Rundblick-Unna » Sommerhitze: Kinder und Tiere NIE im Auto lassen!

Sommerhitze: Kinder und Tiere NIE im Auto lassen!

Es sollte selbstverständlich sein, doch wie Berichte von Polizei und Feuerwehr jedes Jahr zeigen, ist es das nicht: Im Sommer dürfen weder Kinder noch Tiere im Auto bleiben – auch nicht, wenn das Einkaufen nur 10 Minuten dauert oder das Auto im Schatten geparkt ist.

Ein Auto kann schon bei gemäßigten und angenehmen Temperaturen zu einem wahren Glutofen werden. Kreislaufzusammenbruch und Hitzschlag – schlimmstenfalls der Tod – sind die Folge. Bei einer Außentemperatur von nur 20 Grad kann sich der Wagen innerhalb von nur einer Stunde auf bis zu 46 Grad aufheizen, bei 30 Grad ist diese Temperatur im Auto bereits nach einer halben Stunde erreicht.

Was dürfen Passanten?

Darf ich als normale Person einfach die Scheibe einschlagen? Ja! Zwar hat die Polizei Sonderrechte, aber auch der Bürger darf, im Rahmen des allgemeinen Notwehr- und Nothilferechts bestimmte Dinge tun – dazu gehört auch, im Falle von Gefahr eine Scheibe einzuschlagen, um ein Leben zu retten. Nichts zu tun wäre, als unterlassende Hilfeleistung, sogar erst recht strafbar.

Das Zerstören oder mutwillige Beschädigen fremden Eigentums ist eine Straftat – und zwar Sachbeschädigung. Ist aber jemand in akuter Lebensgefahr, darf auch ein Passant die Scheibe einschlagen. Jedoch sollte auch hier umsichtig gehandelt werden. Das Zerstören der Scheibe muss das letzte Mittel sein. Das heißt, es muss zuvor nach dem Fahrer des Wagens gesucht werden. Auf dem Parkplatz des Einkaufszentrums heißt das also: Ausrufen lassen!

2017-05-29_Hitze im Auto

Zusätzlich sollten die Rettungskräfte, Polizei oder Feuerwehr, alarmiert werden. Meist informieren sich die Retter gegenseitig, d.h. die Feuerwehr verständigt die Polizei und andersherum. Sind diese nicht schnell genug da, darf der Bürger seiner Einschätzung folgen und eine Scheibe einschlagen. Wichtig ist es, Zeugen zu suchen, welche die Situation bestätigen können – sollte wider Erwarten niemand anderes in der Nähe sein, kann man mit dem Smartphone ein Beweisfoto machen.

Ob Kind oder Tier – Erste Hilfe muss sein!

Kinder und Kleinkinder genießen besonderen Schutz, Tiere gelten juristisch leider als Sache. Liegt aber ein erkennbarer Notstand vor, liegt ein Hund beispielsweise reglos im überhitzten Wagen, darf man zum „Schutz des Lebewesens“ handeln. Der Halter macht sich übrigens strafbar: Gemäß §17 des Tierschutzgesetzes kann ihm in einem solchen Falle sogar eine Gefängnisstrafe von bis zu drei Jahren drohen.

Muss ich den Einsatz bezahlen, wenn ich die Situation falsch eingeschätzt habe?

Dies ist, so die Polizei Unna auf unsere Anfrage, hier noch nie vorgekommen. Der Einsatz muss nur dann bezahlt werden, wenn er mutwillig ausgelöst wurde, obwohl keine Gefährdung vorlag. Lag tatsächlich eine Notsituation vor, hat übrigens auch der Fahrzeughalter keinen Anspruch auf Entschädigung gegenüber dem Helfer. Natürlich kann dies zivilrechtlich verfolgt werden, in der Regel ist der Helfer aber auf der sicheren Seite.

 

Bild: Mit freundlicher Genehmigung der Polizei Vorpommern-Greifswald.

Kommentieren