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Sonderkommission macht reisende Einbrecherbanden dingfest: Hochspezialisierte Banden legen bis zu 3000 km zurück

Da sich Einbrecherbanden in der Regel kaum von Kreisgrenzen beeindrucken lassen, hier eine heute veröffentlichte Zwischenbilanz der benachbarten Kreispolizeibehörde Märkischer Kreis: Sie dürfte interessante Rückschlüsse auch auf die anhaltende Einbruchsserie im Kreis Unna zulassen. Stichwort: reisende Banden. Diese legen – laut der aktuellen Bilanz – für ihre kriminellen Machenschaften bis zu 3000 km zurück und sind teilweise hochspezialisiert. Auf „Fensterbohren“, Hochklettern bis in die zweite Etage…

Anders als (voraussichtlich) im Kreisgebiet Unna sind die Einbruchszahlen im MK im Zeitraum November und Dezember zurückgegangen: Um 87 Taten im Vergleich zum Vorjahr. 247 Einbrüche wurden angezeigt. Die Zahlen für den Kreis Unna liegen noch nicht vor.

Die Kreispolizei MK führt die positive Tendenz auf ihre spezielle Einbruchskommission „EK Casa“ zurück. Diese Spezialeinheit ließ in den letzten Wochen eifrig die Handschellen klicken. Verschiedene Tatverdächtige sitzen derzeit in Untersuchungshaft, nach anderen wird weiter gefahndet.

Einer albanischen Tätergruppe konnte eine Serie von Wohnungseinbrüchen im Süden des MKs zugeordnet werden. Die Gruppe arbeitete als sogenannte „Fensterbohrer“ und kletterte für ihre Taten sogar in die erste oder zweite Etage. Wie die Polizeibeamten herausfanden, stammten die Täter aus Duisburg. In enger Zusammenarbeit mit der Polizei Duisburg gelang dort schließlich die Festnahme.

Eine weitere Tätergruppe stammte aus Georgien. Durch akribische polizeiliche Arbeit konnte ermittelt und nachgewiesen werden, dass sie für Wohnungseinbrüche in Herdecke, Dortmund und im Märkischen Kreis verantwortlich waren. Aber damit nicht genug. Es stellte sich heraus, dass die reisenden Täter in ganz Europa Beutezüge begingen und hierfür an den Wochenenden bis zu 3000 km (!) zurücklegten. Gegen drei Tatverdächtige erging ein Haftbefehl.

Nach einem Wohnungseinbruch in Menden konnte durch Zeugenbefragungen in der Nachbarschaft ein Tatverdacht gegen eine Gruppierung aus Bochum begründet werden. Die Ermittlungen hierzu dauern an.

In Meinerzhagen gelang der Polizei die Festnahme von drei rumänischen Frauen. Sie wurden bei einem Wohnungseinbruch auf frischer Tat angetroffen. Gegen zwei der drei Frauen wurde Untersuchungshaft angeordnet.

In Plettenberg flohen drei Täter nach einem Tages- und Wohnungseinbruch. Auch hier konnten Polizeibeamte einen Mann aus Bosnien auf frischer Tat festnehmen.

In Hemer konnten verschiedene, unabhängig voneinander agierende Tatverdächtige ermittelt werden. Darunter befanden sich drei marokkanische Asylbewerber, zwei Männer aus Rumänien und drei aus Serbien. Sie hatten diverse Einbrüche begangen. Gegen einen der rumänischen Staatsangehörigen und einen Mann aus Serbien konnten Untersuchungshaftbefehle erwirkt werden. Sie sitzen gegenwärtig ein.

Die Ermittlungen der „EK Casa II“ werden fortgeführt.

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