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Skurriler Streit um einen Zebrastreifen: Mit 50 Sachen vom Ring in die Weberstraße…?

Brettern Autofahrer tatsächlich ungebremst mit 50 Sachen vom Beethovenring nach rechts in die Weberstraße? Geht das überhaupt, ohne aus der Kurve zu fliegen? Bitte nicht ausprobieren. Hans Kaufmann vom Ordnungsamt der Kreisstadt behauptet, die Autofahrer verhalten sich so ungestüm. Aus diesem hauptsächlichen Grund will die Stadt dort auf der Weberstraße am neuen Aldi keinen Zebrastreifen auf die Fahrbahn pinseln. Er werde die Risiken für Fußgänger dort noch erhöhen.

Fraktionschef Klaus Göldner (FW/FLU), selbst Polizist, schlug im Verkehrsausschuss am Dienstagabend die Hände über dem Kopf zusammen über diese Antwort auf seine Frage, was eigentlich aus der geplanten Fußgänger-Querungshilfe an der Weberstraße geworden sei. Schon seit dem Bau des neuen Aldi-Marktes ist dort ein Zebrastreifen in der Diskussion.

„Die Querungshilfe ist mit dem Unternehmen Albrecht vertraglich fixiert und durch die Ausschüsse gegangen“, beharrte Göldner, und sogar die baulichen Voraussetzungen 25 Meter hinter der Einmündung seien bereits vorhanden. Dringlich nötig erscheint den Freien Wählern ein Zebrastreifen an dieser belebten Stelle besonders aus folgendem Grund: weil auf dem Aldiparkplatz viele Eltern ihre Autos abstellen, um ihre Kinder eben mal rasch zum Montessori-Kindergarten auf der anderen Straßenseite zu bringen und wieder abzuholen.

aldi-weberstrasse

Ein Zebrastreifen auf der Weberstraße in Höhe Aldi birgt aus Verwaltungssicht zu hohe Risiken für Fußgänger.

Jedesmal müssen sie über die Weberstraße. Auf der zunehmend Verkehr rollt, seit sich auch das neue Baugebiet Zug um Zug besiedelt hat; die Aldi-Kundschaft tut ihr Übriges, besonders an den Tagen, an denen der Discounter seine Sonderangebote unters Volk wirft.

Die Stadtverwaltung in Person Hans Kaufmanns hält jedoch eine Querungshilfe  zwischen der Aldi-Zufahrt und dem Kindergarten für kontraproduktiv. Auf dem Verkehrsring, argumentiert Kaufmann, dürfen die Autofahrer 50 Stundenkilometer fahren. Mit diesem Tempo würden sie dann also in die Weberstraße einbiegen und dort abrupt vor einem Zebrastreifen Vollbremsungen durchführen müssen.

Klaus Göldner schüttelte fassungslos den Kopf. „Da müsste man schon mit quietschenden Reifen in die Kurve fahren, um da auf 50 zu kommen“, hielt der Polizeibeamte den Zebrastreifengegnern (zu denen auch Rolf Beyersdorf von der CDU gehörte) einigermaßen entgeistert entgegen. Die allermeisten Abbieger kämen gerade mal auf 20, 25 km/h. „Und auf der Weberstraße selbst gilt 30, bremsen müssen sie also sowieso.“

Doch die Verwaltung möchte keinen Zebrastreifen auf der Weberstraße. Hilfreich attestierend sprang CDU-Ratsherr Rolf Beyersdorf bei – brach aber dabei eher den Stab über dem Zebrastreifen an sich, sprich generell: „Ich sehe das Problem täglich an anderen Stellen in der Stadt. Vor allem bei Schülern herrscht das Bewusstsein: ,Der Zebrastreifen gibt mir das Recht, zu gehen.´ Daher rennen sie los, ohne nach rechts oder links zu sehen.“

Ende vom Lied: Die Verwaltung „prüft“ an der Einmündung zur Weberstraße vorwarnende Piktogramme auf der Fahrbahn oder/und ein orange blinkendes Warnlicht.

Kommentare (4)

  • Jacky M. Jacky via Facebook

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    Stadt und CDU, die Gegner von Zebrastreifen ,!!Super, dann kratzt schnell mal alle von den Straßen, weil ja alle nur dumm ohne zu gucken rüberlatschen. Stattdessen malt lieber überall Bilder und Symbole auf oder reisst die Straßen auf

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  • Jacky M. Jacky via Facebook

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    und verlegt Stromkabel für Blinklichter, nur um kein Zebrastreifen aufmalen zu müssen.

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  • Sven Hilbk

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    Ich selber hatte am anderen Ende der Weberstraße vor fast genau 8 Jahren einen schweren Verkehrsunfall und kam nur durch Glück mit dem Leben und ohne bleibende Schäden davon. Auch auf der Seite der Weberstraße ist 50 auf der Kreuzenden Straße und wenn der Fahrer Tatsächlich mit 50Km/h (wie das ja hier die Behauptung ist) Eingebogen wäre, würde ich hier jetzt nicht schreiben können das diese Begründung eine Frecheit ist. Wenn man das als zu gefährlich sieht sollte man ja evtl auch mal schon am Ring ein Hinweisschild ausstellen das für rechtsabieger gleich ein Zebrastreifen kommt. Jedenfalls sollte man nicht NICHTS tun anstelle von eine Idee zu verbessern.

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  • J.Müller

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    Hat dieser Herr Beyersdorf eigentlich Kinder oder Enkel ? Ist das der, der das Aufhängen von Schuhen an Bäumen beim Skaterpark mit dem Aufhängen von beschissenen Windeln und gebrauchten Kondomen verglichen hat ?

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