer Aussage kontern, die sehr ernst zu nehmen ist: Unnaer fahren nicht nach Massen“, hält er mögliche Kritik vorwegnehmend entgegen.
Schon in ihrem Programm für die Kommunalwahl 2014 äußert sich die SPD mit Vorsicht zur Realschulfrage. Zwar unterstrich ihr Fraktionsvorsitzender nach dem Vortrag des Schulgutachters: „Nur noch eine einzige Realschule in Unna sehe ich noch lange nicht.“ Doch schon im Wahlprogramm stellt die SPD zur Anne-Frank-Schule nüchterne Fakten fest und enthält sich einer konkreten Parteinahme: „Aufgrund der Finanzlage und der Demografie lassen sich weder Sanierung noch Neubau darstellen. Zu Recht mahnt die Schule eine Richtungsentscheidung an. Dabei prüft die Verwaltung nun vorrangig die gemeinsame Unterbringung in der Hellweg-Realschule in Massen.“ Wie gesagt, der Standort Massen ist für Michael Hoffmann längst nicht Gebet. Und so ist dem Passus im Wahlprogramm auch die Handlungsanweisung an die Stadt angefügt: „Die Verwaltung soll auch alternative Raum- und Organisationskonzepte prüfen und entwickeln.“
Schon während Dr. Rösners Vortrag hatten sich CDU und Freie Liste Unna (FLU) von einem weiteren Realschuldoppel verabschiedet. Beide mit erklärtem Bedauern, gleichwohl vor „einer bundesweiten Tendenz“ (Gerd Heckmann, CDU) kapitulierend. Für die FDP war der Niedergang einer der beiden Realschulen in Unna ohnehin vorhersehbar. Sie wird sich mit ihrem Fraktionsduo Martin Bick und Andreas Tracz jetzt bestätigt sehen. (Silvia Rinke)

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