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Solo für Kolter: CDU stellt keinen Bürgermeisterkandidaten auf – Parteichef Meyer bestätigt

Werner Kolter kann sich für einen Bürgermeisterwahlkampf außer Konkurrenz warmlaufen.

Die CDU hat sich heute Abend bei der finalen Abstimmung im Katharinenhof mit 59 zu 22 Stimmen gegen eine christdemokratische Alternative zum populären SPD-Amtsinhaber ausgesprochen.

CDU

Zwei Drittel der stimmberechtigten Mitglieder votierten mit Nein, etwas mehr als ein Drittel mit Ja; es gab eine Enthaltung.

Die Wahl wurde auf Antrag aus der Oberstadt-CDU geheim durchgeführt. Die Oberstädter sowie die Massener Christdemokraten hatten vorab in ihren Ortsunionen deutlich bis einstimmig (Massen) einen eigenen Kandidaten für die Wahl am 13. September gefordert. Ebenso klar dagegen waren die Ortsunionen Hellweg, Billmerich und Königsborn-Afferde, der auch Parteichef Gerhard Meyer angehört.

Meyer wurde bei der heutigen Stadtverbandsversammlung nicht nur in seiner Meinung zur Kandidatenfrage bestätigt, sondern auch als Vorsitzender. Allerdings kassierte er neben 73 Ja– auch sieben Neinstimmen. Keine Enthaltung. (Erklärung: Bei den Vorstandswahlen, die zu Beginn auf der Tagesordnung standen, waren erst 80 Stimmberechtigte anwesend, später trudelten noch einige Nachzügler ein.)

CDU

Vor der Entscheidung zur Bürgermeisterkandidatenfrage erinnerte der alte und neue Vorsitzende noch einmal eindringlich daran, wie demokratisch dieser Diskussions- und Meinungsfindungsprozess abgelaufen sei. In fünf Städten und Gemeinden des Kreises Unna stünden am 13. September die Neuwahlen der hauptamtlichen Bürgermeister an; nur die CDU Unna habe die Kandidatenfrage direkt von ihren Mitgliedern entscheiden lassen. In allen anderen Stadt- und Gemeindeverbänden habe der Vorstand die Entscheidung alleine gefällt.

Basisdemokratie in diesem Sinne herrsche nur bei der CDU Unna, unterstrich Meyer. „Das machen wir ganz stringent, seit ich Vorsitzender bin. Die zentralen Fragen haben die Mitglieder entschieden: die Ratskandidaten, das Wahlprogramm und jetzt die Bürgermeisterfrage.“

Vor der Abstimmung listete Meyer noch einmal in Stichpunkten die Pro- und Contra-Argumente auf, die er aus den Ortsunionen während der Kandidatendiskussionen mitgenommen habe. „Ich war bei allen Abstimmungen außer in Massen selbst anwesend“, erinnerte der CDU-Chef. In Massen fiel die Forderung nach einem Kandidaten prompt einstimmig aus; Zufall am Rande.

CDU Morgenthal

Reglose Mienen bei der Oberstadt-CDU, vorn der Vorsitzende Carsten Morgenthal. Die größte Ortsunion war klar für einen eigenen Kandidaten, die Massener sogar einstimmig. Doch ihre Stimmen reichten nicht.

 

Als Pro-Argumente hat Meyer von den Mitglieder mitgenommen:

– Die zweitgrößte Partei in Unna muss mit einem eigenen Kandidaten Profil zeigen.

– Dies nicht zu tun sei Feigheit, werde bei der Kommunalwahl in fünf Jahren vom Wähler negativ quittiert.

– Selbst ein chancenloser Kandidat werde in einem Wahlkampf bekannter und schaffe sich eine gute Ausgangspositon für die Wahl in fünf Jahren.

– Eine SPD-gesteuerte Verwaltung kann nur durch einen CDU-Bürgermeister deutlich verändert werden.

 

Die Contra-Argumente – diese Liste war gefühlt zehnmal so lang und lässt sich auf den Nenner „Werner Kolter“ eindampfen:

– Kein Kandidat der Welt hat derzeit eine Chance gegen Kolter.

– Mit Ausnahme der FDP, die sich noch nicht eindeutig geäußert hat, haben sich alle anderen Ratsfraktionen für eine Unterstützung des populären Amtsinhabers ausgesprochen. Die CDU stünde mit einem Kandidaten also allein auf weiter Flur.

– Kolter genießt den Amtsbonus und hat sich bisher keine gravierenden Fehler erlaubt, die eine Abwahl wahrscheinlich machen würden.

– Kolter läuft sich schon seit Sommer für die Wiederkandidatur warm, hat schon jetzt einen Riesenvorsprung.

– Nach der Erfahrung der kommunalpolitischen Vereinigung der CDU wird nie ein Bürgermeister neu gewählt, sondern ein alter wird abgewählt. Bei Werner Kolter, dessen Beliebtheitswerte und Eloquenz weiterhin hoch sind, ist das nicht zu erwarten. Der letzte CDU-Kandidat, der gegen ihn antrat (Werner Porzybot), konnte noch nicht einmal 19 Prozent ergattern, erinnerte Gerd Meyer.

– Ein unterlegender Kandidat zieht die Gesamtpartei nach unten.

– Man müsste, wenn, einen Kontrastkandidaten ins Rennen schicken: sprich weiblich, deutlich jünger als der Ü65er Kolter mit deutlichen programmtischen Unterschieden. Schwierig, ganz schwierig, unterstrich Meyer. Denn:

 „Das zarte, Gewinn bringende Pflänzchen der Zusammenarbeit mit der SPD könnte Schaden nehmen“, wenn man im Wahlkampf plötzlich auf Konfrontationskurs zum politischen Partner gehe. Mit der SPD habe man – darauf hatte Meyer schon zu Beginn der Versammlung unverhohlen stolz hingewiesen –  so viele „schwarze“ Ideen durchsetzen können wie in zehn Jahren vorher nicht. „Selbst unter CDU-Bürgermeister Volker Weidner kamen wir nicht gegen Rot-Grün im Rat an.“

– Kuschelwahlkampf würden Bürger und Medien erst recht in der Luft zerreißen.

– Ein externer Kandidat hätte erst recht keine Chance.

– Und zum Schluss – aber nicht zuletzt: der Kostenfaktor eines Bürgermeisterwahlkampfs: 8- bis 10 000 Euro „sind derzeit nur mit viel Kraft darstellbar“.

 

Kommentare (8)

  • Helmut Brune

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    Mein Urgroßvater hieß auch Kolter und seine Initialen RK (Richard Kolter) stehen immer noch im Giebel meines Elternhauses an der Iserlohnerstraße 65.

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  • Margarethe Strathoff via Facebook

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    Ok…nett

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  • Margarethe Strathoff via Facebook

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    Herzlichen Glückwunsch

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    • Helmut Brune

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      Ulknudel!!!! ha ha ha ha ha

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  • Elke Schmidt

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    Ein Armutszeugnis! Nur noch 30% (80 Leute) der CDU Mitglieder gehen überhaupt noch zur Hauptversammlung. Und nur noch 27% wählen Herrn Meyer. Rückhalt sieht anders aus.
    Das eine „Volkspartei“ keinen eigenen Kandidaten aufstellt ist ein Desaster.
    Das man so eine einfache Groko Mehrheit nicht gefährden möchte, ist auch klar. Da braucht man nicht viel tun und bei Postenvergaben ist man automatisch dabei.

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  • J.Müller

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    Gute Nacht CDU, ich hoffe, Ihr wacht aus Eurem Koma nicht mehr auf !

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  • Jama To via Facebook

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    Hoffentlich wird sich zum Positiven Entwicklung auswirken! Vor allem, dass endlich in Unna mehr gemacht wird für Behinderte Jugend! Unna hat zwar eine Unterkunft mit Betreuung für die Menschen die sich selbst zerstören gebaut aber was ist mit diesem Jugendliche die nicht für ihre Schicksal können!!! Inklusion!!! Unwort des Jahres!

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  • Hans Bergmann

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    Hat Mutti die CDU bereits so eingeschläfert, dass in keiner Kommune mehr ein CDU Bürgermeisterkandidat aufgestellt wird ?!?
    Was ist das für eine Demokratie, wenn bundesweit in diversen Groko alles eingeschläfert,durchgewunken wird und nichts mehr durchdiskutiert wird ? Einfach durchwinken und die Sesselpuper haben leichtes regieren ?!?

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