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Sieben Zwerge auf der Schulter und auf dem Schenkel Dieter Bohlen

„Stellen Sie sich vor, auf Ihrer rechten Schulter sitzen die sieben Zwerge und Schneewittchen. Sagen Sie nun freundlich: Hallo, Zwerge!“ Huch, wie peinlich ist das denn. Markus Hofmann, führender Gedächtnistrainer Europas, auf der Wilhelmshöhe in Menden – kein Auge blieb am Dienstag trocken.

„Hi“, raunt mancher verschämt den versammelten Zipfelmützenträgern auf seiner Schulter zu und blickt sich im schnellen Hinsetzen hastig um („…hoffentlich hat mich mein Chef nicht gesehen“). Die meisten gickern gottlob in einer Tour, denn so ein Abend mit Europas führendem Gedächtnistrainer ist Hardcore für Spaßbremsen, und wer zum Lachen in dem Keller geht, geht am besten sofort nach Hause. Die sieben Zwerge, haha, waren nämlich erst der Anfang. Gleich am Anfang hüpft dieser drahtige kleine Mann wie ein Flummi über die Bühne und sagt direkt mal zu allen strahlend Du: „Also ich bin der Markus!“ Das Du schafft besseren Zugang zum Unterbewusstsein, erfahren die 600 auf der Wilhelmshöhe und ahnen schon, was ihnen blüht, denn während sich die letzten noch auf ihren Plätzen sortieren, dürfen alle zusammen direkt wieder aufstehen. Animation, Bewegung. Macht graue Zellen fit. „Arme hoch! Zur Seite! Linken Arm nach rechts ausstrecken, beide Arme nach unten!“ Etwas albern wirkt dieses Herumgehampel, doch Hofmann klärt über den Zweck auf: „Solche Übungen aktivieren das Gehirn. Die Konzentration bleibt mindestens 30 Minuten auf hohem Niveau. Ich empfehle das vor dem Kundengespräch.“ Huch. „Nicht vor dem Kunden!“, gluckst Hofmann.
So, jetzt dürfen sich alle mal hinsetzen. Markus verspricht Vollmundiges: „Ihr werdet nach meinem Vortrag komplett von euch begeistert sein!“ Damit nimmt er den Mund nicht zu voll: Keine Stunde später können 80 bis 90 Prozent der Besucher hier auf der ausverkauften Wilhelmshöhe die sieben neuen Weltwunder nicht nur radebrechend herunterstammeln, sondern flüssig in exakter Reihenfolge aufsagen. „Werdet wie die Kinder!“, verkündet Markus – schon mal mit einem Kind Memory gespielt? Ein Alptraum. Ist völlig normal, versichert uns der Markus tröstend. „Als Erwachsener versuchen Sie, sich die Stelle zu merken, an der die Karte liegt: Zweite Karte von rechts in Reihe fünf von oben.. Ein Kind merkt sich einfach das Bild.“ So schlicht funktioniert gutes Merken: Das Gehirn denkt in Bildern.
So, da stellen wir uns alle mal vor (alle Mann wieder hinstellen), wir hätten zehn Briefkästen am Körper. „Alle fassen wir jetzt kurz an. Ein haptischer Reiz“, erklärt der Trainer. Briefkasten Nummer eins – die Zehen. Anfassen. Nummer zwei – die Knie. Anfassen. So geht´s fort. Drei sind die Oberschenkel, vier ist der Popo, fünf die Taille, sechs – die Brust: Ja ja, mit Sechs geht Brust gut zusammen, spaßt der Markus, meint das aber völlig ernst: „Erotik ist ein sehr starkes Lernprogramm. Deshalb kann man sich versaute Witze auch besser merken.“ Weiter geht´s mit der sieben – die Schultern (klar, da sitzen die sieben Zwerge drauf), acht ist der Hals, neun das Gesicht und der zehnte Briefkasten der Kopf, mit Haaren oder ohne. „Und jetzt legen wir jedes der neuen Weltwunder in einem Körperbriefkasten ab.“ Und da wird´s schmerzhaft, denn auf den Zehen – aua – steht die tonnenschwere Christussttue aus Rio den Janeiro. Es schmerzt gleich noch mehr: „Wir schlagen mit einem Brecheisen unser Knie auf! Und was sehen wir darin? Ein Wunder – das Colosseum in Rom!“ Wer glaubt, schlimmer geht´s nimmer, erlebt beim nächsten Wunder sein blaues – denn auf den Oberschenkeln sitzt grinsend Dieter Bohlen. – Hä? „Ein Macho“, klärt Hofmann auf: „Macho – Gedankensprung – Machu Picchu! Die berühmte Bergfestung der Inka!“ Ach so! Na, da ist es doch einfacher, das vierte Weltwunder zu verstauen: „Durch die Poitze zieht sich – na…?“ „Die chinesische Mauer!“, ruft das Mendener Publikum triumphierend. Da grinst der Markus, hochzufrieden ist er. Und auch der Dieter kann grinsen, der Bohlen. Denn der hockt jetzt 600 Wilhelmshöhebesuchern jedes Mal auf den Schenkeln hocken, sobald sie wie geschmiert die sieben neuen Weltwunder herunterrasseln.

Der führende deutsche Gedächtnistrainer Markus Hofmann füllte auf Einladung des Initiativkreises der Mendener Wirtschaft (IMW) am Dienstag gleich dreimal komplett die Wilhelmshöhe: Vor der ausverkauften Abendveranstaltung erlebten bereits knapp 1500 Schülerinnen und Schüler der Mendener weiterführenden Schulen den Experten in Sachen gutes Merken. Die Jugendlichen waren begeistert von Hofmanns Auftritt: Keine Stunde danach hatte der Gedächtnistrainer schon 45 Anfragen Mendener Schüler zum Thema besseres Lernen auf seiner Facebookseite – und hatte auch schon jede persönlich beantwortet.

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